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…und er schuf sie nicht als Mann und Frau.

Von Kritikern der Gender-Idee wird oft argumentiert, Gott habe den Menschen als „Mann und Frau“ geschaffen. Die Bibel sagt etwas anderes.

„Mann und Frau sind doch wunderbar eindeutige Kategorien“, hört man landauf landab in christlichen Kreisen von strammen Traditionalisten bis hin zu hippen ICFs. Gott habe uns ganz bewusst als Männer und Frauen geschaffen. Alles andere sei eine Anomalie, eine Abweichung, vielleicht sogar ein bisschen krank. Auf keinen Fall aber die Norm.

Wenn wir unsere Bibeln aufschlagen, scheinen sie das zunächst zu bestätigen. „Er schuf sie als Mann und Frau“ lässt die Lutherbibel wissen – selbst in ihrer neuesten Revision. Genauso übersetzen die meisten anderen deutschen Übersetzungen und Übertragungen den Vers 27 aus Genesis 1. Nur die Einheitsübersetzung und die NeÜ widersetzen sich hartnäckig der trauten Einigkeit: Bei ihnen wird der Mensch „männlich und weiblich“ erschaffen. Der Unterschied mag marginal erscheinen – doch er verändert alles.

Die beiden Worte, die dort eigentlich stehen, sind die hebräischen Begriffe זָכָ֥ר „zakhar“ und נְקֵבָ֖ה „neqewa“.  Sie können für sich genommen Mann und Frau, aber auch männlich und weiblich bedeuten. Denn im Hebräischen sind Adjektive formgleich mit ihren entsprechenden Nomen. Das macht die Zuordnung nicht immer eindeutig, wenn die Formen – so wie hier – alleine stehen. Beim „männlichen Tier“ ist die Sache klar: Es ist ein Adjektiv, weil es das Substantiv „Tier“ näher beschreibt, so wie bei „buntes Tier“. Bei unserem Vers ist das nicht auf den ersten Blick erkennbar. Und das veranlasste vermutlich Martin Luther zu dieser fatalen Fehlübersetzung, an der sich viele deutsche Übersetzer bis heute orientieren.

Allerdings ist der gesamtbiblische Befund recht klar: Es existieren für „Mann“ und „Frau“ noch andere Vokabeln, die im restlichen Bibeltext viel häufiger als nominale Form benutzt werden. Mit ihnen hätten die Autoren der Genesis „Mann“ und „Frau“ als Kategorien viel expliziter ausdrücken können – wenn sie gewollt hätten. Die beiden im Text benutzten Begriffe werden dagegen in der restlichen Bibel fast ausschließlich als Adjektive verstanden. Nur 7 Mal bedeutet „zakhar“ Mann, ganze 67 Mal bedeutet es „männlich“ (z.B. nach King James). 

Zeugin aus dem ersten Jahrhundert

Ja, das ist viel Spekulation. Wäre es nicht toll, wir hätten einen Text aus der damaligen Zeit, der uns eindeutig zeigt, wie das ursprünglich verstanden wurde? Und tatsächlich: Wir haben einen solchen Text! Zumindest aus der Zeit Jesu: Es ist die Septuaginta, die griechische Übersetzung des alten Testaments, mit der bereits Lukas, Paulus & Co, arbeiteten, wenn sie die alten Schriften auf Griechisch zitierten.

Jesus kannte vermutlich die Septuaginta. Die hellenistischen Gemeinden lasen sie in den Gottesdiensten. Und die Septuaginta übersetzt die beiden Wörter als Adjektive. Hätte das nicht der damaligen Auffassung entsprochen, dann wäre das so nicht in dieser Bibelübersetzung gelandet. „Er schuf sie männlich und weiblich“ ist also keine neuzeitliche Erfindung. Es war die im Judentum zur Zeit Jesu und in der Urgemeinde präsente Lesart. Und so mit ziemlicher Sicherheit die ursprüngliche.

Gott will uns nicht einteilen

Warum das wichtig ist? Weil es in der Schöpfungserzählung nicht um göttliche Kategorien geht, sondern um menschliche Eigenschaften, um Facetten von Gottes Ebenbildlichkeit. Genesis will uns nicht in zwei Kartons einteilen – einen rosafarbenen und einen blauen.  Genesis will uns nicht sagen, waswir sind, sondern wiewir sind.

