In der Bibel wird ab und an von den Söhnen Gottes gesprochen – in modernen Übersetzungen meist mit „Kinder Gottes“ wiedergegeben. Zum Beispiel in Lukas 20, in den Versen 34-36, wo Jesu sagt:
„Die Söhne dieser Welt heiraten und werden verheiratet. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich sind. Sie sind Söhne Gottes, weil sie Söhne der Auferstehung sind.“
„Sohn“ ist hier natürlich nicht geschlechtlich gemeint. Es ist eine orientalische Sprachweise, die auch wir noch in Resten kennen: Wenn jemand ein „Sohn des Friedens“ ist, meinen wir, dass er vom Frieden völlig durchdrungen und davon beeinflusst ist. Wir nennen uns „Kinder unserer Zeit“ und nennen einen Menschen „kein Kind von Traurigkeit“.
Jesus sagt: „…weil sie Söhne der Auferstehung sind, sind sie Söhne Gottes“ und deutet damit den Begriff des „Sohnes Gottes“ um von der Geschlechtlichkeit zur Frage nach dem Einfluss. Vielleicht auch als politisches Statement gegen die in der römischen Kultur allgegenwärtigen Gottessöhne, nämlich die römischen Kaiser, die sich „Sohn Gottes“ rufen liessen. Dort allerdings war es geschlechtlich gemeint, die griechischen und römischen Götter zeugten schließlich, was das Zeug hält. Jesus setzt dem entgegen: Jeder kann „Sohn Gottes“ oder „Kind Gottes“ sein – nämlich wenn er sich durch und durch von Gott durchdringen lässt.
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