Bin gerade über eine spannende Sache gestolpert: SuspendedCoffee – aufgeschobener Kaffee. Die Idee ist einfach: Ich kaufe im Café einen Kaffee und nehme noch einen dazu. Der zweite wird aber nicht sofort gemacht, sondern bleibt „aufgeschoben“ – für jemanden, der sich das nicht leisten kann. Eine kleine Geschichte erläutert das Prinzip genauer:
Ich betrat ein kleines Kaffeehaus mit einem Freund von mir und wir gaben unsere Bestellung auf. Während wir zu unserem Tisch gingen, kamen zwei weitere Personen rein.
„Fünf Kaffees bitte, zwei für uns und drei Aufgeschobene“
Sie bezahlten die Rechnung, nahmen die Zwei und gingen. Ich fragte meinen Freund:
„Was sind diese „Aufgeschobenen“ Kaffees?“
„Warte und sieh selbst!“Mehr Personen kamen ins Kaffeehaus. Zwei Mädchen bestellten jeweils einen Kaffee, bezahlten und gingen wieder. Die nächste Bestellung war für sieben Kaffees von drei Rechtsanwälten – drei für sie selbst und vier „Aufgeschobene“.
Während ich noch immer darüber rätselte, was denn diese „aufgeschobenen“ Kaffees bedeuten, genoss ich das schöne Wetter und die tolle Aussicht auf den Platz vor dem Kaffeehaus.
Plötzlich kam ein Mann in heruntergekommenen Kleidern, der aussah wie ein Bettler, ins Kaffeehaus und fragte höflich:
„Haben Sie einen aufgeschobenen Kaffee für mich?“
Man kann anderen Menschen durch eine kleine Geste und eine kleine Aufmerksamkeit oft glücklich machen. Das macht sich Suspended Coffees Deutschland zum Ziel. Diese kleine Geste/Aufmerksamkeit, kann nicht nur ein „Aufgeschobener Kaffee“ sein, wie der Name es sagt, sondern auch in verschiedene andere Richtungen gehen, beispielsweise Kleidung. Jedes Unternehmen kann sich beteiligen und helfen.
Das Ganze geht natürlich auch mit Cola, Brötchen oder Kuchen. Die „Vorteile“ für den Spender liegen auf der Hand: Er braucht sich keine Sorgen zu machen, dass bettelnde Menschen sein Geld für Alkohol ausgeben oder es in „Bettlermafia“-Kanälen versickert. Und er unterstützt gleichzeitig ein lokales Geschäft mit samt seinen Mitarbeitern (zumindest solange keine Kette mitmacht).
In die Gesellschaft integrieren
Ich finde es auch völlig ok, dass die aufgeschobenen Kaffees nicht billiger sind. Für die teilnehmenden Cafés sind diejenigen, die sich einen solchen abholen schließlich ganz normale Gäste, die einen Tisch und Zuwendung brauchen – und so sollen die sich auch fühlen. Denn es geht zu einem großen Teil darum, den Menschen zu helfen, die es sich normalerweise nicht leisten können, sich in ein Café zu setzen. Wer sich ins Café setzt, kommt aus seinem Zuhause raus und nimmt ein Stück an der Gesellschaft teil, so der Gedanke, der ursprünglich aus Italien kommt.
Die Aktion soll neben dem aufgeschobenen Kaffee auch ein Zeichen setzen, dass man niemanden aus der Gesellschaft ausgrenzt. Alle gehören dazu, es ist ein Zeichen der Menschlichkeit. Ein Zeichen der Nächstenliebe.
…heißt es auf der deutschen Homepage der Aktion.
Die Idee ist spitze und fasst gerade auch in Deutschland Fuß. Hierzulande gibt es bereits 50 Cafés, die mitmachen, unter anderem in Berlin, Hamburg, Soest, Köln und Marburg.
Infos:
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