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Franziskus: Die Gewalt und die Glaubwürdigkeit

Was für eine Hoffnung war dieser Papst doch: wäscht Häftlingen und Prostituierten die Füße, lehnt den Prunk der Papstwohnung ab und wohnt bei den Bediensteten, rüttelt an der Selbstherrlichkeit der Kirche. Für viele schien er die goldene Zukunft der katholischen Kirche. Und nun das: Durch die Medien geistert die Meldung, der Papst findet das Schlagen von Kindern gut.

Natürlich gehen in der medialen Schnellschuss-Hysterie unserer Zeit die Details gerne verloren. In Wirklichkeit hat der Papst das so nie gesagt und auch nicht gemeint. Aber was er zum Ausdruck brachte, wiegt trotzdem schwer: Er hob es als positiv hervor, wenn ein Vater beim Schlagen seiner Kindern „deren Würde bewahre“, indem er sie nicht ins Gesicht schlägt. Im Wortlaut sagte er bei der gestrigen Generalaudienz gemäß KNA:

Ein guter Vater versteht zu warten und zu vergeben, und das aus ganzem Herzen. Gewiss, er kann auch entschlossen zurechtweisen: Er ist kein schwacher Vater, kein nachgiebiger, sentimentaler. Der Vater, der zurechtweisen kann, ohne zu demütigen, ist der gleiche, der zu schützen weiß, ohne sich zu schonen. Einmal hörte ich in einem Treffen von Eheleuten einen Vater sagen: „Manchmal muss ich die Kinder ein bisschen schlagen – aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen.“ Wie schön: Er hat einen Sinn für Würde. Er muss bestrafen, er macht’s auf rechte Weise, und dann geht es normal weiter.

Damit aber — und das ist das Problem — billigt er ausdrücklich die bewusste, körperliche Züchtigung von Kindern. Und tut so, als es so etwas wie ein würdevolles Verprügeln gäbe. Eigentlich dürfte das nicht überraschen: Züchtigung in der Erziehung ist nach wie vor offizielle katholische Linie. Und in vielen Ländern Europas und der Welt ist das weder verboten noch verpönt. In vielen US-Bundestaaten dürfen sogar noch Lehrkräfte ihre Schüler körperlich maßregeln. Aus dem Mund eines Papstes aber ist diese Aussage sehr fragwürdig.

Doch damit nicht genug: Es ist nicht das erste Mal, dass der so revolutionär kuschelig geglaubte Papst durch die Billigung von Gewalt verschreckt. Im Nachgang der islamistischen Anschläge auf die Zeitschrift Charlie Hebdo in Paris schwadronierte er vor erstaunten Journalisten im Flugzeug über den Faustschlag, den auch er jemandem verpassen würde, der seine Mutter beleidigt. Er wollte damit verständlich machen – warum sich Muslime durch die Karikaturen provoziert fühlten, auch wenn man natürlich im Namen der Religion nicht töten dürfe. Faustschlag ja, aber töten nein. Kinder schlagen ja, aber nicht ins Gesicht. Zu viel Gewalt ist böse, aber ein bisschen ist sie schon ok?

Im Zentrum unseres Glaubens steht ein Gott, der nicht auf Gewalt setzt, sondern der vergibt und damit die Spirale der Gewalt durchbricht.

Ein seltsamer Standpunkt. Gerade für einen Menschen im Papstamt, das wie kein anderer für das Erbe des gewaltlosen Jesus von Nazareth stehen sollte, der Schläge, Peitschenhiebe und die Kreuzigung erduldete und damit ein eindrückliches Zeichen setzte. Petrus — immerhin nach katholischer Auffassung der erste aller Päpste — wurde von Jesus für seine Gewalttätigkeit gemaßregelt, als er der Überlieferung gemäß bei der Festnahme Jesu einem Soldaten das Ohr abschlug – und Jesus es diesem wieder „anheilte“. Im Zentrum unseres Glaubens steht ein Gott, der nicht auf Gewalt setzt, sondern der vergibt und damit die Spirale der Gewalt durchbricht.

