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Sex: Christen, entspannt euch!

Wenn es ein Reizthema unter Christen gibt, dann Sex. Über wenig können Christen so dauerhaft und leidenschaftlich streiten wie darüber, wer wem wann wie an die Wäsche darf. Die einen wollen Sex stark reglementieren, die anderen sich auf keinen Fall reglementieren lassen. Was fehlt: Eine christliche Sexualethik, die Freiheit schenkt, Lust an der Lust hat und mit Leidenschaft verantwortungsvoll handelt. Ein Entwurf.

In letzter Zeit fühlen sich auffällig viele christliche YouTuber*innen und Hipster-Prediger*innen berufen, Sex vor der Ehe zum Thema zu machen. Häufig gibt man sich dabei diplomatisch: Es wird betont, dass uns ja niemand zwingt, nach Gottes Maßstäben zu handeln. Andere schreien ihre Zuhörer schlichtweg an. Was Gottes Wille ist, das steht für sie alle zusammen fest: Sex nur mit einem Menschen im Leben und natürlich nur nach dem Ja-Wort. Alles andere sei zerstörerisch für uns – und Gott darüber traurig.

Kürzlich ist nach vielen Jahren sogar mal wieder ein Buch erschienen, das uns vor Sex vor der Ehe warnen soll. ICF-Pastor Daniel Kaluppner fährt alle Geschütze auf: Von den Schauergeschichten vom Klebehormon Oxytocin, das Menschen auf ewig aneinander heftet, bis hin zur selbstverständlichen argumentativen Nähe von vorehelichem Sex zu Betrug und sogar zu Vergewaltigung und Missbrauch.

Diese Menschen treffen den Nerv vieler Christen. Weil sie mit Unsicherheiten spielen. Und weil in der Kirche nach wie vor die Angst regiert, göttliche Gesetze zu übertreten. Etwas falsch zu machen. Gott zu erzürnen.


Diese Angst hat ihre Wurzeln in einer Sexualethik, die davon ausgeht, Gott lege universell für alle Zeiten und Kulturen fest, was richtig ist und was falsch. Und es sei an den Menschen, das eine wie das andere zu erkennen.

Menschen wie Kaluppner lösen diese Aufgabe, in dem sie den ersten Christengenerationen vertrauen, die universellen Festlegungen Gottes richtig erkannt und in der Bibel niedergeschrieben zu haben. Andere gehen davon aus, dass jede Zeit und Kultur diese Festlegungen neu für sich entdecken muss.

Letzteres klingt moderner. Aber beides ist ein Denken, das der Apostel Paulus „gesetzlich“ nannte, eine Falle, in die Christen jeglicher Couleur gleichermaßen gerne tappen: Wir streiten unentwegt und mit Verve darüber, wo genau die Grenzen verlaufen, ob dies in Ordnung ist oder das, ob dies verboten ist oder jenes. Immer aber geht es um Grenzen, um Regeln, um Kataloge, die Gut und Böse voneinander scheiden, indem sie unser Verhalten in erlaubt und verboten einteilen.

Diese Ethik führt nie zu einem Ziel, weil die Diskussion nie beendet ist. Einerseits, gibt es keine Kriterien dafür, die Richtigkeit der eigenen Lesart und Erkenntnis zu beweisen. Und andererseits ist die Welt komplex und einmal festgelegte Regeln passen nicht auf jede Situation. Ganz besonders gilt das für unser ultraschnelllebiges Heute.


Zeit für eine andere Sexualethik! Keine neue – sondern eine uralte. Eine, die ohne die Kategorien „gut“ und „böse“, „verboten“ und „erlaubt“ auskommt. Denn – Überraschung! – schon die Verfasser des Schöpfungsepos aus Genesis empfanden genau das als die Wurzel allen Elends: den Drang, über Gut und Böse zu urteilen. 

Überlegen wir mal: Im Garten Eden dürfen und sollen die Menschen von all den vielfältigen Bäumen essen. Die Früchte scheinen in der Sonne, duften betörend und verwöhnen den Gaumen. Das Leben, wie Gott es sich vorstellt, ist bunt, vielfältig, spannend und voll von Verlockungen und Abenteuern.

Das einzige Tabu ist der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen – oder besser übersetzt: der Baum der Gewissheit des Guten und des Bösen. Dieses Tabu zu brechen, also pauschale Festlegungen zu treffen, was gut ist und was böse, das ist der große Fehler der Menschheit. 

Die Menschen in der Erzählung schämen sich plötzlich dafür, zu sein, wie sie sind. Nicht weil sie plötzlich erkennen, dass Nacktsein falsch wäre (das ist es ja gar nicht). Sondern weil sie sich nicht mehr sicher sein können, ob sie den Einordnungen und Ansprüchen von außen gerecht werden, weil sie sich der bedingungslosen Annahme des Anderen – und sogar Gottes – nicht mehr sicher sind. Sie haben gelernt, die Welt in Gut und Böse einzuteilen. Und genau das tun sie nun.

Doch das bringt plötzlich Angst ins bisherige Paradies. Die Menschen fürchten sich, nicht gut zu sein. Dann lieber bedeckt halten, nicht die eigene Nacktheit zeigen, nicht verwundbar machen. Dann lieber Mauern aufbauen, auf Sicherheit spielen. Vertrauen vergeht, Furcht zieht ein. Verlockend und bunt geht anders. Lieben geht anders. Leben geht anders. In der Gewissheit über Gut und Böse lauert der Tod.


Deshalb formuliert der Apostel Paulus es so drastisch: Auf Regeln zu bauen bringt uns um. Und deshalb lautet auch die gute Nachricht, die Jesus bringt „Wir sind keine Sklaven religiöser Gesetze! Wir sind freie Menschen, solange wir uns von Liebe bestimmen lassen.“ 

Das ist das Herz christlicher Überzeugung. Dafür hat Christus gelebt und dafür ist er gestorben. Seit ihm richten sich richtig und falsch nicht mehr nach Paragrafen, die immer und überall gleich gültig sind. Seit Jesus sind unser all Individualität, unsere Situation, unsere Zeit und unser Kontext relevant für die Entscheidung, was hilfreich ist und was destruktiv.

Seit Jesus richtet sich alles nach der Liebe als dem zentralen Prinzip, in dem alle Regeln aufgehen. Ein Prinzip, das in jeder individuellen Situation zu individuellen Ergebnissen kommt. Das nicht Böses verharmlost, aber auch nicht mit Angst und Knechtschaft antwortet.

Oder wie die Bibel es ausdrückt: Die Liebe ist geduldig und gütig, ohne Neid, sie spielt sich nicht auf, sie handelt nicht unangemessen, ist nicht auf den eigenen Vorteil bedacht, ist nicht verbittert oder nachtragend. Sie ist traurig über Unrecht und erfreut von der Wahrheit. Die Liebe erträgt, vertraut, hofft und erduldet. Immer. Christus steht für dieses Prinzip und wir nennen uns genau aus diesem Grund − Christen!


Vielfach tun wir Christen uns damit aber noch schwer: Wir umarmen nicht die von Liebe geprägte Freiheit, sondern klammern uns an die vermeintlich sicheren Ordnungen, an die Frage, was Gott wohl generell richtig findet und was falsch. Und zurzeit kann man das Gefühl bekommen: Je moderner die Form, desto fester der Griff: ICF, Hillsong, Youtube-Churches – sie alle verkünden mit viel Licht, Nebel und Dezibel die engstmögliche Moral.

Die daraus entstehende Unfreiheit hat handfeste Konsequenzen: Da wird in einer Gemeinde in Hessen ein Mitarbeiter von seinen Ämtern entbunden, weil er mit seiner Freundin zusammengezogen ist. Da verweigert der Vatikan einem Pater fast das Rektorenamt einer Hochschule, weil er sich für eine Anerkennung von gleichgeschlechtlich Liebenden ausspricht. Da wird ein Mitarbeiter-Paar aus einer Hipsterkirche geworfen, weil sie nicht bereit waren, heile Welt zu spielen und über ihre Liebe zueinander zu lügen. Alles in den letzten Monaten. Alles im 21. Jahrhundert, in Zeiten von Aufklärung, Verhütung und Tinder. Unfreiheit in Zeiten der Möglichkeiten. Wenn etwas Kirche von den Menschen entfremdet, dann auf jeden Fall das.


