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Coffee to go (XXXIII): Das Reich Gottes kann man nicht bauen

In frommen Kreisen benutzen wir gerne und mit Inbrunst den Begriff „Reich Gottes bauen“. Das aber ist fatal. Wir können Gottes Reich nicht bauen. Jesus benutzte für das Reich Gottes nur Metaphern aus der Landwirtschaft und aus dem Feld der Beziehungen. Gottes Reich wächst und kommt nahe. Es ist da, wo Gott regiert. Das Bild vom „Bauen“ suggeriert, wir könnten es handhaben und beeinflussen. Aber alles was wir können ist, den Boden zu bereiten und zu bearbeiten. Vor allem den Boden in unserem eigenen Herz. Das Wachsen macht Gott.

Inspiration: http://wetter-bericht.blogspot.de/2013/11/gottes-reich-ist-keine-baustelle_19.html

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Kommentare

10 Kommentare auf "Coffee to go (XXXIII): Das Reich Gottes kann man nicht bauen"

  1. FlyingSoul says:

    Hallo Rolf,

    das Bild vom Wachsen beinhaltet auch, dass wir Geduld haben dürfen. Wir müssen nicht auf Biegen und Brechen darauf abzielen, dass das Reich Gottes allüberall beginnt, wir dürfen manchmal auch einfach die Hände in den Schoß legen und abwarten. Ich empfinde das als große Gnade. Es entlastet mich. Daran erinnert insbesondere Jesu Rede davon, dass die Jünger (vermeintliches?) Unkraut stehen lassen sollten, bis die Zeit der Ernte kommt.

    Das Bild vom Wachsen beinhaltet für mich auch, dass ich mit meinen sicherlich gut gemeinten Düngemitteln sehr vorsichtig umgehen, auch überlegen sollte, ob ich womöglich etwas (auch mich selbst) überdünge, weil ich es zu gut meine.

    Und (für mich) nicht zuletzt beinhaltet das Bild vom Wachsen auch, dass der Mensch die Herankunft des Reiches Gottes nicht aufhalten kann. Es wird kommen, das ist uns ja schließlich auch zugesagt. Nichts und niemand außer Gott selbst kann das aufhalten.

    Und was ist das Reich Gottes?
    Ein Reich, in dem Gott Alpha und Omega ist, ein Reich, in dem seine Unendlichkeit und Barmherzigkeit endgültig offenbar wird. Daran glaube ich.

    Herzliche Grüße

    Angelika

    Antworten
  2. Christian says:

    „Boden bereiten und bearbeiten“ … das nennt man Ackerbau. Paulus sah sich als „Baumeister“ in Gottes Ackerwerk und Bau (1Kor. 3,9-10):

    „Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerwerk und Gottes Bau. Ich nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf baue.“

    „… erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.) (Eph. 2,20).

    Was soll an dieser biblischen Begrifflichkeit „fatal“ sein? Kein „Frommer“ wird meinen, sein Werk an Gottes Bau geschehe ohne Gott oder könnte ohne Gott gelingen.

    Antworten
    • FlyingSoul says:

      Hallo,

      fatal ist für meinen Geschmack deine Art, die Bibel zu zitieren. Wenn ich da einige Verse hinzugebe, (nicht selbst hinzufüge!), dann scheint mir der Sinn in eine doch etwas andere Richtung zu gehen.

      Bei Eph 2 lese ich:

      Eph, 2
      18 Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.
      19 Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.
      20 Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.5
      21 Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.
      22 Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

      Auffällig ist hier zum einen, dass das „Ihr“ passiv ist, genauer Zustandspassiv (Ihr seid gebaut), zum anderen, dass der ganze Bau „WÄCHST“(!!!).

      Bei Eph 2 finde ich nun keinen frommen Christen als aktiven Baumeister.

      In 1 Kor 3 heißt es:

      Was ist denn Apollos? Und was ist Paulus? Ihr seid durch sie zum Glauben gekommen. Sie sind also Diener, jeder, wie der Herr es ihm gegeben hat:
      6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen.
      7 So ist weder der etwas, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern nur Gott, der wachsen lässt.
      8 Wer pflanzt und wer begießt: Beide arbeiten am gleichen Werk, jeder aber erhält seinen besonderen Lohn, je nach der Mühe, die er aufgewendet hat.
      9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau.
      10 Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut.
      11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.

      Auch hier wird der Fokus auf das Wachsen gelegt. Doch wer lässt wachsen? Gott! Und da kann ein Apollos oder Paulus oder Christian oder Rolf oder ich pflanzen und begießen, so eifrig wir auch wollen, wenn Gott es nicht wachsen lässt, passiert gar nichts.

