Karfreitag: Warum hing der Sohn Gottes am Kreuz?

Schwarzer Freitag. Der Sohn Gottes ist gestorben – qualvoll. Alle halten den Tod Jesu am Kreuz für eine Niederlage – selbst Jesu engste Freude. Sie sind verzweifelt und glauben, alles wäre nun zu Ende. All die Träume. All die Hoffnungen. Genagelt ans römische Kreuz. Warum nur? Warum nur?

Auch wenn zwei Tage später Ostern folgte und die Auferstehung alles veränderte, knabberten die ersten Jünger dennoch weiter an diesem „Warum?“, genauso wie unzählige Menschen nach ihnen. Denn die Antwort auf die Frage ist zentral – auch für mich. Ich will nicht glauben, dass Jesu Kreuzestod nur ein dummer Zufall, ein Unfall der Weltgeschichte war. Ich will nicht glauben, dass wir Christen ihn erst nachträglich mit Bedeutung aufluden. Immerhin sind Kreuz und Auferstehung der Mittelpunkt unseres Glaubens.

Im neuen Testament jedenfalls gibt es viele unterschiedliche Deutungen für den Tod Jesu: Als Lösegeld, als (letztgültiges) Sühneopfer, als Solidarisierung mit den leidenden Menschen, als Neuschöpfung. Bis heute gab es immer wieder Versuche, dieses unerhörte Geschehen zu deuten. Einer davon stammt von Anselm von Canterbury. Er deutete das Kreuzesgeschehen als göttliches Strafgericht: Jesus ist für uns gestorben, um für unsere Schuld zu bezahlen, denn die Heiligkeit Gottes verlangt, dass Schuld bezahlt werden muss. Weil Gott uns aber liebt, nimmt er die Strafe an unserer Statt in Form von Jesus auf sich, um dieser Notwendigkeit genüge zu tun und uns gleichzeitig davor zu retten. Seine Deutung nennt sich Satisfaktionslehre und wurde von Anselm erstmals in dieser Konsequenz Anfang des zweiten Jahrtausends nach Christus schriftlich formuliert. Inzwischen hat sie sich weit verbreitet.

Auch ich bin mit ihr groß geworden. Aber ihre Logik will sich mir nicht mehr so recht erschließen – zu viele Stolpersteine gibt es dabei und zu wenig überzeugen mich die vermeintlichen biblischen Belege. Aber sie ist halt einfach und griffig und nicht zuletzt deshalb hat sich diese Deutung in Teilen der Christenheit – oft als für wahre Christen einzig gültige – durchgesetzt. Außerdem hält sie phänomenal die Truppen beisammen, wenn man wie in den letzten 60 Jahren die Wirkung der Sündenvergebung stark mit der Notwendigkeit einer persönlichen, einmaligen Lebensübergabe verknüpft – und damit einen Drinnen-Draußen-Dualismus erschafft. Aber das zu analysieren ist ein anderes Kapitel.

Intuitiv ist dieses Modell heute jedenfalls nicht mehr zu erfassen – zu sehr unterscheidet sich unsere Kultur von der um die erste Jahrtausendwende und zu sehr hat sich unser Rechtbegriff gewandelt. Gerade junge, von unserer postmodernen Kultur geprägten Menschen, suchen in den letzten Jahren nach neuen, überzeugenderen Deutungen als die Satisfaktionslehre (deren Namen sie meist noch nie gehört haben).

In diesen Tagen rund um den Karfreitag machen sich naturgemäß wieder verstärkt Prediger und Blogger Gedanken über dieses Thema (HossaTalk hat sogar extra einen spannenden Gast eingeflogen). Und so dachte ich, ich steuere mal meine derzeitige Deutung des Kreuzestodes zur Diskussion bei. Sie hilft mir, begeisterter Christ zu sein und Christsein ganz konkret zu leben (soweit ich das in meiner Begrenztheit vermag, umzusetzen).

Sie ist eigentlich ganz einfach:

Liebe Gott und…

Als Jesus einmal gefragt wurde, was das wichtigste Gebot wäre, antwortete er mit gleich zweien (Matth. 22,37-40):

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.

Dies sei das höchste und größte Gebot. Das andere aber sei dem gleich:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

In diesen beiden Geboten, so Jesus, ist alles zusammengefasst, was wir über Gott und darüber, wie wir uns verhalten sollen, wissen müssen.

