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Römer 1: Brutzeln alle Menschen in der Hölle, die nie von Jesus gehört haben?

Ich habe gerade das Buch „Hölle light“ von Francis Chan (fürs Schreiben zuständig) und Preston Sprinkle (theologischer Support) zu Ende gelesen. Auf Deutsch ist es dieses Jahr bei Gerth Medien erschienen. Abgesehen davon, dass man das Buch kaum zur erbaulichen Literatur zählen kann, eher zur deprimierenden, empfinde ich die theologische Argumentation an vielen Stellen sehr einseitig. Man hat das Gefühl, Chan hatte bereits vor der Beschäftigung mit dem Thema für dieses Buch eine feste Meinung, die er nun nur noch darlegt und für die er sich die Bibelstellen zurecht sucht. Seine Grundannahme von Gott scheint mir sehr negativ geprägt zu sein. Gottes Liebe kommt so gut wie nicht vor. Dass Chan auf jeder zehnten Seite betont, wie zerknirscht er angesichts dieser harten „Wahrheit“ ist, die er dem Leser um die Ohren hauen muss, macht ihn irgendwie nicht glaubwürdiger.

Die beiden Autoren bringen zwar einige interessante Thesen ans Licht und betreiben eine intensive, teils aufschlussreiche Quellenarbeit. Aber insgesamt lässt das Buch Sachlichkeit vermissen. Mit Bibelstellen wird zwar nur so um sich geworfen.  Aber das Buch ist dabei derart treibend und bedrängend formuliert (einen Eindruck von Chans Art kann man sich in diesem Video verschaffen), dass man die vielen theologischen Unebenheiten beim normalen Lesen gar nicht so richtig wahr nimmt. Und nach meinem Empfinden sind da so einige.

Ein Beispiel finde ich besonders eklatant: Chan zieht Römer 1, 18ff als Beleg heran, dass jeder Mensch, der nicht Jesus als seinen persönlichen Retter in einem bewussten Akt angenommen hat, von Gott mit dem ewigen Höllenfeuer bestraft wird. Also auch Menschen, die nie etwas von Jesus gehört haben, weil sie vor Jesus lebten oder sie die Kunde von Jesu Tod und Auferstehung auf wundersame Weise nie erreicht hat (gab halt weder Bibel noch Missionare im 3. Jahrhundert in Australien – Pech gehabt!).

Der Text lautet folgendermaßen:

18 Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.
19 Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart.
20 Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar.
21 Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.
22 Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren.
23 Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen.
24 Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, sodass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten.

Also in Kurzform: Durch die Schöpfung ergibt sich Gott als Gott zu erkennen und offenbart sein Wesen. Wer das erkennt und trotzdem nicht darauf reagiert oder sogar die Schöpfung selbst als Gottheit anbetet, der hat keine Entschuldigung, sondern ist dem gerechten Zorn Gottes ausgeliefert. (Der zeigt sich übrigens hier gar nicht in Form einer Hölle, sondern „nur“ darin, dass die Menschen schlechte Dinge tun und sich selbst  und sich gegenseitig schaden. Schon allein deshalb ist die Stelle denkbar ungeeignet für Chans Argumentation. Aber das ist ein anderes Thema.) 

Auf die Frage, wie es sich mit Menschen verhält, die noch nie von Jesus gehört haben, zieht Chan aus diesem Text die Antwort: Alle werden sie in der Hölle landen, weil da ja steht, dass sie alle dem Zorn Gottes verfallen.

Wirklich nachvollziehbar ist diese Logik für mich nicht, wenn man die Zielrichtung des Textes ernst nimmt. Ich ziehe aus dem Text genau den gegenteiligen Schluss: Weil Gott sich in der Schöpfung offenbart und sein Wesen daraus erkennbar ist, kann sich auch jemand, der nichts von Jesus gehört hat, in Gottes Arme geben.

Anhand der unendlich liebevollen und ausgefeilten Art, wie alles um uns herum gemacht und aufeinander abgestimmt ist, kann man bei offener, ehrlicher und rationaler Betrachtung nur zu dem Schluß kommen,

  1. …dass es einen Gott geben muss.
  2. …dass er freundlich, phantasievoll und voller Liebe für seine Menschen ist.
  3. …dass in dieser wunderbaren Schöpfung etwas durcheinander geraten ist – sich etwas Böses eingeschlichen hat – dass die Beziehung zwischen Schöpfung und Schöpfer nicht mehr so ist, wie sie eigentlich sein sollte. Die Kluft zwischen Gott und Mensch ist überall offenbar.

So ist auch Paulus Argumentationslinie, die er in Kapitel 2, 14ff beendet:

13 Denn vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz „hören,“ sondern die das Gesetz „tun,“ werden gerecht sein.
14 Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz.
15 Sie beweisen damit, dass in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen –
16 an dem Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen durch Christus Jesus richten wird, wie es mein Evangelium bezeugt.