Früher dachte ich folgendes (und hielt mich dabei für unheimlich progressiv): Der Mensch ist das Ebenbild des vollkommenen Gottes. Doch seine Eigenschaften hat Gott in seiner Schöpfung in männlich und weiblich aufgeteilt, so dass nur Frau und Mann zusammen das ganze göttliche Ebenbild verkörpern. Quasi als Trick von Gott, damit der Mensch nur mit seiner „besseren Hälfte“ vollständig ist und alleine nicht zu viel auf die Reihe kriegtvollkommen ist.

Diese Vorstellung ist unheimlich romantisch und passt gut auf kitschige Hochzeitskarten. Doch wenn wir genau hinsehen sagt Genesis nicht: Menschen der einen Kategorie sind männlich und Menschen der anderen Kategorie sind weiblich. Sondern wörtlich steht da: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn, männlich und weiblich.“ Gottes Wesen vereinigt offensichtlich sowohl „männlich“ als auch „weiblich“. Aber wenn alle Menschen zum Bilde Gottes erschaffen sind, vereinen offensichtlich ebenso alle Menschen „männlich“ und „weiblich“ in sich.

Das hört sich für unsere Ohren erst einmal ziemlich befremdlich an. Frauen sind doch weiblich und Männer sind männlich, oder nicht? Wir bringen unsere Schubladen mit, wir haben unsere Bilder im Kopf und es hat ja auch handfeste biologische Gründe, warum wir das eine Wort für Leute mit Penissen und Hoden und das andere für solche mit Vagina, Eierstöcken, Gebärmutter und Brüsten verwenden. Das ist nun mal unsere Lebenswirklichkeit und Alltagserfahrung. Doch ist sie das wirklich? Oder ist es nur unsere gewohnte Brille, mit der wir die Welt sehen?

Den Text neu lesen

Um unsere Brillen abzusetzen, könnte es helfen, statt „männlich“ und „weiblich“ die hebräischen Adjektive aus Genesis und ihre Bedeutung zu benutzen und den Text noch einmal zu lesen: Gott schuf den Menschen sowohl  זָכָ֥ר „zakhar“ als auch נְקֵבָ֖ה „neqewa“. Zakhar ist das Wilde, Ungestüme, Fordernde, Aktive, Harte, Erobernde, Laute. „Neqewa“ ist das Sanfte, Weiche, Beschützende, Passive, Leise. (Ja, das Hebräische hat viel weniger Vokabeln als moderne Sprachen und deshalb hat jedes Wort auch ein viel größeres Bedeutungsspektrum). 

Genesis 1,27 liest sich dann so:

Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn: sowohl wild, ungestüm, hart, aktiv, laut, fordernd, erobernd als auch sanft, weich, passiv, leise, beschützend.

Zu dieser Bedeutung entfaltete sich der Vers aus Genesis für die damaligen Leser*innen. So wie sich für uns der Satz „Er war wie Ghandi“ sofort zu einer schillernden Kaskade an Eigenschaften wie friedfertig, willensstark, stur und charismatisch entfaltet, ohne dass auch nur eine dieser Eigenschaften erwähnt wird.

Nun würde ja niemand behaupten, alle Frauen seien passiv und alle Männer aktiv. Oder alle Männer wild und alle Frauen sanft. Oder alle Frauen leise und alle Männer laut. Nur um mal die Klischees zu bedienen. Man könnte die Begriffe auch umkehren – die Sätze stimmten trotzdem nicht. 

Wahr sind dagegen zwei Dinge. Erstens: Zakhar und Neqew sind nichts Absolutes. Es sind Tendenzen. Was ist absolut wild oder absolut beschützend? Nichts! Und wie sieht ungestüm oder sanft überhaupt aus? Genesis beschreibt zwei unterschiedliche Tendenzen sich zu verhalten, es definiert keine Kategorien des Seins.

Und zweitens: Jeder und jeder von uns ist emotional, geistig und körperlich eine Mischung aus zakhar und neqew: Wir sind wild, ungestüm und laut, oder sanft und leise und trotzdem wild und frei. Wir sind leise, aber dabei klar und fordernd. Oder hart, klar und dabei trotzdem sanft und beschützend. So (und durch zahlreiche andere Faktoren) entsteht unsere wunderbare Vielfalt an Persönlichkeiten.