Ein paar Tage zuvor noch hat Franziskus in seiner Weihnachtsansprache die Gewalt in der Welt verurteilt. Er kritisierte den IS, rief die Konfliktparteien in der Ukraine auf, die Spannungen zu überwinden und sich zu versöhnen. Und er beklagte die Gewalt gegen Kinder, die besonders unter den Konflikten und Krisen litten. „Zu viele von ihnen sind Opfer von Gewalt geworden“, so Franziskus.

Doch wie glaubwürdig ist das, wenn der selbe Papst ausdrücklich bereit ist (und damit vor der Presse prahlt), jemanden wegen einer Beleidigung mit der Faust niederzustrecken? Oder der es billigt, wenn Konflikte in der Familie mit Schlägen gegen die ausgetragen werden, die sich nicht wehren können? Beginnt nicht jeder große Krieg damit, dass Menschen nicht willens sind oder es nie gelernt haben, ihre Meinungsverschiedenheit auf friedlichem Weg zu lösen? Und beginnt dieses Lernen nicht genau an dem Tag, an dem wir das Licht der Welt erblicken? Meine Kinder merken sehr genau, wenn ich Wasser predige und selbst Wein trinke. Und sie imitieren mich nach Kräften — im Guten wie im Schlechten.

Von Jesus ist eine einzige Tätlichkeit überliefert – er warf Tische von Händlern um, die mit dem Glauben Profit machten. Er hatte scharfe Worte für die Zocker parat. Aber von Gewalt gegen sie ist nichts berichtet. Und können wir uns auch vorstellen, wie Jesus einem Menschen die Faust ins Gesicht schlägt, weil der seine Mutter beleidigt? Und gleich danach sagt: „Wenn euch jemand auf die rechte Wange schlägt, haltet ihm auch die linke hin“? Oder dass Jesus es billigt, dass Kinder von ihren Vätern geschlagen werden? Und dieselben Kinder im nächsten Moment als Vorbild für uns bezeichnet? Das Leben Jesu war von Gewaltlosigkeit geprägt. Er hat Konflikte gelöst, Menschen vergeben, ungewöhnliche Wege gefunden, um Frieden zu schaffen. Selbst angesichts von Gewalt und Tod gegen ihn selbst wehrte er sich nicht. Mahadma Ghandi wurde von ihm zu einem gewaltlosen Widerstand inspiriert, der ganz Indien veränderte. Jesajas Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, stumm bleibt und sich nicht wehrt, wird im Allgemeinen auf Jesus gedeutet. Als Mensch demonstrierte er Gewaltlosigkeit und als Gottes Sohn machte er klar, dass der Schöpfer des Universums auf unsere Schlechtigkeit nicht mit Gewalt antwortet – sondern mit dem Angebot der Vergebung. Dem einzigen Weg, der zum Frieden führt.

Dafür sollte ein Papst stehen — egal ob man seine Mutter beleidigt oder ein Kind unartig ist. Besonders ein Papst wie Franziskus, dem so viele Herzen zufliegen und der für so viele Menschen ein Vorbild ist. Für eine Entschuldigung und Klarstellung ist es nicht zu spät. Eigentlich ist es unerhört, dass ein Papst sich entschuldigt – Franziskus aber traue ich es zu. Es würde passen zu dem heißblütigen, lebensnahen und eigentlich so unkomplizierten Argentinier, der mit so viel Leidenschaft, Mut und Offenheit Mensch und Papst ist.

Auch ein Papst ist nur ein Mensch, der Vergebung benötigt. Das könnte das große Erbe sein, dass er der Nachwelt einst hinterlassen wird.