Diesen Text ignoriert Chan vollständig und versteht deshalb auch Römer 1,18ff falsch. Welchen Sinn würde es auch machen, wenn Gott Menschen verurteilt aufgrund einer negativen Reaktion auf diese Offenbarung, aber gleichzeitig auch die verurteilt, die positiv darauf reagieren? Das würde ja heißen: Gott zeigt sich den Menschen, aber egal was sie tun – er verurteilt sie, auch wenn sie von ihren bösen Wegen umkehren und sich Gott zuwenden. Nur weil sie das Pech haben, zu einer Zeit oder an einem Ort gelebt zu haben, die oder der noch nicht christlich erschlossen war (oder einfach keinen getroffen haben, der ihnen das Evangelium erklärt, das kann einem auch in Deutschland im Jahr 2012 passieren). Schon ein sehr zynisches Gottesbild. Mir scheint, Jesus zeichnet Gott anders.

Ich habe noch nicht alle anderen Argumentationslinien Chans genau geprüft (weiß auch gar nicht, ob ich Lust dazu habe), aber Argumentationen wie diese lassen mich befürchten, dass es eine ordentliche Zahl von Bibelstellen gibt, die Chan und Sprinkle sehr eigenwillig auslegen.

Sollten das deine Freunde auch lesen? Teile es!

Kommentare

32 Kommentare auf "Römer 1: Brutzeln alle Menschen in der Hölle, die nie von Jesus gehört haben?"

  1. Peter says:

    Die Vorstellung einer „Hölle“, wie Chan sie voraussetzt (also eine Art transzendentale Folterkammer), kommt bei Paulus überhaupt nicht vor. Damit geht’s ja schon los.

    Antworten
    • Klaus Püplichhuisen says:

      Die unumstößliche apostolische Lehre in 2. Thessalonicher 1 erwähnt nicht das Wort „Hölle“ . Doch in den Versen 5-10 lesen wir folgendes: „Sie sind ein Anzeichen des gerechten Gerichtes Gottes, dass ihr des Reiches Gottes würdig geachtet werdet, für das ihr auch leidet; wie es denn gerecht ist vor Gott, denen, die euch bedrängen, mit Bedrängnis zu vergelten, euch aber, die ihr bedrängt werdet, mit Ruhe gemeinsam mit uns, bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind. Diese werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, von dem Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft, an jenem Tag, wenn er kommen wird, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in denen, die glauben – denn unser Zeugnis hat bei euch Glauben gefunden.“ (Schlachter 2000)
      Wenn ich das lese, erkenne ich, dass an einem Tag zwei Dinge geschehen: 1) die Entrückung der JESUS-Gläubigen (Errettung) und 2) das Gericht Gottes über alle Rebellen. Liest ein Rebell diese Stelle, wird er gewarnt. Lese ich diese Stelle, freue ich mich über diesen Tag der Verherrlichung in Christus JESUS. Ganz einfach. Alles an einem Tag und keine „Zwei-Phasen-Wiederkunft“ des HERRN Jesus gemäß gewöhnlicher evangelikalen Israel-Theorien!

      Antworten
    • Christian says:

      Römer 9,22: „Derhalben, da Gott wollte Zorn erzeigen und kundtun seine Macht, hat er mit großer Geduld getragen die Gefäße des Zorns, die da zugerichtet sind zur Verdammnis.“

      Antworten
  2. Stephan says:

    @Klaus: Und was genau bringt dich dazu, dir so sicher zu sein, nicht zu den Rebellen zu gehören? Das fehlt mir grad bei deinem Beitrag.

    Antworten
  3. ali says:

    Das Wort für Hölle, das in den Evangelien verwendet wird (gehenna), bezeichnet eigentlich den „Müllplatz“ von Jerusalem, das Tal Hinnom südöstlich vor der Stadtmauer, wo die Kadaver von Tieren und sogar Leichen von Kriminellen verbrannt wurden.

    Wie beschreibt der Herr Jesus nun die Hölle? Oft beschreibt er sie als ein Feuer (Matthäus 5,22; 18,8; 25,41 u.v.a.). Johannes der Täufer sagte, dass Christus der ist, der mit Feuer taufen wird, d.h. der die Gottlosen ewig ins Feuer tauchen wird. Sie werden hineingeworfen werden in den „Feuersee“ (Offenbarung 20,14.15). Das bedeutet größtmöglichen Schmerz an jeder Stelle des Körpers. Man wird einen unsterblichen Ewigkeitskörper bekommen und an Geist, Seele und Leib einen unendlich intensiven, unaufhörlichen Schmerz leiden, ohne jede Hoffnung auf Linderung.