Vor allem: Es sind nicht nur die Menschen außerhalb der Institution. Entfremdet sind auch wir: Christen, die ihrer Kirche verbunden sind und doch immer wieder den Kopf schütteln über die Enge, die Angst und die Ignoranz, mit der für unser Menschsein so zentrale Dinge wie Sexualität einfach weggeregelt werden. Klappe auf, Lust hinein, Sargdeckel zu. Bis dass der Tod euch scheidet.

Doch das Leben ist nicht schwarz-weiß, es lässt sich nicht in Passepartouts stecken. Das Leben ist bunt und vielfältig, spannend und voll von Lust und Abenteuern, aber genauso voll von Möglichkeiten, sich gegenseitig weh zu tun. Und offensichtlich ist sie genau so von Gott angelegt. Vielleicht hat der Apostel Paulus deshalb so legendäre Worte formuliert wie „Alles ist erlaubt — es führt nur nicht alles zum Guten.“

Viele Christen verbieten gerne im Namen Gottes, weil sie sich damit auf der sicheren Seite wähnen. Paulus aber war von Jesu Sicht der Dinge inspiriert: Gott setzte uns in diese Welt ohne Betriebsanleitung, gab uns Neugier und Forscherdrang, dazu Lust, Leidenschaft und das Gebot zur Liebe: zu Gott, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst.

Die Folge dieses Liebensgebots ist der klare Auftrag, unser Urteil immer erst auf den zweiten Blick zu fällen, oder wie Jesus es sagt: Urteile immer nur aufgrund der Früchte, nie aufgrund von Samen. Denn nicht alles, was ungewohnt ist, hat schlechte Folgen. Und selbst wer sich streng an die Gesetze hält, kann fleißig Faules hervorbringen.

Die Protagonisten der Bibel nehmen die Dinge nicht auf die leichte Schulter: Paulus geht gleich mehrfach harsch gegen negatives Verhalten ins Gericht, unter anderem gegen sexuelle Übergriffigkeit und Kindesmissbrauch. Auch Jesus hat scharfe Worte für Menschen parat, die destruktiv handeln: Sie werden „abgehauen und ins Feuer geworfen“, sie haben keinen Platz im Reich Gottes. Und er liefert gleich ein paar Beispiele mit: Die Wölfe im Schafspelz, die Blender und die, die ihre Macht über andere Menschen im Namen Jesu missbrauchen. Doch allen anderen gilt viel Gnade und Geduld von dem Mann, den die christliche Tradition den Sohn Gottes nennt. 

Der Grundansatz im Reich Gottes ist damit genau umgekehrt als es die Lehrer der Gesetzlichkeit in ihrer Heidenangst vor einem strafenden Gott predigen: Alles ist gut, was eine gute Wirkung hat. Nichts ist schlecht, was keine schlechten Folgen für mich oder andere hat. Punkt. Der ethische Bewertungsmaßstab für menschliches Verhalten kann allein sein, ob etwas die Liebe und ihre Kinder mehrt: Den Respekt. Die Freiheit. Die Wahrheit. Die Barmherzigkeit. 


Zeit also für eine Ethik der individuellen Wirkung, die Menschen nicht an ihrem Verhalten misst, sondern an den Folgen ihres Verhaltens. Eine Ethik, die nicht die Tat beurteilt, sondern deren Konsequenz – oder auch erwartbare Konsequenz. Und die erst daraus Rückschlüsse für die Beurteilung der Tat selbst zieht.

Ist die Wirkung schlecht, weiß man das oft schon schnell – und kann es sich oft genug auch vorher rausrechnen, so dass es gar nicht erst dazu kommen muss: Wird jemand in seiner Würde verletzt oder seiner persönlichen Souveränität? Nimmt jemand Schaden? Geschieht etwas ohne eindeutige Zustimmung? Führt etwas in Unfreiheit, Lüge oder Angst?

Das Böse erkennt man oft recht schnell, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht. Und dann gilt es zu reagieren zum Wohl der Betroffenen – möglichst schon, bevor etwas passiert. 

Viele Früchte aber erkennt man erst nach langer Zeit. Und auch die beste Frucht ist ungenießbar, solange sie noch grün ist. Die Unsicherheit gilt es auszuhalten.

Dass Gott uns das zumutet, zeigt sich daran, wie entspannt er mit individuellen Abweichungen vom Bewährten umgeht. Jesus verurteilte niemanden mit schrägem Lebenslauf oder ungewohntem Liebesleben. Und forderte uns auf, das ebenso wenig zu machen. 

Ausdrücklich gibt Jesus im Gleichnis den Rat: Reißt nicht das Unkraut heraus, denn ihr könntet auch eine gute Frucht erwischen, die sich darunter versteckt. Das ist Jesu Vorstellung vom Reich Gottes: Warten, beobachten, nicht vorschnell urteilen, die Früchte prüfen, wenn sie reif sind, nur eingreifen, wenn jemand lieblos behandelt wird.

Dass dagegen die Gewissheit über Richtig und Falsch zu einer besseren Welt führen würde, das war die große Verführung der Schlange im Paradies. In Wirklichkeit sät das aber nur Zwietracht, Missgunst, Scham, Hass und Tod.


Wenn sich also jemand anders verhält, als wir es tun würden, dann ist die Frage irrelevant, ob Gott das erlaubt. Weil Gott nichts erlaubt oder verbietet, sondern weil er prüft, was es am Ende bewirkt. Mit der Liebe im Blick lassen sich alle Fragen, ob etwas am Ende gute oder schlechte Früchte trägt, nur noch im Einzelfall und damit nur mit den Betroffenen selbst beurteilen: Zwei Liebende ohne Trauschein. Oder mit dem gleichen Geschlecht. Oder ohne eindeutige Zuordnung desselben. Menschen ohne Beziehung zueinander. Oder mit Beziehungen. Oder mit sich selbst, inspiriert von Bildern der Lust oder von der eigenen unendlichen Fantasie.

Die Fragen bleiben immer dieselben: Nach dem Respekt voreinander, der Freiheit aller direkt und indirekt Beteiligten, der Ehrlichkeit zueinander, der Barmherzigkeit gegenüber uns allen und uns selbst.

Dann darf der Trauschein fehlen, aber nicht der Respekt vor den Grenzen des Gegenübers. Dann ist das Geschlecht egal, nicht aber die Verantwortung für das Wohl der anderen. Dann erfreuen wir uns am Anblick von Menschen, die uns gerne und freiwillig inspirieren. Dann können wir Körperlichkeit frei von Tabus genießen, weil das einzige Tabu ist, etwas zu tun, was nicht frohen Herzens oder voller Neugier miteinander vereinbart war und bei dem alle sich wohl und sicher fühlen.

Sexualität ist dann frei von Druck, Scham und schlechtem Gewissen. Verlangen führt nicht zur Glaubenskrise. Lust können wir entspannt zulassen, sie einander mit Leidenschaft schenken und sie zusammen in vollen Zügen genießen.

Und endlich ist dafür gesorgt, dass wir durch Sexualität wirklich keinen Schaden nehmen – weder durch destruktives Verhalten noch dadurch, dass wir einander Schuld und Scham einreden oder uns verbieten zu sein, wie Gott uns geschaffen hat.


Damit lassen sich freilich schwerer Bücher verkaufen. Weil es nicht pauschalisiert, sondern differenziert. Weil es die Menschen in die eigene Verantwortung entlässt.

Und weil man damit nicht die Angst bedient, Sex würde Menschen wie magisch für ihr Leben aneinander schweißen. Es lässt sich auch kein Facebook-Mob entfesseln, der über Menschen herfällt, die anders sind als es die eigene Gotteserkenntnis als richtig ansieht. Und das ist gut so.