Und Jesus tat genau das – Jesus lebte diese Liebe zu seinen Mitmenschen Tag für Tag. Immer wieder überwand er gesellschaftliche und religiöse Grenzen und behandelte Menschen respektvoll und freundlich, die von den anderen gemieden und verurteilt wurden. Alles andere als selbstverständlich für einen damaligen religiösen Lehrer.

Radikal lieben – Freunde und Feinde

Doch Jesus beließ es dabei nicht. Für Jesus ging Nächstenliebe noch viel weiter: „Ihr habt gelernt, ihr sollt den Nächsten lieben und euren Feind hassen“, sagte Jesus seinen Zuhörern und fuhr dann fort:

Nein, tut das nicht, sondern liebt auch eure Feinde! Tut denen Gutes, die euch hassen. Redet Gutes über die, die euch verfluchen. Bittet Gott für die, die euch verfolgen.

Wenn euch jemand zu etwas nötigt, macht das Doppelte für ihn. Und wenn jemand euer Hemd fordert, dann schenkt ihm den Mantel gleich dazu.  Behandelt so diejenigen, die euch meiden, verachten, verleumden oder bekämpfen. Bringt euren Widersachern Respekt und Freundlichkeit entgegen. Tragt ihnen ihre Taten nicht nach – sondern tut im Gegenteil ihnen etwas Gutes – unverdient!

Diese Liebe meinen Gegnern gegenüber (oder denen gegenüber, vor denen ich Angst habe) hat natürlich nichts Romantisches. Sie ist eine Entscheidung – aufgrund einer Haltung, die versucht, den Anderen in seinem Kern wertzuschätzen, obwohl ich gerade nicht viel Wertzuschätzendes an ihm finde. Die versucht, ihn trotz der Bedrohlichkeit als Gegenüber anzunehmen und das Gute in ihm zu sehen. Die dem Verhassten, wenn er am Boden liegt, die Hand reicht und ihm aufhilft, um ihm (wieder oder erstmals) auf Augenhöhe zu begegnen. Sie ist auf eine radikale Art bedingungslos, denn sie erwartet keine Gegenleistung. Sie wartet noch nicht einmal auf Zustimmung. Sie liebt einfach. Der andere kann meine Haltung zu ihm zurückweisen oder ausnutzen, aber er kann sie nicht verhindern.

Gewaltlos konsequent

Zumindest in der Theorie. Wir alle sind Menschen mit unseren Emotionen und unserer Geschichte. Und es gibt Situationen, in oder nach denen es kaum menschenmöglich ist, eine solche Haltung unseren Peinigern gegenüber einzunehmen. Jesus wusste das und stellt doch solche Forderungen auf. Warum? Weil er offensichtlich überzeugt davon war, dass es der einzige Weg ist, miteinander in Frieden zu leben. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kann Gott anders nahe kommen“, sagte Jesus einmal. Was er damit meinte, sollten seine Nachfolger kurz darauf hautnah miterleben. Denn er sprach nicht nur von Feindesliebe. Sondern er lebte sie selbst.

Zeit seines Lebens kümmerte er sich um die unangenehmen Menschen der Gesellschaft, aß mit den Ausgestoßenen, redete mit denen, die alle mieden, sprach denen, die schuldig geworden waren, Vergebung zu – ehe sie um Vergebung baten. Er verurteilte die Ehebrecherin nicht, sondern ermutigte sie, etwas Besseres aus ihrem Leben zu machen. Er gab einem chronischen Betrüger einen Vertrauensvorschuss, der diesen so verblüffte, dass er von selbst seine Taten bereute und alles mehrfach zurückzahlte.

Jesus nahm die Menschen tief in ihrem Inneren an. Und sogar als er verhaftet, bespuckt und gefoltert wurde, als sich seine Feinde in ihrem ganzen Hass gegen ihn wandten, änderte sich sein Verhalten nicht. Er zettelte keine Revolution an. (Hätte er das als Sohn Gottes nicht gekonnt? Mindestens mit der Publicity, die er als beliebter Rabbi bei der Bevölkerung hatte?) Stattdessen hinderte er seine Freunde daran, den Soldaten weh zu tun. Er verlor kein böses Wort über seine Peiniger. Er bat sogar Gott um Vergebung für die, die ihn wie einen Schwerverbrecher grausam an ein römisches Kreuz nagelten, wo er dann qualvoll starb. Jesus lebte die Feindesliebe, die er von uns forderte, selbst zu hundert Prozent.