      Wenn du dann schreibst, dass kein „Frommer“ meinen werde, dass sein Werk ohne Gott gelingen könnte, dann mag das zwar den Worten nach stimmen, den Taten nach jedoch nmE keineswegs. Da wird durchaus gewerkelt und geschaftelhubert, als hinge das Kommen und die Vollendung des Reiches Gottes von uns und unserem Tun ab.
      Wie viele Fromme und auch „Fromme“ nehmen sich doch so wichtig, dass sie im Grunde glauben, wenn sie nicht einem jeden, der anders als sie fromm oder auch „fromm“ ist, das Handwerk legen oder ihn (noch besser) bekehren oder auch nur „bekehren“, dann würde das Reich Gottes verhindert?

      herzlich

      Angelika

      Antworten
      • Christian says:

        Das Geschachtelhuber, von dem du schreibst, findet eher auf der Ebene örtlichen Gemeindebaus statt. Reich Gottes „kommt“. Wir können für sein Kommen beten und es herbeisehnen. In dieser Hoffnung und Vorfreude reinigen wir uns und werden Christus ähnlicher: „Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reinigt sich, gleichwie er auch rein ist.“ (1Joh. 3,3). Was deinen letzten Absatz betrifft, hat jeder Christ Verantwortung darauf zu achten, dass beim Bau das Fundament der Apostel und Propheten nicht verlassen wird. Mit Stroh auf das richtige Fundament zu bauen, ist auf alle Fälle noch besser, als mit Silber und Gold auf das falsche Fundament. Gottes Souveränität entlässt uns niemals aus der Verantwortung. Viele Grüße, Christian

        Antworten
        • Christian says:

          p.s. doch ob wir das Reich Gottes nun als im Keim vorhanden und wachsend oder als kommend sehen, eines gilt auf alle Fälle: die conditio sine qua non sowohl für die Wahrnehmung des Reiches Gottes, als auch für den Eintritt ist geistliche Neugeburt: „Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. … Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“
          Viele Grüße, Christian

          Antworten
    • Wolfram says:

      Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, aber „Reich Gottes bauen“ steht m.W. nicht in der Bibel.
      Denn die Passagen, die du anführst, nennt die Gläubigen, aber nicht das Reich Gottes als Gebäude. Jesus benützt für das Reich Gottes mehrfach Ackerbau-Gleichnisse; Bau-Gleichnisse (die ihm aus seiner vermutbaren handwerklichen Ausbildung nicht fremd sein dürften) dagegen benützt er nur dafür, wie Menschen mit sich umgehen sollen…

      Antworten
      • Christian says:

        Ich würde es so formulieren: Der heilige Tempel, die Gemeinde, ist wesentlicher Bestandteil des Reiches Gottes; und umgekehrt: Das Reich Gottes, das nicht mit äußerlichen Gebährden kommt, sondern inwendig in uns ist, ist wesentlicher Bestandteil der zum heiligen Tempel hin wachsenden Gemeinde.

        Antworten
        • Wolfram says:

          Ich schrieb „die Gläubigen“, nicht „die Gemeinde“… und „wie Menschen mit sich umgehen sollen“, nicht „miteinander“. Und genau das meine ich auch. Wo im NT Bau-Bilder gebraucht werden, geht es um den Einzelnen. Nicht um die Gemeinde, nicht um die Beschreibung des Reiches Gottes.
          Das sollen wir nicht wegdiskutieren, weil es uns (oder dir?) nicht ins Konzept paßt, sondern uns an Gottes Konzept halten… und das ist eben nicht „Reich Gottes bauen“ und auch nicht Gemeindeaufbau.
          Sondern, mit Paul Gerhardt gesprochen,

          Wir pflügen und wir streuen
          den Samen auf das Land,
          doch Wachstum und Gedeihen
          kommt aus des Herren Hand.
          Der tut mit leisem Wehen
          sich still und heimlich auf
          und träuft, wenn heim wir gehen,
          Wuchs und Gedeihen drauf.

          Antworten
      • Christian says:

        p.s. Reich Gottes gleicht dem Senfkorn oder der Saat, die auf den Acker gesät wird. Es hat also mit Verkündigung des Wortes Gottes zu tun. Deshalb mahnt Jakobus die Gemeinden zur Geduld: „Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis er empfange den Frühregen und den Spätregen. Als „Exempel des Leidens und der Geduld“ nennt er „die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn.“

        Antworten
  3. Christian says:

    Du rennst offene Türen ein, wenn du mir als Calvinisten zu bedenken gibst, dass Gott Gedeihen und Wachstum schenkt. Wir pflügen den Acker, streuen und säen das Wort Gottes, mit dem Wissen, dass der gnädige, souveräne Gott sein Wort nicht leer zurückkehren lassen wird. Wir „warten mit der Geduld der Propheten, die geredet haben im Namen des Herrn, auf die köstliche Frucht der Erde.“ Das ist das Kernstück der reformierten Lehre von der Gnade in drei Worten: Gott rettet Sünder. Im Zentrum dieses Geschehens stehen Glaube, Predigt, Wort Gottes und Neugeburt aus Wasser und Geist (ceterum censeo), ohne die wir das Reich Gottes weder sehen noch betreten können.

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