Manchmal sprechen wir von der „perfekten Schöpfung Gottes“ oder „Gottes perfektem Plan“. Aber nichts davon ist perfekt. Perfektion ist ein Gedanke aus der griechischen Philosophie. Perfektion ist ein Zustand. Sie ist statisch. Sie lässt keinerlei Spielraum und lässt kein Wachstum zu. Denn nichts kann besser werden, wenn es einmal perfekt ist. Wir haben Perfektion fest in unsere Kultur und unser Denken integriert.
Aber das Streben nach Perfektion ist trügerisch.
Perfektion ist kalt. Hoffnungslos. Eng.
Das hebräische Denken kennt keine Perfektion. Es gibt nicht einmal eine Vokabel dafür. Die Schöpfung war (und ist) gemäß Schöpfungsbericht nicht perfekt. Sie war (und ist) „sehr gut“. Mit Raum zum Wachstum. Zur Veränderung. Zum Besserwerden. Zur Adaption an die Gegebenheiten der Zeit.
Wer „Perfektion“ denkt, der gießt alles in unabänderliche, feste Strukturen: Lehre, Kultur, Ethik. Wer „Güte“ denkt, der lässt Luft zum Atmen, zur Veränderung, zur Adaption, zu einem immer wieder neuen und doch jedes Mal anderen „sehr gut“.
Sehen wir uns um, betrachten wir das, was Gott gemacht hat – und entscheiden dann, welches von beiden der Weg Gottes ist.
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