Eins stimmt übrigens bei der Argumentation der eingangs erwähnten Menschen: Das Hormon Oxytocin wird tatsächlich beim Genießen zärtlicher Berührungen und beim Sex von glücklichen Menschen ausgeschüttet. Es ist aber kein Bindungshormon, das Menschen aneinander bindet. Es ist ein Öffnungshormon. Es öffnet uns für Nähe, es schafft eine Atmosphäre des Vertrauens und der Geborgenheit, es baut unsere Schutzpanzer ab und sorgt sprichwörtlich dafür, dass die Chemie zwischen uns stimmt. Und dafür, dass Verbindung möglich wird.

Oxytocin wird übrigens auch beim gemeinsamen Singen ausgeschüttet. Schon immer haben Menschen zusammen musiziert – und das Hormon hat dabei unbewusst genau diesen Effekt gehabt: Die Gruppe wächst zusammen, sie vertraut einander, die Chemie stimmt, viele Individuen werden zu einer Stimme.

Oxytocin ist nichts Gefährliches – im Gegenteil: Er ist die Voraussetzung dafür, dass wir nicht alle vereinsamen. Es bindet uns nicht, es öffnet uns. Sonst wäre Chorarbeit ganz schön riskant.


Was heißt das jetzt konkret? Der Versuch, diese Haltung in ein Manifest zu gießen kann nur kläglich sein, ist doch nichts starr und alles in Bewegung. Und neue Regeln helfen uns nicht weiter. Trotzdem ist es manchmal ganz gut, Dinge auf den Punkt zu bringen. Hier also der Versuch von 12 Thesen für eine gesunde christlich geprägte Sexualität:

  1. Genießt Sexualität!
    Sie ist Teil der wunderbaren Schöpfung Gottes. Sie ist nicht nur lebenserhaltende Notwendigkeit, sondern auch noch wunderschön, prickelnd, schillernd, kraftvoll, leidenschaftlich, beglückend und allgegenwärtig. Das mag Hinweis genug sein auf die Lebenslust und Phantasie des Schöpfers, der sie nicht für ein verschämtes Dasein im dunklen Schlafzimmer geschaffen hat.

  2. Habt vor ihr Respekt!
    Sexualität ist aber auch die ganz andere: sie ist wild, ungestüm, atemberaubend, unberechenbar, geheimnisvoll, lockt uns an Abgründe. Und stößt uns hinab. Verunsichert, verstört, ist schmerzhaft, kann Beziehungen brechen. Und Menschen. Und doch hat sie der Schöpfer in unsere Hände gegeben. Ganz so, als ob er genau wusste, was er tat. Ganz so, als ob er uns zutraut, eigenverantwortlicher damit umzugehen.

  3. Alles ist erlaubt, außer festzulegen, was erlaubt ist.
    Im Schöpfungsepos sagt Gott zum Menschen: Von allen verlockenden Bäumen des Gartens darfst du essen! Leben heißt: neugierig sein, Unerhörtes wagen, in Bewegung bleiben, uns an den Horizont locken lassen – und ihn überschreiten. Die Gefahr dagegen lauert in der Mitte: Im Baum der Gewissheit des Guten und des Bösen, in der zweifelsfreien Festlegung, was richtig sei und was falsch. Mitten durch das Zentrum des Lebens schlängelt sich die stete Versuchung, das Leben zu verbieten. Ihr nachzugeben bringt Scham, Streit, Feindschaft, Ausgrenzung und schließlich den Tod. (Genesis 2+3)

  4. Frage nach den Früchten.
    Doch wie dann erkennen, was Glück bringt und was Schmerz, was guttut und was nicht, was lebendig macht und was zerstört? In einer Welt, in der wir alle unterschiedlich geschaffen sind? Und in der Glück und Schmerz oft so nah beieinander liegen? Jesus fordert uns auf: Beurteilt nicht den Baum, beurteilt die Früchte! Fragt nicht: Ist etwas richtig oder falsch? sondern fragt: Sind die Auswirkungen gut oder schlecht? Das hängt von vielen Faktoren ab: von mir selbst, den beteiligten Personen, der Situation, dem Kontext. Und zwingt uns, zu differenzieren, statt zu pauschalisieren. Wenn wir so fragen, wird es uns leichter fallen, das Böse als das Böse zu erkennen, aber auch das Gute leichter als das Gute. (1. Kor. 10,23, Mt. 12,33)

  5. Gib den Früchten Zeit zum Reifen.
    Die Güte von Früchten lässt sich nicht immer sofort erkennen. Wir können zwar fragen: Wird jemand in seiner Würde verletzt oder in seiner persönlichen Souveränität? Geschieht etwas ohne Zustimmung von Beteiligten? Nimmt jemand Schaden? Führt etwas in Unfreiheit, Lüge oder Angst? Das sind klare Anzeigen von Fäule. Lass die Finger davon! Mach deinen Mund auf! Aber auch die beste Frucht ist ungenießbar, solange sie grün ist. Wenn es nicht faul ist, warte ab! Halte Ausschau nach der Liebe und ihren Kindern: Respekt, Freiheit, Wahrheit, Barmherzigkeit. Wir werden überrascht sein, an welchen unerwarteten Orten sie sich zeigen. (1. Kor. 13)

  6. Im Zweifel: Lass es wachsen.
    Jeder Mensch ist anders. Etwas, was dir nicht bekommt, mag für andere gesund sein. Und nur weil dir selbst eine Frucht nicht schmeckt, muss sie nicht faul sein. Von außen lässt sich sowieso schwer ein Urteil fällen. Oder wie die Indianer sagen: Verurteile niemanden, bevor du nicht einen Mond lang in ihren Mokassins gelaufen bist. Erhebe dein Wort, wenn jemand zu Schaden kommt, aber widersteh dem Impuls zu zerstören, was du nicht verstehst. Jesus empfahl ausdrücklich, das Unkraut wachsen zu lassen, um die gute Frucht nicht mit ihm auszureißen. So geht entspannt. (Mt. 13,30)

  7. Freiheit ist auch die Freiheit zum Nein.
    Paulus betont die Freiheit, das eigene Maß festzulegen und Möglichkeiten nicht zu nutzen. Niemand hat sich über diejenigen zu erheben, die ihre Freiheit wahrnehmen. Aber genauso hat sich niemand über diejenigen zu erheben, die drauf verzichten. Egal aus welchen Gründen. Egal ob generell oder in einer konkreten Situation. Mit wem sich jemand in welchem Maße Nähe, Intimität und Sexualität aussetzt ist eines jeden Menschen souveräne Wahl. Und vergessen wir nicht: Konsens braucht mehr als kein „nein“. Konsens braucht ein „ja“. (Römer 14)

  8. Sexualität braucht Liebe.
    Alles ist nichts ohne die Liebe, schreibt Paulus, und meint damit nicht die romantische Liebe zweier Verliebter. Sondern gerade die ganz unromantische, bewusste, selbstlose, manchmal anstrengende Nächstenliebe zu den Menschen, mit denen wir interagieren. Jesus fordert uns zu dieser Liebe auf und stellt sie in das Zentrum christlichen Handelns. Wer seine*n Nächste*n liebt ist nicht auf den eigenen Vorteil bedacht, spielt sich nicht auf, handelt nicht unangemessen, ist traurig über Unrecht und freut sich an der Wahrheit, will Balance, Respekt und Augenhöhe („…wie dich selbst“) und bemüht sich aktiv um das Wohlergehen des Gegenübers. Gesunde Sexualität lebt aus dieser Liebe und kann nicht ohne sie. Sie muss Maxime jeglichen Handelns sein – gerade solch intimem wie der Sexualität. (1. Kor. 13, Mt. 22,39)

