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Coffee to go (XVIII): Die Wortwörtlichkeit dieses Buches…

Zwei der letzten Verse in der Bibel, in der Offenbarung des Johannes, lauten wie folgt:

Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; und wenn jemand etwas von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.

Oft genug hört man diese beiden Verse in Diskussionen um die Frage, wie wörtlich man die Bibel zu nehmen hat. Sie werden als Argument herangezogen, dass man der Bibel kein Wort wegnehmen und keines hinzutun dürfe, ergo die Bibel wörtlich und ohne Interpretation auslegen müsse.

Abgesehen davon, dass man biblische Texte beim Übersetzen immer interpretiert (schon weil der Kulturraum und die Zeit eine ganz andere war), übersehen viele, dass sich diese Warnung vor dem Weglassen und Hinzufügen nicht auf die Bibel beziehen kann. Die Bibel als Buch existierte damals noch nicht, und viele Einzelbücher des heutigen Neuen Testamentes existierten zur Zeit der Abfassung der Offenbarung noch nicht. Mit „diesem Buch“ kann nur die Offenbarung selbst gemeint sein, nichts anderes. Und selbst im Hinblick darauf ist diese Warnung sicherlich interpretationsbedürftig.

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Kommentare

13 Kommentare auf "Coffee to go (XVIII): Die Wortwörtlichkeit dieses Buches…"

  1. Peter Aschoff says:

    Ach, Rolf… Gott wusste doch schon, als er das diktierte, dass diese zwei Sätze am Schluss der Bibel stehen würden, daher hat er sie ja so formuliert. Und jetzt kommst Du daher und stellst das alles mit Deinen Vernünfteleien auf den Kopf.

    Ts, ts…

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  2. Christian says:

    Nun, da gibts dann schon 2 Bereiche der Bibel, die nachweislich, laut Eigenbezeugung keine Streichungen und Hinzufügungen dulden: Die Offenbarung Johannes und das mosaische Gesetz:

    „Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz“.

    Letzteres schließt übrigens die Propheten ein („… bis dass es alles geschehe).

    Übrigens schon zu Adam und Evas Zeiten ein beliebtes Mittel, Warnungen zu entkräften: sie der „Interpretationsbedürftigkeit“ unterziehen.

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  3. Christian says:

    Eine flache Inspirationslehre hat schon immer zu einer flachen Theologie geführt. Spätestens seit Barth und Brunner ist zu beobachten, wie der biblische Theismus des dreieinen, selbstbestimmten Gottes und das chalcedonische Verständnis von Christus in Richtung einer neuen „Christozentrizität“ verlassen wird, die in Wahrheit anthropozentrisch ist.

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    • Wolfram says:

      Hey, ich bin Fachmann, was Theologie(n) angeht, aber bei so vielen Schubladen auf einmal muß ich wohl erst mal ein Praktikum im Möbelhaus machen… 😉

      kannst du das noch mal für Normalsterbliche formulieren?

      Übrigens: da in Lk. 16,16 „Gesetz und Propheten“ (die ketubim wohl nicht?) genannt sind, in Lk.16,17 aber nicht, halte ich deinen Parallelschluß für unzulässig. Außerdem geht es nur ums Wegnehmen, nicht ums Hinzufügen – und gleichzeitig sagt ja V.16, daß der erste Bund mit Johannes an seine Grenze gekommen ist.

      Was die Interpretationsbedürftigkeit angeht: Die Schrift interpretiert sich selbst, sagt ein berühmter Leitsatz – und die Schrift ist gerade nicht der Koran, der sich jeder Interpretation entzieht. Im Gegenteil, wir finden darin Interpretationen, die arg weit hergeholt wirken und bestimmt nichts mit dem wörtlichen Sinn der interpretierten Stelle zu tun haben.

      Rolf, ich wäre dann doch mal neugierig zu erfahren, welche biblischen Bücher später als die Johannes-Offenbarung entstanden wären, die auch von konservativen Forschern m.W. eher um 90 n.Chr. angesetzt wird, und meiner Erinnerung nach eher als das letztverfaßte biblische BUch gilt – nicht gerechnet die vielen Jahre, bis es kanonisiert wurde.

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      • Christian says:

        Lieber Wolfram, was willst du nur in einem Möbelhaus? Hier werden doch keine Schubladen geöffnet, höchstens Fässer.;)

        Mein Zitat stammt aus Mt. 5 (nicht Lk.), wo es um Jesus‘ Einstellung zum Gesetz und zu den Propheten geht („Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen.“)

        Zu meiner anderen Bemerkung:

        Wenn für Barth beispielsweise die Inkarnation gleichbedeutend mit Gottes völliger Erniedrigung und Selbstaufopferung war, so ist im Ergebnis die neo-orthodoxe Betonung der Herrschaft Jesu Christi gegenüber dem vermeintlich statischen Konzept der Souveränität Gottes irreführend „Christozentrisch“, aber in Wahrheit anthropozentrisch.
        Christologie verschwindet in der Anthropologie, sobald die ontologische Trinität außen vor gelassen wird. Christus ist dann nicht mehr Mittler zwischen Gott und Menschen, sondern wird zur Essenz menschlicher Möglichkeit und Potenzialität und gleichzeitig zur erschöpfenden Manifestation göttlichen Wesens innerhalb der Zeit, das jedoch keine unabhängige Existenz jenseits der Geschichte besitzt.

        Weil für Barth die Schöpfung nicht buchstäblich wahr ist, ist die Unterscheidung Schöpfer-Geschöpf ebenfalls nicht buchstäblich wahr, und Erlösung nicht mehr Neuschöpfung, sondern Partizipation: Ebenso, wie Gott mit uns in die Niederungen reiner Kontingenz herabstieg, so werden wir mit ihm zur reinen Wahrheit emporsteigen …

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      • Christian says:

        p.s. vielleicht kannst du im Gegenzug zu dem Griechisch-Link mal verraten, wie du den Smiley in den Text bekommst?

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        • Wolfram says:

          Einfach eintippen – ein ; und ein ) geben ;), ein : und ein ) geben :), ein : und ein D geben :D. Traurig: : und ( geben 🙁
          du kannst auch mrgreen zwischen zwei Doppelpunkte stellen, oder shock, das gibt :mrgreen: und 😯
          Es gibt bestimmt noch weitere Smileys im WordPress-System, aber die kenne ich nicht.

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  4. christianarguing says:

    ah, danke D

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  5. Tertullian says:

    „Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden.“ Mk 16,17-18

    Kommt jetzt nun derjenige in die Hölle, der diese beiden Verse nachträglich hinzugefügt hat oder derjenige, der sie anfänglich weggelassen hat? Fragen über Fragen…

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    • Christian says:

      Die Frage nach dem Ursprung von Mk 16,9-18 in die Unterhaltung über Inspiration und Wörtlichkeit der Bibel einzubringen, ist ungefähr so hilfreich, wie in der Debatte über den Genesis-Report zu fragen: Woher hat Kain eigentlich seine Frau? 😉

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  6. Martin says:

    Dass die beiden Verse sich „nur“ auf die Offenbarung bezogen haben, ist gut möglich. Aber die Aussage, dass viele Einzelbücher des Neuen Testaments zur Zeit der Abfassung der Offenbarung noch nicht existierten, ist eine These, die auch von vielen (nicht ohne Gründe) anders gesehen wird….

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