Wir sollten deshalb — bei allem Ernst der im Raum stehenden Äußerungen — nicht der Versuchung verfallen, Franziskus jetzt zu verurteilen und schon mal im Kopf auszumustern. Auch ein Papst ist nur ein Mensch, der Vergebung benötigt. Das hat er gesagt und das könnte auch das große Erbe sein, dass er der Nachwelt einst hinterlassen wird. Aber er muss die Größe haben, das nicht nur den Journalisten in ihre Mikros zu diktieren, sondern es selbst so zu leben. An vielen Stellen tut er es. Und das ist gut so. Wer sich schon insgeheim freut, dass selbst ein so beliebter Papst stolpert und fällt — und mit ihm wieder ein Stück christliche Glaubwürdigkeit —, der wird vielleicht enttäuscht werden. Beziehungsweise überrascht. Hoffentlich.

P.S.: Welche Wirkung so ein Satz aus dem Mund eines Papstes auslösen kann, zeigen die vielen kreativen, aber schmerzlich treffenden Reaktionen auf Twitter der ersten Stunden nach dem Bekanntwerden der Nachricht:

https://twitter.com/Suomieven/status/563653211643719681

 

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Kommentare

13 Kommentare auf "Franziskus: Die Gewalt und die Glaubwürdigkeit"

  1. Johannes says:

    Au weia! Rolf, heute bekommst du bvon mir den Selbstherrlichkeitspokal der Woche! Warum nur haust du immer so drauf?? Das ist auch ganz schön gewaltig, nur keine physische Gewalt.

    Wenn du darauf hoffst, dass der Papst sich entschuldigt, warum haust du dann wenige Stunden nach dieser Äußerung solch einen belehrenden Artikel heraus?

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    • Rolf Krüger says:

      Hm… ein Problem totschweigen ist selten eine Lösung. Vor allem nicht, wenn der oberste Repräsentant der Christenheit Dinge sagt, die nicht so richtig zum christlichen Glauben passen wollen. Das ist nun mal Thema in allen Medien bis hin zur Tagesschau und relevant für viele, viele Menschen. Guck dir nur die Tweets an. Wenn die Leute wegen einem Bischof aus Limburg austreten, der Wasser predigt und Wein trinkt, dann erst Recht wegen einem Papst, der so etwas tut. Ich finde es wichtig, dass Christen da Stellung beziehen: Gewalt nein, aber dem Papst – und dem Glauben – eine Chance geben.

      Ich finde es übrigens einen schwierigen Reflex, Kritik sofort als selbstherrlich und belehrend zu verurteilen. Personen des öffentlichen Lebens müssen auch damit rechnen, kritisiert zu werden. Es ist sogar die Pflicht von Bürgern und Medien, sie zu kritisieren. Darf jemand nicht andere kritisieren, solange er selbst fehlerhaft ist? Dann gäbe es keine Presse und keinen demokratischen Diskurs.

      Und – darin sind wir uns ja sicher einig – es ist unsere Pflicht, dagegen aufzustehen, wenn jemand Gewalt gegen Kinder als legitimes Mittel zur Erziehung lobt – noch dazu ein hoher Kirchenrepräsentant. Findest du nicht? Oder was möchtest du deinem Nachbarn erklären, wenn er dich darauf anspricht, was „ihr Christen“ da wieder für einen Blödsinn sagt und wie bigott „ihr Christen“ seid?

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  2. thomas says:

    Der Artikel mag einiges Richtige enthalten, ein paar Finger in die Wunde legen, gelegentlich aber tatsächlich ein bisschen belehrend und besserwisserisch sein. Aber was mich persönlich letztlich stört, ist so ein Bauchgefühl, das sagt, am Küchentisch lässt es sich mit einer guten Tasse Kaffee leicht über solche Themen philosophieren und das Ideal zum Maßstab des menschlichen Versagens umdeuten.