  9. Liebe braucht Wahrheit.
    Die Lüge ist der Feind der Liebe. Sie gebiert stets die Angst davor, aufzufliegen. Und es ist schwer, Menschen in die Augen zu sehen, die man anlügt. Lüge zerstört Liebe. Lüge zerstört Beziehungen. Manchmal akzeptieren Menschen unsere Freiheit nicht – dann kann es nötig sein, Wahrheit zu verbergen, um Liebe zu bewahren. Doch niemals sollte Lüge zwischen Liebenden stehen. Und spätestens Gott gegenüber können wir uns nicht verstecken. Nicht umsonst stellt Jesus dieses Gebot allen voran: „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, mit all deinem Sein und mit all deiner Kraft.“ Tue also nichts, mit dem du nicht guten Gewissens dem liebenden Gott in die Augen sehen könntest. (Eph. 4, Eph. 5,9, Rom. 12,9)

  10. Wahrheit braucht Vertrauen.
    Nichts ist so anfällig für Missverständnisse wie das Reden über so persönliche Dinge wie Sexualität. Gerade darum ist klare Kommunikation nötig. Dafür braucht es einen Raum des Vertrauens. Vertrauen schafft ihr durch die Sicherheit, weich zu fallen: Schaut euch in die Augen und versprecht euch, einander immer die Wahrheit sagen zu dürfen und einander nicht dafür zu bestrafen, dass ihr es tut. Der reine Tisch gehört zum festen Inventar jeder guten Beziehung. Immer gilt: Fragt nach, fragt nochmal nach, lauft einen Mond in den Mokassins eures Gegenübers und urteilt erst dann. Wenn ihr euch mal dazu überwunden habt, der Wahrheit Raum zu geben, werdet ihr merken: Die Wahrheit fühlt sich besser an als die Angst vor der Wahrheit. (Joh. 8,32)

  11. F*ck responsibly.
    Sex ist nichts für Kinder. Aber sie waren schon immer dessen unausweichliche Folge. Bis neulich, seit effektive Verhütungsmethoden die Sexualität revolutionierten. Seit rund 80 Jahren wird erstmals Sexualität nicht mehr bestimmt von der Sorge vor ungewollter Schwangerschaft oder übertragenen Krankheiten. Aber die neue Freiheit bringt neue Verantwortung: Sicherer Sex benötigt Sicherheit im Umgang damit. Das heißt: Offenes Gespräch, sowohl zwischen Liebenden als auch in Gesellschaft, Familie und – ja, auch – Gemeinde. Eine „Sex am besten vermeiden“-Atmosphäre führt zwangsläufig zu Unsicherheit und mangelnder Information. Ein positiver, bejahender Umgang mit Sexualität hingegen ermöglicht ein ungezwungenes Gespräch, mehr Wissen und mehr Sicherheit – und letztlich mehr wahrgenommene Verantwortung.

  12. Zuletzt: Seid barmherzig.
    Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, betont der Johannesbrief. Wir alle sind fehlbare Menschen. Wir sind abhängig von Gnade und Vergebung. Nicht nur von Gott, auch voneinander. Wenn etwas schiefgelaufen ist, wenn ihr zu weit gegangen seid, wenn ihr wisst: Das war nicht richtig, dann gebt der Lüge keinen Raum! Denn sie zerstört Beziehungen. Sagt einander die Wahrheit. Und erinnert euch an euer Versprechen, einander nicht für einen reinen Tisch zu bestrafen. Am Ende können auf dem größten Mist die schönsten Blumen wachsen. (1. Joh 1)

Mein Traum ist, dass wir durch eine solche Ethik zu einem entspannten und positiven Verhältnis zu Sexualität kommen. Denn Sexualität ist schön und einer der tiefsten, wunderbarsten, lebendigsten, aber auch verletzlichsten Teile unseres Seins. 

Sexualität beeinflusst unsere innerste Identität und verbindet uns miteinander auf innigste und zugleich schönste Art und Weise. Sexualität ist einer der Motoren unseres Zusammenlebens. Zugleich sind unsere Selbstzweifel und negativen Selbstbotschaften tief damit verknüpft. Wir definieren uns zu einem großen Teil über unsere Sexualität, darüber, ob andere uns so akzeptieren, wie wir sind, und ob wir für andere attraktiv sind.

Mein Traum ist, dass wir in großer Freiheit und gegenseitiger Achtsamkeit die gute, große und unergründliche Gabe genießen, die uns Gott mit der Sexualität anvertraut hat. Nur dies scheint mir im Sinne eines Schöpfers zu sein, in dessen Schöpfung er solch unermessliche Vielfalt und Phantasie legte, dass die erste Anweisung an seine Geschöpfe war: Lasst euch verlocken, genießt und verurteilt einander nicht. Und dessen Sohn dann sekundierte: Wer liebt erfüllt alle Gesetze.

Deshalb: Lasst uns lieben und genießen. Und die Liebe genießen. Ganz entspannt.

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Kommentare

62 Kommentare auf "Sex: Christen, entspannt euch!"

  1. Thomas Jakob says:

    Gefällt mir gut! Die 12 Thesen kann ich unterschreiben. Die sexualfeindlichen Aspekte, die es im Christentum gibt, haben in der Praxis in den Kirchengemeinden, in denen ich bisher war, für mich keine Rolle gespielt. Vor 1970 war das aber bestimmt auch dort noch anders.

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  2. Sec says:

    Sehr lesens- und nachdenkenswert – danke!

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  3. yvonneortmann says:

    Das Beste, was ich zu dem Thema seit Langem gelesen habe – danke! Ich empfehle das Buch „LiebesLust“ von Veronika Schmidt – meiner Kenntnis nach das wirklich einzige absolut unverklemmte und undogmatische Buch von einer tollen christlichen Sexualtherapeutin.

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  4. Tabea K. says:

    Hast Du in letzter Zeit eigentlich nur noch Sex im Kopf?

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  5. Hermann Menger says:

    Was ist denn das für eine Ethik?
    „Zeit also für eine Ethik der individuellen Wirkung, die Menschen nicht an ihrem Verhalten misst, sondern an den Folgen ihres Verhaltens. Eine Ethik, die nicht die Tat beurteilt, sondern deren Konsequenz – oder auch erwartbare Konsequenz. Und die erst daraus Rückschlüsse für die Beurteilung der Tat selbst zieht.“
    Ist dann alles in Ordnung, wenn es keine negativen Folgen hat? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein?

    Antworten
  6. Mathias says:

    @Herr Menger: ihre Beispiele hinken. Lügen, Stehlen, Betrug schädigen das Opfer und haben eine Konsequenz.
    Ausserdem sind das zwei Ebenen:
    Bei der hier vorgebrachten Ethik geht es aber vor allem erst mal um das sexuelle Wohl miteinander und den privaten Bereich.
    Wenn es für beide Seiten klar ist, kann es auch keine negativen Konsequenzen geben.
    Desweitern die juristische:
    Nicht umsonst gibt es für Stehlen und Betrug einen Strafkatalog für Sex ausserhalb der Ehe aber nicht.. (auch die Bibel regelt das nicht)
    Deswegen finde ich die Punkte oben sehr gut und einen wichtigen Diskussionsbeitrag hin zu einer gesunden Sexualethik!

    Antworten
    • Christina says:

      @ Mathias: Da irren sie gewaltig. Ein Beispiel: Ich habe verschlafen, lüge aber meinen Arbeitgeber an und sage, die Bahn ist nicht gefahren. Inwiefern schädige ich meinen Arbeitgeber mit dieser Lüge mehr, als wenn ich die Wahrheit gesagt hätte? Die verpaßte Arbeitszeit ist der Schaden (mal abgesehen davon, dass ich die wahrscheinlich sowieso nacharbeiten muss). Der Schaden ist immer gleich – sei es mit der Lüge oder mit der Wahrheit. Ich lüge doch nur aus dem einzigen Grund, weil es mir vielleicht peinlich ist und ich selbst als Unschuldslamm dastehen möchte (ich gebe also vor, nicht ich, sondern etwas anderes ist Schuld an meinem Zuspätkommen). Vor allen Dingen, wenn es schon öfter vorgekommen ist. Also ist es jetzt in ihren Augen moralisch in Ordnung einen falschen Grund für das Zuspätkommen anzugeben, obwohl ich meinen Arbeitgeber nicht mehr damit schädige als wie mit der Wahrheit? Ist das ihre anzustrebende Ethik? Lügen was das Zeug hält, wenn ich dadurch positiver dastehe?