Das allein ist bereits eine bemerkenswerte Episode in der Weltgeschichte. Sie macht Jesus für uns alle zum Vorbild. Es hätte sicher auch zu einer erklecklichen Bewegung gereicht. Mahatma Ghandi zum Beispiel – obwohl selbst Hindu – wurde genau dadurch zu seinem gewaltlosen Widerstand inspiriert und er veränderte damit die Weltgeschichte. Für viele Christen ist genau dies das Zentrum des Glaubens: Jesus, das große Vorbild, das wir nachahmen sollten. Sehr gut! Das brauchen wir und viel zu oft vergessen wir, Jesus tatsächlich nachzufolgen. Jesus, Mutter Theresa, Ghandi, Martin Luther King und viele andere: Tolle Menschen, die viel bewegt haben. Punkt. Das ist gut, bewundernswert und für viele von uns Antrieb, sich selbstlos zu engagieren.

Aber da ist noch mehr.

Wenn Jesus handelt, handelt Gott

Denn Jesus sagte noch etwas anderes Bemerkenswertes: „Wer mich sieht, der sieht Gott“ oder zu anderer Gelegenheit: „Ich und Gott sind eins.“ Nichts Anderes will die Bezeichnung „Sohn Gottes“ sagen: Es gibt da ein Geheimnis, das Jesus größer macht als ihn selbst. Viel größer. Es führt dazu, dass alles, was von Jesus getan wird, eigentlich von Gott getan wird. Jesus handelt als Stellvertreter Gottes auf Erden. Ja, eigentlich handelt Gott selbst – das meinen wir, wenn wir an Weihnachten sagen: „Gott ist Mensch geworden“.

Nehmen wir nur mal für einen Moment an, es stimmt und Gott selbst war es, der da in der Person Jesu wirkte und handelte. Dann fügt das dieser bemerkenswerten Episode der Weltgeschichte eine weitere, gewaltige Dimension hinzu. Denn dann heißt das: Gott selbst liebt uns auch dann, wenn wir seine Feinde sind, wenn wir uns gegen ihn auflehnen und schlecht miteinander umgehen. Er bringt uns Wertschätzung entgegen, selbst wenn wir uns gegen ihn wenden, ihn hassen, ihn verfluchen, ihn ignorieren. Gott liebt nicht seine Freunde und hasst seine Feinde. Sondern er liebt seine Freunde und seine Feinde. Er bestraft Schuld nicht, sondern vergibt. Er nimmt uns an, so wie wir sind, trotz unserer Fehler. So wie es Jesus getan hat und so, wie er es von uns erwartet. Gott wirbt am Kreuz darum, dass wir einander lieben und vergeben. Und setzt das – und hierin steckt das Geheimnis des Kreuzes – dabei gleichzeitig selbst in die Tat um. Weil Gott Vergebung lebt, versöhnt er die Welt – versöhnt er uns – mit sich selber.

Das Kreuz ist die Manifestation von Gottes Liebe und Vergebung in unserer Realität. Manchmal reichen Worte und Beteuerungen einfach nicht. Manches muss tatsächlich getan werden! Genau deshalb ist Gott in Jesus am Kreuz gestorben, statt seine Feinde mit den Fingern zu zerbröseln.

Eine Tat sagt mehr als tausend Worte

Zeichenhandlungen genießen in unserer kopfdominierten westlichen Gesellschaft leider einen zweifelhaften Ruf. Sie gelten als nicht so richtig „echt“. Und doch merken wir, dass es oft nicht genügt, eine Haltung wie Respekt, ein Gefühl wie Liebe oder eine Entscheidung wie Vergebung nur mit Worten auszudrücken. Die Worte bleiben gerne graue Theorie. Echt wird es erst dann, wenn die Haltung, das Gefühl oder die Entscheidung einen Ausdruck finden: Der Kuss zweier Liebenden. Die tiefe Verbeugung vor einem König. Das tatsächliche Freilassen des Schmetterlings in der vagen Hoffnung, er komme freiwillig zurück.