XXY

Doch letztendlich – und das ist jetzt gar nicht mehr romantisch – werden diese Eigenschaften maßgeblich von den Hormonen Östrogen und Testosteron mitbestimmt, die aufgrund der Erbinformationen, featuring X- und Y-Chromosom, bereits vom frisch entstandenen Fötus produziert werden. XX lässt Östrogen in rauen Mengen entstehen, XY vor allem Testosteron. Letzteres sorgt dafür, dass aus den Genitalanlagen Penis und Hoden entstehen, Östrogen lässt sie zu Eierstöcken und Vagina werden, dazu entwickelt sich die Gebärmutter. Und weil die Hormone auch das Verhalten bestimmen finden wir bei den Menschen, die wir Frauen nennen, viel mehr neqewische Tendenzen als bei bei denen, die wir Männer nennen (und anders herum).

Das also ist das Geheimnis von Mann und Frau: die Geschichte von zwei unterschiedlichen Prinzipien, die Welt zu erleben und zu prägen, die in jeder Person in einer einzigartigen Mischung präsent sind und die in den zwei unterschiedlichen anatomischen Varianten des Menschen kumulieren, die wir „Mann“ und „Frau“ nennen.

Aber auch wenn Männer anatomisch im wahrsten Sinne des Wortes zakhar „verkörpern“, weil sie bei der Fortpflanzung eindringen und abgeben und Frauen im wahrsten Sinne des Wortes neqewa  „verkörpern“ weil sie aufnehmen, empfangen, beschützen, das Empfangene und das Eigene zusammenführen und das gemeinsame neue Leben in sich tragen, bedeutet das keinesfalls eine Festlegung oder auch nur ein Rückschluss auf die Persönlichkeit – und vor allem nicht darüber, wie eine einzelne Person zu sein hat, um eine „richtige Frau“ oder ein „richtiger Mann“ zu sein. 

Echte Männer und richtige Frauen

Es gibt Frauen, die eher zakharisch aussehen und einen zutiefst neqewischen Charakter haben. Es gibt Frauen, die eher zakharisch aussehen und einen sehr zakharischen Charakter haben. Es gibt Männer, die sehr neqewisch aussehen und auch so fühlen. Und so weiter. Es gibt auch Menschen, die körperlich zakharische und neqewische Anteile vereinen – die zum Beispiel Vagina und Penis haben. Und es gibt Menschen, die körperlich Frauen sind, aber ausgeprägt zakharisch fühlen und das als starke Diskrepanz empfinden. Sie sehnen sich deshalb, auch körperlich ein Mann zu sein, um diese Diskrepanz aufzulösen. Wir sehen: Es gibt jede nur erdenkliche Möglichkeit und Variation – was übrigens das ist, was manchmal als „Die Genderleute wollen tausende Geschlechter einführen“ durch kleingeistige Medien spukt.

Wahr ist dagegen: Es gibt keine „richtigen Männer“ und keine „richtigen Frauen“, sondern nur wunderbare, wertvolle und von Gott geliebte Menschen mit einer ganz individuellen Mischung aus zakhar und neqewa – denn so hat Gott uns geschaffen, sagt Genesis. Nicht plump als „Mann“ und „Frau“.

Wenn also christliche Theologie oder irgendwer sonst sagt: (richtige) Männer sind wild, ungestüm, fordernd, aktiv, hart, erobernd, laut und (richtige) Frauen sind sanft, weich, beschützend, passiv, abwehrend, leise und beide hätten ihre entsprechenden Rollen (gerne verbrämt als „Gaben“) in Gemeinde, Familie und Gesellschaft zu spielen, dann scheint mir das grob an der Intention des Schöpfers vorbei gedacht.

Lasst uns lieber die wunderbare anatomische und emotionale Vielfalt feiern, die der Schöpfer in seine Schöpfung gelegt hat und aus der unsere Welt besteht. Ohne zu werten. Ohne zu verurteilen. Ohne zu belächeln. Jede einzelne Person ist von Gott geliebt und individuell befähigt. Alles was wir tun müssen ist, dieser Individualität Raum zur Entfaltung zu geben. Das ist unser Auftrag als Geschöpfe.

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Kommentare

28 Kommentare auf "…und er schuf sie nicht als Mann und Frau."

  1. Angelika Wildegger says:

    Wunderbar, wie du deine Titelaussage gesamtheitlich, also auch biblisch begründest! Und Hut ab, dein kurzer Ausflug in die Selbstreflexion (Stichwort Romantik) lässt mich schmunzeln…..

    Antworten
    • Ernst Richard Edinger says:

      Ich nehme an dass die Bibelforschung von heute sicherer die ersten Texte übersetzen kann als dass sie vorliegen. Ist das so ?
      Wenn ja, warum hängt man so an alten Fehlern ?