      Wer im Kleinen lügt, lügt wahrscheinlich auch im Großen. Die Hemmschwelle wird geringer. Und die Gewohnheit nimmt zu. 😉

      Bei der hier vorgebrachten Ethik geht es aber vor allem erst mal um das sexuelle Wohl miteinander und den privaten Bereich.
      Wenn es für beide Seiten klar ist, kann es auch keine negativen Konsequenzen geben.

      Klar kann es das – negative Konsequenzen geben. Ungewollte Schwangerschaften (es gibt kein 100% sicheres Verhütungsmittel – außer man tut es nicht 😉 ) Uneheliche Kinder leiden manchmal sehr, dass sie ohne Vater aufwachsen müssen. Oder noch schlimmer abgetrieben werden.

      Nicht umsonst gibt es für Stehlen und Betrug einen Strafkatalog für Sex ausserhalb der Ehe aber nicht..

      Nicht ganz richtig. Auch für Sex gibt es einen Strafkatalog: Sex mit Kindern, Vergewaltigung innerhalb und außerhalb der Ehe.

      Bis 1969 war übrigens auch Ehebruch in Deutschland stafbar. 😉

      (auch die Bibel regelt das nicht)

      Sicher? Vielleicht haben Sie sie ja noch nicht so oft gelesen. 😉

      Antworten
      • Rolf Krüger says:

        Hast du keine Beziehung zu deinem Chef? Wenn du sie anlügst belastet das doch eure Beziehung. Lüge ist immer eine Hypothek. Und spätestens, wenn die Lüge auffliegt wird es schlimm. Das nennst du keine negativen Konsequenzen?

        Antworten
        • Christina says:

          Nenne mir mal einen, der dadurch sein Gewissen belastet? Solcherart Lügen gehören doch heute schon zum guten Ton. Und werden gar nicht mehr als etwas Negatives empfunden. Bagatelle sozusagen. Gewissen abgestumpft. Beziehungsbelastung? – Fehlanzeige!

          Antworten
          • Rolf Krüger says:

            Hä? Klingt frustriert. Hast du da schlechte Erfahrungen gemacht?
            Also ich kann nicht in die Köpfe der anderen Menschen hineinschauen, aber bei mir belastet so etwas das Gewissen. Wie ist es mit dir?

            Antworten
            • Christina says:

              Klingt nicht frustriert, sondern realistisch. Ich merke das am Reden und am Verhalten der anderen Menschen, auch wenn ich nicht in ihre Köpfe schauen kann. Schön, wenn es in diesem Punkt nicht auf dich zutrifft. Dann bist du eine der ganz seltenen Ausnahmen. 😉

              Antworten
              • Rolf Krüger says:

                Ich denke nicht, dass das realistisch ist. Dein Menschenbild scheint mir da eher fatalistisch zu sein.

                Ich fände es schlimm, meinen Mitmenschen so wenig Vertrauen entgegen bringen zu können.

                Antworten
                • Christina says:

                  Ich weiß nicht, was du mit fatalistisch meinst? Kenne das Wort nicht.

                  Ansonsten scheinst du ein schlechter Menschenkenner zu sein. Aber das wundert mich nicht.

                  Antworten
                  • Rolf Krüger says:

                    Ich denke, mit Beleidigungen kommen wir hier nicht weiter.

                    Antworten
                    • Christina says:

                      Ist keine Beleidigung, nur eine Feststellung. Kennst du den Unterschied?

                      Ich kann z. B. schlecht singen. Wenn du mir das sagen würdest, ist das keine Beleidigung, sondern nur eine Feststellung. 😉

      • hofmeisterhartwig says:

        Natürlich gibt es 100% Verhütungsmittel. Ich habe sogar eines das 1000% wirkt! Wirkt auch bei Frauen!
        Bitte sich einfach informieren.

        Antworten
        • Christina says:

          Warum nennen sie dieses Verhütungsmittel hier dann nicht beim Namen, wenn es das wirklich gibt, was ich ehrlich gesagt nicht glaube?

          Antworten
          • hofmeisterhartwig says:

            Genau das wollte ich hören, dass sie es nicht glauben. Sie glauben aber, dass Gott einzig und allein bestimmt wie alles zu laufen ist. Wo doch Jesus mit keinem einzigen selbstverfassten schriftlichen Wort festgehalten hat, wie alles zu geschehen hat. Weil er wusste welche Engstirnigkeit entstehen wird durch das schriftliche Wort. Hier mehr auszuführen ist sinnlos, da die meisten es sowieso nicht kapieren werden.
            Sieht man vor allem auch an der Kritik die hier gemacht wurde an diesem Artikel. Da viele einfach nicht verstehen können was alles durch die Liebe möglich wäre und Rolf für mich so wunderbar beschrieben hat.

            Antworten
            • Christina says:

              @ Hofmeisterhartwig:

              Fakt ist, Sie erwähnen Verhütungsmittel, können sie aber nicht benennen.

              Sie schreiben, ich würde glauben, dass Gott einzig und allein bestimmt wie alles zu laufen hat. Und damit haben Sie vollkommen Recht. Denn genau das glaube ich bzw. davon bin ich überzeugt !!!

              Sie jedoch leiden anscheinend unter Größenwahn, wenn Sie glauben, dass Sie es wären, der hier bestimmen könnte, was richtig und falsch ist.

              Mehr zu Ihren Kommentaren auszuführen, halte ich zur Zeit ebenfalls für sinnlos.

              Antworten
              • hofmeisterhartwig says:

                Mit welcher Aussage habe ich behauptet was richtig oder falsch ist. Das würde mich sehr stark interessieren.

                Antworten
                • Christina says:

                  @ Hofmeisterhartwig:
                  Na gut, dann helfe ich Ihnen mal auf die Sprünge. Sie haben an mich geschrieben: „Sie glauben aber, dass Gott einzig und allein bestimmt wie alles zu laufen ist.“

                  Daraus entnehme ich, dass es Ihrer Meinung nach nicht Gott einzig und allein bestimmt? Wer dann? SIe? Rolf Krüger? Ich? Also allgemein Menschen? Oder wer käme sonst noch in Frage?

                  Antworten
                  • hofmeisterhartwig says:

                    Ach so, du meinst mit dieser Feststellung oder auch Frage von mir, leitest du das ab.
                    Ich kann dir nur sagen, von mir aus gesehen, bestimmt absolut NIEMAND wie etwas zu laufen hat.
                    Oder bist du felsenfest davon überzeugt, dass Gott jemals zulassen würde wie es auf unserer Erde zugeht. Also für mich steckt da sehr viel freier Wille dahinter. Wenn es anders wäre, hätte Jesus anders gesprochen und uns anderes hinterlassen. Wikipedia wäre ein kleines Werk dagegen. Du könntest darin jede Frage und Antwort finden und Rolf bräuchte sich nicht die Finger wund schreiben für eine kleine Gemeinde. Worüber ich aber sehr dankbar bin.
                    Also wo ist da Größenwahn?

                    Antworten
                    • Christina says:

                      „Oder bist du felsenfest davon überzeugt, dass Gott jemals zulassen würde wie es auf unserer Erde zugeht. “

                      Selbst wenn freier Wille dahinter stecken würde, Sie sehen ja, dass er es zuläßt. 😉

                      Aber bleiben wir mal beim Thema: Es geht bei unserer Meinungsverschiedenheit ja nicht ums „Weltgeschehen“, sondern darum, wer letztendlich Ethik und Moral festlegt? Wir Menschen oder Gott? Darum ging’s!

                      Ich sage GOTT – Sie sagen NIEMAND.