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  3. Matthäus53 says:

    Ich möchte bestimmt nicht als Verteidiger des Papstes auftreten , aber Worte eines Papstes werden immer eng ausgelegt und dann im einzelnen zerpflückt, Auf Fehler wartetet nicht nur die freie Presse sondern auch viele Kirchenkritiker. Das Züchtigen eines Kindes oder Jugendlichen in welcher Art auch immer , soll sicherlich nur eine Art der Erziehung sein. Ob ein Klaps auf den mit Windeln oder Hosen geschützten Po gleich als Schlagen zu werten ist oder eher dazu dient ein Kind zu maßregeln, zu erschrecken, daß es eine nicht gewollte Handlung unterläßt,daß kann in alle Richtungen ausgelegt und verzerrt werden ! Ein beliebter und angesehener deutscher Bundespräsident trat vor wenigen Jahren zurück , nur weil er die WAHRHEIT zum Krieg in Afghanistan gesagt hatte und weil er danach den öffentlichen DRUCK der sogenannten freien Presse und der deutschen Regierung nicht aushielt. Ich empfand es damals als eine deutsche Schwäche der politischen Regierungs – Verantwortlichen und des Präsidialamtes, daß sich keiner schützend vor den Repräsentanten unseres Staates stellte und ihn bei der Kriegs – Wahrheit zur Seite stand.

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    • Rolf Krüger says:

      Du glaubst, dein Kind durch Gewalt erschrecken zu können? Ja, das wird dir gelingen. Die Nebenwirkungen allerdings sind sehr groß und sind es nicht wert. Da braucht man auch nichts zu verzerren, um es schlimm zu finden.

      Was die Verschwörungstheorie über den BuPrä jetzt damit zu tun haben soll, weiß ich nicht.

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      • Christina says:

        Die Nebenwirkungen allerdings sind sehr groß und sind es nicht wert.

        Vielleicht doch. Mir fällt dazu eine nachdenkenswerte Geschichte ein, die ich auf einem anderen Blog in einer Kommentarspalte gelesen habe (habe sie leicht gekürzt):

        Eines Tages kamen zwei neue Familien in eine beschauliche Gemeinde. Die beiden neuen Familien, Familie Müller und Familie Gruber, setzten sich aus unbescholtenen Bürgern zusammen. Beide Familienväter gingen einer redlichen Arbeit nach und hatten keine Schulden beim Fiskus. Sowohl Familie Müller, als auch Familie Gruber besuchten jeden Sonntag die Kirche und schienen höchst GOTTesfürchtig zu sein.

        Beide Familien hatten Söhne, die gemäß ihres Alters oft nach Draußen spielen gingen und sich austobten. Da eine häufig befahrene Straße vor den Häusern beider Familien lag, kam es häufig dazu, dass die Söhne diese in kindlichem Leichtsinn überquerten.

        Sowohl Herr Müller, als auch Herr Gruber waren sich der Gefahr bewusst. Beide wandten jedoch andere Erziehungsmethoden an, um ein drohendes Unheil zu vermeiden. Während Herr Gruber seinen Sohn züchtigte, warnte Herr Müller seinen Sohn nur verbal (was bei einem 8-Jährigen selbstverständlich auf taube Ohren stößt). Die Methode von Herrn Gruber zeigte Erfolg: Sein Sohn blieb in Zukunft von der Straße fern. Doch die Erziehungsmethoden von Herrn Müller zeigten nur wenig Erfolg: Sein Sohn hielt sich nicht an die Gebote des Vaters und überquerte die Straße so oft es ihm beliebte. Und so kam es wie es kommen musste:

        Eines Tages wurde der Sohn von Herrn Müller von einem Kraftwagen erfasst und kam zu Tode. Der kleine Maxi wurde nur 8 Jahre alt. Dem Kind, welches sich seines Handelns nicht bewusst war, kann keinesfalls die Schuld daran gegeben werden. Auch den Autofahrer trifft nur eine Teilschuld, da er sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung gehalten hatte. Die Hauptschuld ist beim Vater zu finden, welcher es versäumte sein Kind richtig (d.h. mit Stock und Rute) zu erziehen.