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  2. Michael Kotsch says:

    Es ist doch ganz fantastisch, wie schön man den postmodernen Zeitgeist aus dem Deutschland des beginnenden 21.Jahrhunderts auch in der Bibel wiederfinden kann. Dazu muss man lediglich die Auslegungstradition der Vergangenheit vergessen und etwas phantasievoll mit hebräischen Begriffen jonglieren.

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    • Frank says:

      Michael Kotsch,
      Ich finde mich im Text von Herrn Krüger wieder, sowohl was mich persönlich betrifft, wie auch was ich nun mehr in mehr als 50 Jahren bei anderen beobachte und mit ihnen erlebe. Rollenzuschreibungen waren mir schon immer suspekt. Ich glaube auch nicht, dass Herr Krüger nur mit Begriffen jongliert. Ich habe mich selbst mit Hebräisch intensiv beschäftigt und festgestellt, dass in unserer deutschen Sprache Vieles gar nicht in dieser Tiefe, Präzision und gleichzeitiger Weite ausgedrückt werden kann. Über Sprache sollte man sich daher nicht so ignorant („etwas fantasievoll mit hebräischen Begriffen jonglieren“) und pauschal äußern und gleich die nächste Schublade aufmachen: postmoderner Zeitgeist… klingt bei Ihnen irgendwie hinfällig. Aber vielleicht verstehe ich Sie ja auch falsch.

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    • Florian Kraemer says:

      Öhm da hätte ich noch Fragen.

      1. Was genau ist ein „Zeitgeist“? Was genau ist „DER postmoderne Zeitgeist“?

      2. Was wäre schlimm daran, wenn wir eine moderne Idee in der Bibel wiederfinden?

      3. Welcher Teil der Argumentation aus dem Blogartikel soll jetzt womit genau angegriffen werden?

      Antworten
    • Rüdiger says:

      Lieber Michael Kotsch,

      um eines gleich zu Beginn klarzustellen: mit Begriffen „jongliert“ wird hier nicht (obwohl diese Kunst ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Feinmotorik und Training erfordert).
      Die Auslegungstradition „vergessen“ wird keineswegs. Im Gegenteil: ein Kern der biblischen Auslegung war und ist der scharfe Blick auf die Bedeutung eines Begriffes. Dies wissen bzw. wussten sowohl die Übersetzer der Septuaginta als auch Martin Luther als auch Rolf Krüger als auch Michael Kotsch. Die Blickschärfe mag je nach Bibelstelle (und Zeitalter) unterschiedlich ausfallen. Blinde Flecken gibt es überall, in diesem Fall gebührt Rolf Krüger Dank und Anerkennung, dass er hier mit Präzision und fundiertem Hintergrundwissen vorgegangen ist!

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  3. Dieter Bauer says:

    Mein Kompliment, Rolf Krüger, für diese wunderbare Auslegung des Genesis-Textes und die daraus gezogenen Konsequenzen.

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  4. Johannes Oesch says:

    Ich neige dazu, davon auszugehen, dass auch in den besten Familien alles vorkommt. Außerdem leben wir nicht im Paradies, sondern außerhalb desselben. Deshalb muß man nicht päpstlicher als der Papst sein, weder im traditionellen Sinne noch im Sinne des jeweils aktuellen Zeitgeistes.
    Was mir jedoch nicht gefällt, ist, wenn wichtige Argumente einfach außen vor bleiben. Und da finde ich, dass im Bereich der menschlichen Biologie nicht nur die XY / XX-Chromosomen einerseits und die Hormone (mit unterschiedlichen und auch veränderlichen Anteilen) wichtig sind, sondern auch die Vererbung der Mitochondrien, die wir alle nur von unseren Müttern geerbt haben. So sind wir alle sehr verschieden, aber ohne Mütter kommen wir nicht aus. Woraus ich messerscharf schließe, dass es zur kreatürlichen Natur des Menschen gehört, dass es Mütter gibt und auch andere Menschen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mitochondriale_Eva

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  5. Thomas Jakob says:

    Im Detail ist das alles ganz interessant. Trotzdem laufen bei mir ständig Sätze mit wie „Was nicht passt, wird passend gemacht“ oder „Man merkt die Absicht und man ist verstimmt“. Dazu kommt, dass der vermittelte Eindruck, man könne die Bibel nicht einfach so in deutscher Übersetzung lesen, sondern müsse erst jemand haben, der einem richtig erklärt, was da steht, meinem evangelischen Selbstverständnis etwas zuwiderläuft.