                    • hofmeisterhartwig says:

                      Auf deinen Kommentar kann man nicht mehr antworten, deshalb hier die Antwort.
                      Ja genau so ist es, wie dein letzter Satz lautet.
                      Ich werde niemals behaupten, was ich sage ist zu glauben und jeder darf glauben für sich wie er will auch wenn ich es anzweifle. Aber nicht weil ich ihn bekehren möchte sondern nur weil ich anderen Argumente liefern möchte für ihre Gedanken.
                      Ich sehe es ja selber für mich, wie wichtig es ist, wenn andere gewaltige Argumente haben. Genau so wie es für mich Rolf hervorragend macht.
                      Mein Glaube hat durch Rolf eine starke Bestätigung erfahren.
                      Zum Abschluss, ich möchte absolut keinen bekehren, aber ich laufe manchmal heiß, wenn Fundamentalisten mit hanebüchenen Argumenten kommen.

                    • Christina says:

                      „Ja genau so ist es, wie dein letzter Satz lautet.“

                      Denken Sie bitte doch mal tiefer drüber nach, was Sie eigentlich damit aussagen.
                      Wenn nämlich Ihrer Ansicht nach NIEMAND festlegen kann oder darf, was nun Moral oder Ethik ist, dann kann jeder tun und lassen, was er möchte. Auch Hitler hätte dann demzufolge nichts Schlimmes getan. Genauso wie Ghandi oder Mutter Theresa. Jedem Tierchen sein Pläsierchen, sozusagen.

                      Ich glaube ja nicht, dass Sie das wirklich glauben, was Sie da schreiben, wenn’s drauf ankäme. 😉

                    • Rolf Krüger says:

                      Also, ich möchte nicht dahingehend verstanden wissen, dass niemand festlegen könnte, ob eine Handlung am Ende gut tut oder schadet. Ich sage nur, dass man das kaum pauschal festlegen kann. Aber mit dem Schlüssel „Liebe“ kann man das meiste schon auch von außen ganz gut beurteilen, denke ich.

                      Wie ich auch schrieb: „Der ethische Bewertungsmaßstab für menschliches Verhalten kann allein sein, ob etwas die Liebe und ihre Kinder mehrt: Den Respekt. Die Freiheit. Die Wahrheit. Die Barmherzigkeit.“

                    • hofmeisterhartwig says:

                      @Christina
                      „Wenn nämlich Ihrer Ansicht nach NIEMAND festlegen kann oder darf, was nun Moral oder Ethik ist, dann kann jeder tun und lassen, was er möchte.“
                      Mir geht es doch nicht um Ethik und Moral! Das ist doch sonnenklar das es diese geben muss. Es geht doch vielmehr darum ob sie festgeschrieben und in Stein gemeiselt sind. Um nicht mehr! Und es wird auch nie sein, dass Ethik und Moral um 180 Grad gedreht werden. Es wird immer wieder sein, dass sich neue Erkenntnisse und Bewusstsein ergeben.

                    • Christina says:

                      @ Hofmeisterhartwig:
                      „Und es wird auch nie sein, dass Ethik und Moral um 180 Grad gedreht werden. Es wird immer wieder sein, dass sich neue Erkenntnisse und Bewusstsein ergeben.“

                      Ja, und Hitler hatte die neue Erkenntnis und das Bewußtsein, dass die Juden eine minderwertige Rasse sind. Warum also sollte gerade Ihre Erkenntnis (oder die von andern Menschen damals) mehr wert sein als die von Adolf Hitler? Sie sind ein Mensch, er war ein Mensch.

                      „Um Rolf zu verstehen muss man auch selbstständiges Denken gelernt haben, sonst wird man nicht weit kommen.“

                      Also, dann denken Sie mal selbständig nach, denn viel davon habe ich hier bisher nicht gesehen. Nur Widersprüche, in die sie sich verhakt haben, die gab’s genug. 😉

                      Viel Erfolg dabei!

                    • Rolf Krüger says:

                      Und du würdest Adolf Hitler bescheinigen, dass er in Liebe gehandelt hat, dass seine Taten zu Respekt und Freiheit geführt haben? Oder wie?

                  • Christina says:

                    @ Rolf:

                    „Aber mit dem Schlüssel „Liebe“ kann man das meiste schon auch von außen ganz gut beurteilen, denke ich.

                    Wie ich auch schrieb: „Der ethische Bewertungsmaßstab für menschliches Verhalten kann allein sein, ob etwas die Liebe und ihre Kinder mehrt: Den Respekt. Die Freiheit. Die Wahrheit. Die Barmherzigkeit.“

                    Unter „Liebe“ versteht aber nun mal jeder was anderes. Du verstehst darunter – um es jetzt mal auf dein Thema Sex zu beschränken – dass jeder mit jedem Sex haben kann ohne Trauschein, solange Beide sich so schrecklich lieb haben und das auch Beide wollen.

                    Andere verstehen darunter, dass man voll und ganz zum Partner „Ja“ sagt, indem man mit ihm eine verbindliche Ehe eingeht ( durch die u. a. auch ein rechtlicher Schutzrahmen gesetzt ist, für den Partner und die Kinder, das nur mal so nebenbei).

                    Wenn man also verbindlich sein will, warum dann nicht heiraten? Alles spricht dafür – sogar Steuervergünstigungen. Also warum nicht? Weil man sich nicht wirklich sicher ist, aber trotzdem Sex haben möchte? Auch mit dem Risiko, dass dadurch durchaus Kinder entstehen können? Weil man sich noch ein Hintertürchen offenlassen will? Hat das dann was mit wirklicher Liebe zu tun? Ich denke mal nicht. Wohl eher mit Gefühlsrausch und Egoismus.

                    Antworten
                    • Rolf Krüger says:

                      Christina, ich rede von Liebe, nicht von Schmetterlingen im Bauch. Liebe ist nicht in erster Linie ein Gefühl, sondern eine Entscheidung, das Gegenüber gut zu behandeln, zu respektieren, Freiheit zu lassen, barmherzig zu sein, etc. 1. Korinther 13 fasst das ja sehr gut zusammen. Jesus war ja auch nicht verliebt in seine Jünger, trotzdem hat er sie geliebt.

                      Hast du den Text echt so falsch verstanden? Ich verstehe unter Liebe natürlich nicht, dass jeder mit jedem ohne Trauschein Sex haben kann. Sondern dass man sich mit Respekt, Aufrichtigkeit, Langmut und so weiter begegnet. Und das natürlich auch, während man mit oder ohne Trauschein mit wem auch immer Sex hat. Weißt du jetzt, was ich meine?

                    • Christina says:

                      @ Rolf: Du schreibst:

                      1. „Ich verstehe unter Liebe natürlich nicht, dass jeder mit jedem ohne Trauschein Sex haben kann.“

                      2. „Sondern dass man sich mit Respekt, Aufrichtigkeit, Langmut und so weiter begegnet. Und das natürlich auch, während man mit oder ohne Trauschein mit wem auch immer Sex hat. Weißt du jetzt, was ich meine?“

                      Satz 2 widerspricht aber deinem 1. Satz davor. Dann kann also doch jeder mit jedem ohne Trauschein Sex haben, er muss nur ein paar deiner aufgezählten Kriterien erfüllen, dann ist es für dich okay.

                      Wieviele haben das schon genauso praktiziert und wieviel Leid und Kummer ist daraus schon entstanden?

                      Verstehst du, dass Sex ohne Trauschein letztendlich unverbindlich ist?

                    • Rolf Krüger says:

                      @Christina: Satz1 widerspricht Satz 2 nicht. Du scheinst nur immer noch die Ebenen zu vermischen. Liebe ist, wie man miteinander umgeht. Die Bibel nennt das Agape. Verliebt sein ist romantische Liebe, die Bibel nennt das Eros. Agave ist völlig unabhängig von Eros. Eros ohne Agape geht nicht.

                      Dass das in deinem Kopf ein Gegensatz ist, das kann ich nachvollziehen nach dem, welche Position du in der Sache hast (oder welch eich aus deinen Beiträgen herauslese).