Als der damalige deutsche Bundeskanzler Willy Brandt 1970 am Mahnmal für die Opfer des Warschauer Gettos vor versammelter Weltpresse unerwartet auf die Knie sank, da war das eine Symbolhandlung, eine Geste. Aber es war auch so viel mehr! Der Spiegel schrieb in der Woche darauf:

Wenn dieser […] für das Verbrechen nicht mitverantwortliche, damals nicht dabei gewesene Mann nun dennoch auf eigenes Betreiben seinen Weg durchs ehemalige Warschauer Ghetto nimmt und dort niederkniet – dann kniet er da also nicht um seinetwillen. Dann kniet er, der das nicht nötig hat, da für alle, die es nötig haben, aber nicht da knien – weil sie es nicht wagen oder nicht können oder nicht wagen können. Dann bekennt er sich zu einer Schuld, an der er selber nicht zu tragen hat, und bittet um eine Vergebung, derer er selber nicht bedarf. Dann kniet er da für Deutschland.

Das ist das Geheimnis von Stellvertretung. Der Kniefall von Warschau gilt als die Initialzündung für die Ost-West-Entspannung. Es war viel mehr als ein Zeichen. Brandt demütigte sich tatsächlich vor den Opfern des Dritten Reiches – und gleichzeitig vor dem Erzfeind Sowjetunion. In Worte hatte er das schon hundertfach gefasst. Aber nur diese Tat war stark genug, ein Erdbeben auszulösen.

Auch Gott hatte seine Liebe und Bereitschaft zur Vergebung schon hundertfach in Worte gefasst, als er „vor langer Zeit oft und auf verschiedene Weise durch die Propheten zu unseren Vorfahren sprach“. So hält es der Anfang des Hebräerbriefes fest – um dann fortzufahren: Zuletzt jedoch sprach er zu uns auf andere Weise, nämlich durch seinen Sohn. Erst dem war es möglich, uns von unserer Schuld zu befreien. Weil er – der Urheber unseres Daseins – den Schritt auch tatsächlich gegangen ist: Er verzichtete für das, was ihm angetan wurde, auf Vergeltung, auf Wiedergutmachung, auf Sühne. Seine Selbsterniedrigung wurde zum Altar, auf dem er seinen Anspruch auf Vergeltung opferte, wie es der Hebräerbrief weiter ausdrückt. Sein Selbstopfer befreit uns davon, dem ewigen Kreislauf aus Schuld und Sühne zum Opfer zu fallen.

Und so hat Gott, weil er als Schöpfer allen Seins selbst seine Feinde liebte, jeden Grund für Feindschaft zwischen ihm und uns und zwischen uns Menschen aufgehoben. Und allen Menschen, die sich trotzdem feindlich gegenüberstehen, einen Weg eröffnet, ihre Feindschaft beizulegen.

Lieben und lieben lassen

Dass die ersten Christen dafür bekannt waren, den Bedürftigen und Fremden Gutes zu tun,  jedem mit Liebe zu begegnen und ihren Feinden bedingungslos zu vergeben, ist kein glückliches Nebenprodukt des Evangeliums. Es ist dessen tiefster Kern. Es ist nicht Folge der Erlösung – es ist die Erlösung für die Welt. Christus hat das Werk begonnen und wir sind aufgerufen, es fortzuführen.

Die gute Nachricht lautet: Gott nimmt uns an und liebt uns, wie wir sind. Mit all unserem Versagen und unseren Fehlern. Punkt. Ohne Vorbedingung. Ohne Gegenleistung. Egal, wie wir darauf reagieren und uns dazu verhalten. Egal, ob wir dieses Geschenk annehmen, noch nie davon gehört haben oder es in Bausch und Bogen ablehnen – es gilt uns und ist Realität: Gott liebt uns.

Jesus nachzufolgen bedeutet, es ihm gleich zu tun:

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat!

…bringt es der Apostel Paulus auf den Punkt. Ohne Vorbedingung und egal, wie unser Gegenüber sich dazu verhält. Und wenn wir das aus eigener Kraft nicht können (was all zu oft der Fall sein wird), dann können wir das auch Gott hinwerfen und darauf vertrauen, dass er trotz unserer Unfähigkeit, den anderen anzunehmen, uns annimmt und tröstet. Und unserem Herz irgendwann Frieden schenkt.

Das freilich kollidiert mit jedem Lebensstil und jeder religiösen Vorstellung, die sich auf das Muster von Gerechtigkeit durch Gewalt und Vergeltung beruft. Denn unter Gerechtigkeit versteht Gott etwas Anderes als Ausgleich und Bezahlung: Nämlich die Auflösung von Feindschaft durch Vergebung der Schuld und die Versöhnung durch ein Zeichen des Friedens selbst gegenüber meinen ärgsten Feinden. Das ist Kniefalltheologie.