        Welcher Vater ist also Ihrer Meinung nach schlechter? Derjenige der seinem Kind einige schmerz- und tränenreiche Stunden bescherte, um es vor größerem Unheil zu bewahren oder der, der sein Kind nur unzureichend/gar nicht erzogen hatte und ihm dadurch ein langes glückliches Leben verwehrte? Wollen Sie wirklich sagen, dass Herr Müller der bessere Vater war?

        Soweit diese Geschichte. Kann man mal drüber nachdenken.

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        • Rolf Krüger says:

          Das ist eine dermaßen widerlich konstruierte Geschichte, dass mir schlecht wird. Und man hätte sie natürlich auch genauso gut andersherum ausgehen lassen können… das ist für dich ernsthaft ein Argument? Wie erschreckend!

          Ganz besonders ekelhaft finde ich diesen Satz: „…welcher es versäumte sein Kind richtig (d.h. mit Stock und Rute) zu erziehen.“

          Ich finde das so unglaublich schlimm, dass mir dazu die Worte fehlen. Ich weiß nicht, wo du herkommst, aber in Deutschland gilt § 1631 BGB Abs. 2? „Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Ich hoffe sehr, du selbst hältst dich an die geltenden Gesetze.

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        • Harry says:

          Sind kleine und große Menschen gleich/ungleich zu behandeln?

          Wo setzt du altersmäßig der Züchtigung mit dem Stock Grenzen?

          Wie sollte man mit deinen eigenen Fehlern bezüglich Stock umgehen?

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  4. Thomas Jakob says:

    Keine gute Woche für die Kirche. Auf der katholischen Seite leistet sich der Papst in seiner Lockerheit einen ziemlichen Lapsus, auf der evangelischen Seite sorgt ein Bremer Provinzprediger mit herabsetzenden und beleidigenden Sprüchen gegen andere Religionen und Konfessionen für Aufregung und rückt plötzlich eine hässliche Subkultur innerhalb der evangelischen Kirche ins Rampenlicht. Das ist alles nicht das, wofür Christen stehen sollten.

    Antworten
    • Chrstina says:

      Manch religionskritischer Agnostiker hat mehr Durchblick, was wahrer christlicher Glaube beinhaltet und wofür Christen stehen sollten als ev. Kirchenoberste, wie peinlich:

      http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/kein_hassprediger_ein_don_quijote

      Und Olaf Latzel – dieser unverhoffte Lichtblick innerhalb der EKD – ist für manchen nun vielleicht doch eine Überlegung wert, noch nicht aus der Kirche auszutreten. Obwohl – besser wäre es noch, Herr Latzel und seine Gemeinde würden selbst austreten. Sich ein neues Gebäude suchen. Von den eingesparten Kirchensteuern den Pfarrer selbst finanzieren. 300 Gottesdienstbesucher jeden Sonntag, davon können diese ev. Protestpfarrer doch nur träumen.

      Jeder, der sich ein Urteil erlauben will, sollte sich die Predigt doch erstmal selbst anhören. Dann wird er merken, wie sinnentstellt sie von der Presse wiedergegeben wurde.

      Antworten
      • Ellafitz says:

        Gerne wiederhole ich meinen Text von heute Nachmittag der vermutlich irgendwo verschütt gegangen ist. Es ging um das Thema. Papst Franziskus, Gewalt gegen Kinder…

        Da ich den Medien nur soweit traue wie ich sie auch werfen kann, steht für mich außer Zweife, sie stürzen sich auf alles und jeden ohne Moral Anstand oder beruflichen Ethos. Die Verantwortung dafür zu übernehmen ist ihnen auch völlig fremd.
        Drum glaube ich kein Wort davon und weiss dass sie mal wieder aus dem Zusammenhang gerissen, verdreht und beifallheischend nach herzenslust umgestaltet haben.