                      „Dann kann also doch jeder mit jedem ohne Trauschein Sex haben, er muss nur ein paar deiner aufgezählten Kriterien erfüllen, dann ist es für dich okay.“

                      Du hast das völlig richtig erfasst. Zumindest, wenn du „mit ein paar der aufgezählten Kriterien erfüllen“ meinst, dass man den Geist dieser Regeln versteht und beherzigt. Überrascht dich das? Wie kann man denn aus dem Text etwas anderes herauslesen? 🤷🏻‍♂️😀

                      „Wieviele haben das schon genauso praktiziert und wieviel Leid und Kummer ist daraus schon entstanden?“

                      Leid und Kummer entstehen aus ganz anderen Faktoren: Schlechte Kommunikation, Unehrlichkeit, mangelndes Vertrauen, zum Beispiel. Und das ist völlig unabhängig davon, ob man einen Trauschein besitzt oder nicht.

                      „Verstehst du, dass Sex ohne Trauschein letztendlich unverbindlich ist?“

                      Sex ist nie verbindlich. Beziehung kann verbindlich sein. Das meinst du wahrscheinlich. Und da kommt es halt drauf an, was die Beteiligten miteinander vereinbaren. Dieser Vereinbarung gegenüber erwarte ich eine hohe Verbindlichkeit.

                    • Christina says:

                      @ Rolf:
                      Den Unterschied zwischen Eros und Agape brauchst du mir nicht zu erklären. Den kenne ich besser als du anscheinend, was mich etwas verwundert. Es stimmt nämlich nicht, was du schreibst, dass Eros ohne Agape nicht geht. Eros ist die Form starken Begehrens und Verlangens, Agape dagegen die von Gott inspirierte uneigennützige Liebe. Infolgedessen funktioniert Eros ohne Agape natürlich ausgezeichnet. Man kann begehren und dabei total eigennützig sein. Die Bordelle dieser Welt bestätigen das tagtäglich. Also ist es Quatsch, was du schreibst, dass Eros ohne Agape nicht geht. Natürlich geht es.

                      Und wenn es dir bei Beziehungen wirklich nur so um die Agape gehen würde, da würde ich dir gar nicht widersprechen. Natürlich können Unverheiratete Agape miteinander üben. Wer hat was dagegen? Also ich nicht! Das wäre sogar so von Gott gewollt. Das wäre sogar wünschenswert zwischen allen menschlichen Beziehungen, nicht nur denen von Verliebten. Nur leider ist es meist selten, weil das so in der gefallenen menschlichen Natur liegt, dass Menschen in all ihren zwischenmenschlichen Beziehungen meist nicht so uneigennützig lieben.

                      Außerdem glaube ich, nicht ich, sondern du versuchst hier zwei Ebenen zu vermischen. Denn es geht doch hier in diesen Diskussionen um Sex zwischen Unverheirateten und nicht um Agape zwischen Unverheirateten.

                      Und natürlich widerspricht dein Satz 1 deinem Satz 2. In Satz 1 schließt du aus, dass jeder mit jedem ohne Trauschein Sex haben kann („Ich verstehe unter Liebe natürlich nicht, dass jeder mit jedem ohne Trauschein Sex haben kann“.) In Satz 2 relativierst du das, indem du schreibst, dass das bei Beachtung bestimmter Kriterien doch möglich ist („Sondern dass man sich mit Respekt, Aufrichtigkeit, Langmut und so weiter begegnet. Und das natürlich auch, während man mit oder ohne Trauschein mit wem auch immer Sex hat.“ ).: Du bestätigst das ja sogar in deinem letzten Kommentar jetzt selbst, indem du schreibst: „Du (damit meinst du mich) hast das völlig richtig erfasst.“

                    • Rolf Krüger says:

                      „Eros ohne Agape geht nicht.“ meinte ich im Sinne von „geht gar nicht“ alias „ist nicht gesund“. Sorry, das habe ich unklar ausgedrückt.

                      Zu allem anderen: ich gebe auf – ich schaffe es nicht, dir das zu erklären. Vielleicht als letzter Hinweis: Fast immer, wenn ich im Artikel von Liebe rede, rede ich von Agape.

                    • Christina says:

                      Aber na ja, es ist eigentlich völlig sinnlos auf diesem Blog darüber zu diskutieren. Es ist so, wie ich schon an anderer Stelle schrieb. Wenn es einen Gott gibt, dann bestimmt einzig und allein ER und nur ER, was Ethik und Moral ist, kein Mensch, weder du noch ich. Und es spielt auch absolut keine Rolle, ob das, was bei Gott Moral ist und was er in seinem Wort offenbart hat, den sündigen Menschen nun passt oder nicht. Die Menschen können soviel dagegen schreiben und rebellieren wie sie wollen, letztendlich ist es zu ihrem eigenen Schaden. Es bleibt doch so wie es ist und wie es Gott bestimmt hat.

                    • Rolf Krüger says:

                      „Es bleibt doch so wie es ist und wie es Gott bestimmt hat.“
                      …was nur dir offenbart ist. Klar. 🙄

                    • hofmeisterhartwig says:

                      Wo hat Gott etwas geschrieben, was er bestimmt hat über Ethik und Moral. Echt unterschrieben von Gott mit Brief und Siegel.
                      Um Rolf zu verstehen muss man auch selbstständiges Denken gelernt haben, sonst wird man nicht weit kommen.

                  • hofmeisterhartwig says:

                    Also deine Vergleiche und Wendungen sind hervorragend, daher erspare ich mir hier weitere Kommentare.
                    Ein Brett vor dem Kopf bleibt in 99% der Fälle ein Brett vor dem Kopf.

                    Antworten
    • Christina says:

      Im Übrigen, wenn es einen Gott gibt, dann bestimmt einzig und allein ER und nur ER, was Ethik und Moral ist, weder ein Rolf Krüger noch ein Mathias noch eine Christina. 😉 Und es spielt keine Rolle, ob das, was bei Gott Moral ist und was er in seinem Wort offenbart hat, den sündigen Menschen nun passt oder nicht. 😉 Sie können soviel dagegen rebellieren wie sie wollen, es bleibt doch so wie es ist und wie es Gott bestimmt hat.

      Antworten
      • hofmeisterhartwig says:

        Wo hat sich Gott geoffenbart? Hat er es dir persönlich gesagt.
        Du meinst die Worte in der Bibel wurden den Schreibern diktiert, während was Rolf geschrieben hat kann nicht von Gott gewollt sein. Sehr interessant! Gott offenbart sich ca. 1000 Jahre lang und dann schweigt er bis zum Seinnimmerleinstag!
        Ja das stellen sich so mache Ewig Gestrigen vor. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

        Antworten
      • Harry says:

        „wenn es einen Gott gibt, dann bestimmt einzig und allein ER und nur ER, was Ethik und Moral ist“

        Und? Was hat Gott DIR dazu gesagt?

        Antworten
  7. Mathias says:

    Das mit den Konsequenzen haben sie noch nicht so ganz verstanden? Da zählen die von ihnen natürlich dazu. Wo hab ich bitteschön gesagt, dass Lügen ganz toll ist? GLEICHBERECHTIGUNG. Darum geht es. Nicht Machtmissbrauch.Hier geht es aber darum, nicht im Vorfeld ein Riesen Fass aufzumachen, sondern das Geschenk Gottes zu geniessen. Ups, jetzt hab ich Gott doch eingespannt. Vielleicht gibt er oder sie auch die Verantwortung diese Dinge gleichberechtigt und zwischenmenschlich zu regeln. Es gibt schließlich größere Probleme in der Welt, als der Blick ins Schlafzimmer..
    Das können wir dem Gott schon zutrauen, ohne ihn kleiner oder größer zu machen.

    Antworten
    • Rolf Krüger says:

      an wen richtet sich deine Frage, Mathias?

      Antworten
      • Mathiias says:

        Eigentlich an Christina. Aber ich merke schon, dass wir da nicht auf einen grünen Zeeig kommen. Wenn direkt Sex mit Kindern, Schwangerschaft in Kontext mit freier Liebe gebracht werden. Ist für mich ein Strohmannargument, was niemand erwähnt ausser der Autorin. Und die Bibel stellt dieses Verhalten negativ dar. Hat für mich aber nix mit deinem Artikel zu tun..