Der skandalöse Gott

Wäre auch ein Gott, sich selbst opfert, damit Recht mit Gewalt durchgesetzt werden kann, Ärgernis und Torheit in der griechisch-römischen Welt gewesen? Ich glaube kaum.

Es hätte vielleicht zur herzerwärmenden Episode im ewigen Götterwettstreit gereicht, über die man an lauen Sommerabenden im gut gefüllten Theater eine Träne verdrückt.

Der Gott allerdings, der sich selbst erniedrigt, Gewalt erträgt und gewaltlos vergibt, der ist ein Ärgernis für die griechischen Denker, der ist ein Skandal für die mächtigen Römer, der erschüttert das Selbstbild dieses stolzen, auf Blut gebauten Reiches! Dieser Gott beugt das römische Empfinden von Gerechtigkeit und bringt die Pax Romana ins Wanken, die ganz und gar auf Herrschaft durch Gewalt setzt und vermeintliches Recht mit der Androhung der Todesstrafe durchsetzt. Dieser Gott verhält sich anders. Und zwar so, wie er selbst es von uns verlangt.

Der Theologe Fernando Enns drückt es so aus:

Das Kreuz wird zum eindrücklichsten Symbol der Gewaltfreiheit, die aus der Vollmacht des lebendigen Gottes lebt. Hier wird klar, welcher Gott unser Gott ist: der selbst den Tod überwindet durch die Liebe, der auf Gewalt gerade verzichtet aus Liebe zu seinen Menschen, um ihnen zu zeigen: so bin ich Euer Gott und so sollt ihr mein Volk sein. Meine Liebe ist stärker als alle Mächte und Gewalten. Diese Vollmacht gebe ich Euch, damit Ihr Böses nicht mit Bösem vergeltet, sondern mit Gutem überwinden könnt. Das ist mein Evangelium für Euch.

Daraus entsteht Leben. Jesu Jünger behaupten, ihn in den Wochen nach seiner Beerdigung immer wieder lebendig gesehen zu haben. Er redete, wanderte und aß mit ihnen. Das waren mehr als Visionen. Sie behaupten sogar, sein schwer bewachtes Grab am dritten Tag nach der Kreuzigung leer vorgefunden zu haben. Diese Hoffnung auf eine Existenz über den Tod hinaus verleiht der Feindesliebe eine unendliche Tiefe.

Gott nimmt dich an

Der Kern des Evangeliums ist also im Grunde ganz simpel: Gott nimmt dich an. So wie du bist. Vollständig und bedingungslos. Mit allen Fehlern und aller Schuld. Er beugt sich zu dir herab, indem er auf deine Schuld nicht mit der erwarteten Strafe antwortet, sondern dir vergibt und auf Vergeltung deiner Schuld verzichtet. Jesus hat das am Kreuz Realität werden lassen.

Und diese Liebe verändert dich, so dass du nach und nach fähig bist, Jesus nachzufolgen, indem du den Anderen annimmst, so wie er ist. Mit allen Fehlern und aller Schuld. Und nicht mit Gewalt auf seine Schuld antwortest, sondern ihm Gutes tust. Und ihn selbstlos liebst Und seine Schuld vergibst, so wie dir vergeben wurde. Eine Spirale des Friedens.

Das ist die gute Nachricht, die mich begeistert und motiviert, Christ zu sein. Das ist die Nachricht, die die ersten Christen so begeisterte und in Bewegung setzte, die sie befähigte, eindrucksvoll gewaltlos gegen die römische Dekadenz aufzustehen und die sie nicht davor zurückzuschrecken lies, im Kolosseum für ihren Glauben zu sterben. Genau wie ihr Herr und Meister. Genau, wie ihr Gott. Die Opferbereitschaft der ersten Christen hat letztendlich die Feindschaft des römischen Weltreichs gebrochen.

Genau so kann das Evangelium der Gnade und des Friedens auch heute die bösen Mächte und Gewalten brechen. Ganz konkret – im Kleinen und im Großen. Wenn wir es glauben. Und leben. Und davon erzählen.

Sollten das deine Freunde auch lesen? Teile es!

Kommentare

Comments are closed.

Hinterlasse eine Antwort auf den Artikel

Die Datenschutzerklärung findest du hier.
a