        Ich werde mir durch diese Diskussion angeregt sicherlich diese seine Rede erstmal selbst anhören. Mir ein eigenes Urteil bilden und mich nicht in die Reihe derer stellen die da rasch mit Dreck zu werfen bereit sind.
        Dieser Franziskus ist der erste Papst der mich an einen guten Jünger Christies erinnert. Er ist genau wie wir auch nur ein Mensch, dazu ein alter. Bei all dem Drumherum geht schonmal was durch was nicht so gemeint war.
        Er ist nicht Jesus aber er versucht diese Richtung vorzuleben.
        Selbst wenn er da gefehlt hat, ich würde vermuten, dass er kein Problem damit hätte dies zu berichtigen. Stolz ist sicherlich nicht die vordringlichste seiner Wesensarten.

        Viel eher mache ich mir um sein Leben Sorge. All diese festgebackenen, mafiösen Strukturen aufzubrechen ist eine Lebensaufgabe für die er mir zu alt scheint um sie allein zu bekämpfen. Was wissen wir schon?

        Vielmehr bete ich dafür dass er in engstem Kontakt mit Gott steht um dessen Leitung und Lenkung deutlichst zu spüren bei allem was er tut. Das Gott ihm die richtigen Menschen, Gedanken und Ideen zur rechten Zeit zur Seite stellt. Ihn begleitet.

        Er ist ein Mensch wie du und ich auch wenn er äußerst gebildet und erfahren ist so darf auch er Fehler machen.
        Wer viel macht macht auch viele Fehler wer nichts tut der macht auch kaum Fehler.
        Bis ich mir seine Rede angehört habe bleibe ich in jedem Fall auf seiner Seite.

        Wer ohne Fehler ist der werfe den ersten Stein! Ich bin um vieles jünger und mache täglich genug davon.

        Antworten
  5. Angelika Wildegger says:

    Hallo Rolf,

    vorab: ich bin ganz deiner Meinung: Man kann niemanden würdevoll schlagen. Das ist Unfug.

    Nur leider vergessen wir hier bei der Bewertung der Aussagen des Papstes, dass es noch jede Menge Länder gibt, in denen das Schlagen als Erziehungsmaßnahme keineswegs verboten ist.
    Nun kommt der Papst aus Argentinien. Auch bei uns in Deutschland ist erst seit dem Jahr 2000 die körperliche Züchtigung in der Erziehung verboten.

    Ich gehe davon aus, dass dieser Papst noch so Manches von sich geben wird, was für Aufregung (sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinn) sorgen wird. Denn er scheint nicht lange zu überlegen, wenig diplomatisch zu sein und einfach zu reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Tja und was bei uns in 15 Jahren zur zumindest offiziellen Selbstverständlichkeit geworden ist (nämlich dass Schläge in der Erziehung nichts zu suchen haben, weil sie entwürdigend sind), ist in vielen Kulturen keineswegs selbstverständlich. Und auich in D ist es in der Praxis immer noch nicht selbstverständlich.

    Nun erwartet man aber von einem Papst, der für eine Kirche, die einen universalen Anspruch erhebt, dass er auch entsprechend agiert und seine eigene kulturelle Prägung nicht durchscheint.

    Zum Thema Gewaltlosigkeit Jesu:
    Kann es sein, dass du hier das Johannesevangelium vergessen hast? Bei der Vertreibung der Händler aus dem Tempel warf Jesus nicht „nur“ die Verkaufsstände um, sondern benutzte auch eine Peitsche. Gemeinhin kann man mit einer Peitsche aber keine Tische umwerfen. Man muss also davon ausgehen, dass der gewaltlose Jesus den Händlern zumindest Schläge androhte, wenn er sie nicht doch tatsächlich schlug. Hinzu kommt noch, dass leere Drohungen vom Bedrohten sehr schnell als solche erkannt werden…ergo wird man davon ausgehen müssen, dass die Händler dem gewaltlosen Jesus zumindest zutrauten, dass er sie mit der Peitsche schlagen würde, wenn sie nicht gehen würden…

    Ähem….also mit der Berufung auf Jesus ist das schon eine heikle Sache. Denn die Androhung von Schlägen in der Erziehung wäre auch nicht gerade ein Instrument, das mit den Zöglingen würdevoll umgeht….

    Liebe Grüße

    Angelika

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