        Antworten
  8. Jojo-20 says:

    Sehr interessanter Artikel. Lässt viel Raum zum diskutieren. Entspricht unserem Zeitgeist. Und genau hier stellt sich mir aber die Frage, müssen wir den mit diesem Zeitgeist mitgehen und alles gutheissen, was keine negativen Folgen hat? Auf der einen Seite verstehe ich, was sie meinen. Das gestezliche Schwarz-Weiss Denken finde ich auch nicht gut. Andererseits… Hat Gott uns nicht genau deshalb den Heiligen Geist gegeben? Damit wir Recht von Unrecht unterscheiden können? Also doch Falsch und Richtig trennen können? Geben uns klare Werte nicht auch Sicherheit bei denen man weiss, dass darf ich und das nicht? Ist dann richtig und falsch immer einengend? Im Umgang mit der Sexualität finde ich unbedingt, dass wir Christen weniger verklemmt sein sollten (das Buch von Veronika Schmidt ist wirklich super empfehlenswert:-)), doch hilft es uns nicht auch da, einen gewissen Rahmen zu haben und zu wissen, wie weit Sexualität gesund ist und uns gut tut? Beginnen wir nicht langsam zu egoistisch zu werden auch im Christentum (hauptsache es stimmt für mich und ich habe ein gutes Gefühl dabei).

    Antworten
  9. Jojo-20 says:

    Dies setzt aber voraus, dass man ein gewisses Mass an Moralentwicklung haben muss und dies ist nicht bei allen Menschen gleich hoch. Aus diesem Grund haben wir ja auch Gesetze, Regeln, Werte und Normen in unserer Gesellschaft da gesund oder krank, gut oder falsch nicht für alle Menschen gleich sind. Z.B. finde ich es selbstverständlich dass ich den Hundekot von meinem Hund zusammen nehme, weil ich sonst Jemandem schaden könnte (dies ist ja ihre Theorie), ich mache dies, weil ich so erzogen wurde und weil ich Niemandem schaden möchte. Trotzdem gibt es ganz viele Menschen, die das nicht machen, weil sie ein anderes Verständnis von Moral haben. Genau wegen diesen Menschen gibt es dann Hundeverbotstafeln. So ist es doch auch im Glauben, die Bibeln gibt uns Gebote, Richtlinien, Werte, Haltungen vor, da nicht jeder Mensch gleich ist. Aber Gott ist derselbe und ich glaube, er weiss manchmal besser als ich, was mir schadet oder nicht, was gut oder schlecht ist.

    Antworten
  10. hofmeisterhartwig says:

    Also das ist das Beste was ich bis jetzt gelesen habe! Rolf war überaus ausführlich. Ist seine Art, damit kann man leben.
    Ich bin dankbar, dass ich ihn finden durfte.
    Für mich eine gewaltige Bereicherung!
    Er ist mit den Gedanken so tief gegangen, mir fehlen dazu die Worte um etwas zu ergänzen, denn zum kritisieren gibt es überhaupt nichts, außer vielleicht, dass er seine Gedanken nur mit Bezug auf die Bibel untermauerte und keine Menschen heranzog die in ihrem Leben hervorragendes leisteten. z.B. Franz von Assisi und viele andere.

    Antworten
  11. hofmeisterhartwig says:

    Ich habe jetzt alle Kommentare gelesen. Es würde zu lange brauchen, auf alles einzugehen. Ich denke auch, es würden endlose Diskussionen geführt werden, die absolut nichrs bringen.
    Ich erkenne nur eines, dass viele diesen Artikel mit all seinen Fassetten nicht verstanden haben. Denn was sie kritisieren, geht jedes mal am gesagten vom Artikel vorbei. Wie oft wurde gesagt, dass alles von der Liebe ausgeht und ohne Liebe alles nicht hinzubekommem ist.
    Für mich eindeutig zu erkennen, dass die Menschen mit dem Wort Liebe nicht viel anfangen können.
    Wer es nicht schafft die Liebe zu verinnerlichen, scheitert im Leben mehr oder weniger. Verbitterung ist die Folge.
    Die Menschen verstehen nur Besitz, Gesetz, Gehorsamkeit und kein selbständiges Denken. Alles muss vorgegeben sein um sich dort festhalten zu können.

    Antworten
    • Harry says:

      Alles und besonders deine Worte zur Liebe möchte ich bestätigen. Die Definition von Liebe, christlicher Nächstenliebe und ganz besonders von den wunderbaren und unendlich vielfältigen heilsamen Folgen praktischer irdischer Liebe wird selten umfassend beschrieben. Jesus hat das Liebesgebot als Quintessenz der Liebe zusammengefasst. Es wird überwiegend übersehen, daß die gesamte Bibel allein mehr als 500 mal von der grundsätzlichen als auch von der konkret jüdisch/christlichen zu praktizierenden und umzusetzenden Liebe berichtet. Dogmen, christliche Bekenntnisse, christliche Erklärungen, selbst das christliche Glaubensbekenntnis widmen diesem Thema keinen einzigen Buchstaben. Ich habe dazu auch viele Gemeindeordnungen durchforstet. Ergebnis: Absolut Null. Insofern ist der Artikel wohlduftender Balsam.

      Antworten
  12. Harry says:

    Beim Lesen dieses unglaublich und ganz und gar liebevollen, berührenden, ermutigenden Artikels hatte ich gerade einen langanhaltenden, entzückenden, lieblichen, erlösenden, entrückenden geistigen Orgasmus.

    Antworten
  13. K. Sauer says:

    .. mir fallen dazu die Publikationen von Victoria Rationi (Religionspsychologin – zuletzt: „Das Religionsparadox“) ein, aber auch das Ebook von Mario Brocallo zum Thema Misogynie … Guter Artikel!

    Konrad

    Antworten
  14. May says:

    Tausend Dank für diesen befreienden Artikel! Der Mensch sieht, was vor Augen ist (Trauschein, Ring), Gott aber sieht das Herz an. Nur, weil man einen Trauschein hat, entsteht daraus noch lange keine (sexuelle) Beziehung, so wie Gott sie sich vorgestellt hat. Auch in „korrekten“ christlichen Ehen passieren Dinge, die überhaupt nicht Jesusmäßig sind. Von daher finde ich es absolut richtig, von dem einfachen Gesetz-Erfüllen wegzukommen und den Maßstab der Liebe anzulegen. (Das ist übrigens keine Idee von Rolf Krüger, sondern eine von Jesus: „Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest./Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst. So erfüllst du das ganze Gesetz.“) So eine Herangehensweise ist natürlich viel schwieriger, als einfach einem Richtig und Falsch zu folgen, es erfordert nämlich ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und Selbstreflexion. Aber wenn man sich solche Fragen stellt wie: „Möchte ich selbst, dass jemand Sex nur aus Spaß mit mir hat? Oder möchte ich, dass jemand, mit dem ich Sex habe, auch treu bei mir bleibt? Würde ich es gut finden, mit einem alleinerziehenden Elternteil großzuwerden?…“ entwickelt man möglicherweise sogar einen verantwortungsvolleren Umgang mit Sex, der besser zu dem passt, was Gott sich vorgestellt hat, als wenn man sich einfach sagt „Sex vor der Ehe ist verboten- Gott wird es schon wissen, ich muss das einfach nur befolgen, ohne nachzudenken.“ Mit so einer Haltung kommt man auch auf die Ideen, ein Kind am Sabbat im Brunnen ertrinken zu lassen, weil es Arbeit wäre, das Kind herauszuziehen- und Arbeit ist ja am Sabbat verboten. Zurecht hat Jesus diese Haltung mehrfach kritisiert. Und sogar unsere weltlichen Anwälte und Richter prüfen in jedem Einzelfall, ob ein Gesetz dort Anwendung findet oder nicht. Gott ist unser guter Vater (und Mutter), nicht unser Gesetzgeber. Und ich als Mutter möchte, dass meine Töchter eigenverantwortlich handeln, dass sie in der Lage sind, ihre Entscheidungen auf guten Gründen aufzubauen und nicht einfach etwas tun, weil ich das so gesagt habe. Vielleicht machen sie dabei einmal einen Fehler- na und? Kriegen wir schon wieder hin.

    Antworten

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