    Davon abgesehen stellt sich mir die Frage: Wem soll dieses von mir so empfundene Gefälligkeitsgutachten eigentlich nützen? Schwule Männer sind Männer, lesbische Frauen sind Frauen. Gender schließlich beschreibt das soziale Geschlecht und von dem ist nach meinem Verständnis beim Schöpfungsakt überhaupt nicht die Rede, sondern nur vom biologischen.

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  6. Manfred Frank says:

    Wussten Sie, dass man im 2. Weltkrieg General Shukow zum Pferdeknecht ‚degradiert‘ hat? Nein. Er wurde auch nicht degradiert, sondern befördert zum Marschall nämlich. Allerdings wenn man mit dem Wort ‚Marschall‘ jongliert und der Herkunft nachstöbert, dann wird man merken, dass dieses Wort in seiner Uraltbedeutung schlichtweg ‚Pferdeknecht‘ heißt. So dankbar ich für die Aufforderung bin, alte Brillen abzusetzen und die Feststellung für richtig halte, dass wir nun einmal nach Jahrtausenden nicht mehr in Gottes Paradies leben, ohne dass man deswegen Menschen oder ‚Geschlechter‘ abwertet, bei der Behandlung von Bibeltexten sollte man dennoch seriös bleiben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Schreiber dieses Satzes aus dem Buch Genesis in einem Wörterbuch der Wortherkunft der hebräischen Sprache nachgeschlagen haben. Es gilt eben bei Bewertung von Texten nicht die Wortherkunft, die kann ein Wort vielleicht verstehen helfen, sondern es gilt immer die in der Zeit aktive Wortverwendung.
    Statt wortklauberischer Spielereien gilt doch, dass vor Gott alle Menschen gleich sind und Er alle Menschen gleich liebt und achtet. Gilt dies etwa nicht oder nur dann, wenn alle Menschen so veranlagt sind, wie die Menschen direkt bei der ersten Schöpfung waren? Ich brauche die Rettung durch Jesus nicht, wenn ich all diejenigen aussortieren kann, die ethisch, biologisch, ethnisch, theologisch usw. nicht der allerersten Schöpfung entsprechen. Es ist nicht ‚gut‘ oder ’schlecht‘, dass ich heterosexuell oder homosexuell, weiblich, männlich bin oder einem dritten Geschlecht angehöre. Es ist einfach so. Da ich dafür, von wenigen Ausnahmen vielleicht abgesehen, gar nichts kann, wird Gott mich dafür sicherlich nicht haftbar machen. Er liebt mich, wie jeden anderen auch. Würden wir so miteinander umgehen, dann hätten wir solche Wortspielereien nicht nötig.

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  7. Harry says:

    Der Gärtner lässt wachsen und erfreut sich am einzigartigen Werk jeder Blume, jeder Frucht in seinem Garten.

    Wie der Gärtner, so der Garten.

    Der Statiker gießt sein Werk in Beton.

    Mein Gott ist ein Gärtner.

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  8. Hans says:

    Wie lange wird es wohl noch dauern bis der Mensch das nicht nur weiss, sondern verinnerlicht hat. Denn „verstehen“ heisst nun mal eins sein mit der Aussage.

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  9. Uwe says:

    Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht, dass euch niemand verführt!
    Matthäus 24:4

    Spätestens seit Deinem Text, weiß ich, was Jesus damit meinte. Biblische Wahrheiten verdrehen und so auszulegen, dass es dem Gedankengut heutiger Zeit genau passt ist nichts anderes als Verführung.

    Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen! Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.
    Römer 1:21‭-‬22‭, ‬24‭-‬27 SCH2000

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    • Rolf Krüger says:

      Wenn alles so einfach wäre, Uwe…

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    • Harry says:

      Matthäus 24 bearbeitet andere Themen.

      Bibelverspuzzles kommen nicht so gut an.

      🙂

      Antworten
      • Uwe says:

        Die Bibel legt die Bibel aus.

        Auch Paulus und Johannes sprachen von Verführern (2.Joh,9)

        Antworten
        • Rolf Krüger says:

          Deswegen ist aber nicht jeder, der nicht deiner Meinung ist, ein Verführer 😉

          Antworten
          • Christina says:

            Jeder, der den Aussagen von Jesus, Paulus und Johannes widerspricht, ist ein Verführer. Und das tust du nun mal. Du widersprichst ihren Aussagen, und das nicht nur in dieser Sache. Wobei die Grenzen ja manchmal fließend sind, man oft Beides in einer Person sein kann – Verführter und dann selbst Verführer.

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            • Rolf Krüger says:

              Ich wüsste nicht, dass Jesus, Paulus oder Johannes (witzige Mischung!) irgendwo gesagt hätten, es gäbe auf der Welt nur Mann und Frau. Eher im Gegenteil: „In Christus…ist weder Mann noch Frau“, wenn du mal tief in deinem Bibelwissen kramst.
              Und ich erkläre dir gern ein weiteres Mal: Auch du interpretierst die Bibel. Nicht alle, die deine Interpretation hinterfragen sind Verführer. Man könnte mit derselben Argumentationsgrundlage auch andersrum sagen: Du bist eine Verführerin, weil du die Bibel wörtlich nimmst – und damit nicht ernst nimmst. Aber das bringt ja nichts, sich das gegenseitig vorzuwerfen. Ich empfehle dies als Lektüre: https://aufnkaffee.net/2013/05/die-bibel-verstehen-teil-1/ 🙂

              Antworten
  10. René D. Gorsatt says:

    Wortklauberei, Eingebungen Satans des Hofnarren Gottes. Homosexualität ist eine Perversion. So ist es

    Antworten
    • Rolf Krüger says:

      Wer so aggressiv reagiert ist normalerweise irgendwie emotional betroffen, hm?

      Antworten
    • Christina says:

      Genau. Sagte Satan nicht schon im Paradies zu den ersten Menschen: „Sollte Gott wirklich gesagt haben ….?“ Macht er heute immer noch, wie man nicht nur hier, sondern vielerorts sehen, hören und lesen kann.

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  11. toblog says:

    In der pietistischen Gemeinschaft meiner Jugend hatte man für die Entwicklung der Geschlechtlichkeit folgende Erklärung: Adam sei ursprünglich eingeschlechtlich erschaffen worden und hätte sein Gegenüber in Gott selbst finden sollen. Doch habe er sich in die (niedrige) Tierwelt verguckt, sodass eine Situation entstand, die „nicht mehr gut“ war. Daher gab ihm Gott Eva – als ein Teil von ihm entnommen.

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  12. Mathias says:

    Ich frage mich ja immer noch, warum diese wissenschaftlichen Erkennnisse so vehement bekämpft werden. Die Liebe und Gnade Gottes werden davon doch kein Jota weniger.
    Es werden dadurch auch nicht weniger heterosexuelle Partnerschaften geschlossen oder Kinder gezeugt.
    Noch bekommt man Peitschenhiebe, wenn man die 10 Akzeptanzgebote gegenüber der Queer Community nicht täglich aufsagt.
    In Gemeinden habe ich jetzt auch noch nicht gesehen, dass vermehrt LGBTIQA Personen auftauchen oder sich outen.
    Eigentlich schade.

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    • Christina says:

      Über die wissenschaftlichen Erkenntnisse läßt sich streiten. Die Wissenschaft ist sich da nun mal überhaupt nicht so einig, wie das mainstreammäßig meist dargestellt wird. Mein Rat an jeden ist, sich nicht nur einseitig zu informieren. Es gibt nämlich auch gegensätzliche Erkenntnisse der Wissenschaft.

      Aber mal als Gegenfrage. Das ist es nämlich, was ich mich frage, warum wird es eigentlich so vehement bekämpft, wenn jemand nicht in seiner Homosexualität verbleiben möchte, sondern davon weg möchte? Denn das gibt es ja ebenfalls. Warum will man diesen Menschen eine Therapie in diese Richtung verbieten? Denn genau das wird ja inzwischen von gewissen Kreisen der Politik angestrebt. Ob das Gesetz dazu schon durch ist, weiß ich nicht, bin aber überzeugt, es wird noch kommen. Kranke Welt!

      Und ach ja …. Peitschenhiebe müssen nicht immer körperlicher Natur sein, nur mal so als Anmerkung. 😉

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  13. Christiane says:

    Ziemlicher Blödsinn!
    Denkfehler!

    Gott schuf Adam als Sein Ebenbild.
    Gott schuf Eva, aus Adams Rippe – aus Adam!
    Damit Eva Teil von Adam sei.
    Bein von seinem Bein – Fleisch von demselben Fleisch.
    Gleichwertig.

    Nur zusammen (Adam + Eva) ist der Mensch Gottes Ebenbild!

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