    In Matthäus 13,42 beschreibt er die Hölle sogar als „Feuerofen“, in den die Gesetzlosen am Tag des Gerichts hineingeworfen werden. Dort lösen sich diese Sünder jedoch nicht in Asche auf, sondern – wie der Herr im selben Vers sagt – wird dort „das Weinen und das Zähneknirschen sein“ (vgl. Matthäus 8,12; 22,13 ). Weinen und Zähneknirschen sprechen von endloser Traurigkeit und Wut.
    Endlos? Ja, in Markus 9,48 sagt der Herr Jesus, dass die Hölle der Ort ist, „wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt“. Ewig wird ihr nagendes Gewissen und ihr Groll sie von innen zerfressen und von außen das Feuer des gerechten Gerichts Gottes sie strafen.
    In Lukas 13,28 sagt er, dass die Verlorenen „draußen und hinausgeworfen“ sind. Sie sind abgeschnitten von allen Segnungen Gottes und von allem Guten: Sie werden nie wieder ein weiches Bett haben, kein leckeres Essen mehr, keine Freunde, keinen Trost, kein Sonnenschein, kein Vogelgezwitscher, nie mehr …

    Außerdem beschreibt Jesus die Hölle in einem Gleichnis als „Gefängnis“ (Matthäus 18,30). Dort gibt es keine Freiheit, keine Bewegung, ja, selbst der Geist, die Gedanken sind dann gefangen. Selbst in seinem innersten Leben wird sich dann niemand mehr selbst verwirklichen können. In einem irdischen Gefängnis hat man zumindest eine gewisse Bewegungsfreiheit und volle Freiheit der Gedanken – wie z.B. Paulus und Silas im Gefängnis Loblieder singen konnten, doch in der Hölle wird man noch nicht mal mehr das denken können, was man will.

    In der Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann (Lukas 16,19-31) beschreibt Jesus den Ort, an den die Verlorenen nach dem Tod gelangen, als einen Ort der Qual, der Pein und des sengenden Feuers. Dieser Ort ist durch „eine tiefe Kluft“ vom Segensbereich Gottes getrennt.

    In Matthäus 8,12 (vgl. 22,13) nennt der Herr Jesus die Hölle die „äußere Finsternis“. Sie ist der Ort der völligen Hoffnungslosigkeit, der absoluten Abgeschiedenheit von allem, was Hilfe oder Linderung oder Freude oder Leben bringen könnte.

    Ja, die Bibel bezeugt eindeutig, dass es die Hölle gibt, sie ist der Ort der „ewigen Strafe“ (Matthäus 25,46). Dort existieren die Menschen, die in diesem Leben nicht zu Jesus Christus umgekehrt sind, in ewiger Gesellschaft des Teufels, der Dämonen und aller verdorbenen, bösartigen, hinterlisten und egoistischen Menschen. Sie finden „keine Ruhe Tag und Nacht“ (Offenbarung 14,11): Bei all ihren Qualen können sie noch nicht einmal resignieren, keinen Moment abschalten oder den Schmerz wegmeditieren. „Der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offenbarung 14,11). Das übersteigt all unser Vorstellungsvermögen: Diese Qual dauert nicht nur einen Tag, nicht nur einen Monat, nicht nur ein Jahr, nicht nur ein Jahrzehnt, nicht nur ein ganzes Leben lang, nicht nur mehrere Jahrhunderte und Jahrtausende, sondern auch noch nach 100.000 und Millionen und Milliarden von Jahren wird sie die Ungläubigen weiter peinigen – ohne Ende, Selbstmord unmöglich. Es sei denn, die Bibel lügt – was wir für unmöglich halten, denn Gott lügt nicht.

    Warum ist die Strafe so schwer? Die Strafe ist unendlich, weil die Schuld unendlich ist. Die Schuld ist unendlich, weil derjenige, gegen den wir uns verschuldet haben, unendlich heilig und majestätisch ist. Wenn man einen Hund tötet, ist die Strafe sicher geringer, als wenn man einen Menschen tötet. Gott gibt Leben und Freude in Fülle, doch der Mensch versäumt es, dem heiligen, liebenden Gott Ehre und Dankbarkeit zu geben und rebelliert stattdessen gegen ihn. Gott verdient es, dass wir ihn mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele, unserem ganzen Denken und all unserer Kraft dienen und lieben. In jedem Augenblick, wo wir das nicht tun, berauben wir ihn und rebellieren gegen ihn.

    Stellen wir uns vor: Ein majestätischer König lädt uns ein, in seinem Palast in seiner Gemeinschaft zu leben, mit Essen, Trinken und Freude kostenlos, doch wir reagieren darauf, indem wir ihm ins Gesicht spucken. Was verdienen wir? Wir haben Grund, die Hölle zu fürchten. Wie viel mehr haben wir Grund, den zu fürchten, der Recht und Macht hat, uns in die Hölle zu werfen oder aber vor der Hölle zu retten! (Lukas 12,5)

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    • Rolf Krüger says:

      Hallo Ali,

      >>dass Christus der ist, der mit Feuer taufen wird, d.h. der die Gottlosen ewig ins Feuer tauchen wird<< Mit Verlaub: Diese Interpretation von Taufe ist völliger Käse! Und bei dem Rest deiner Ausführungen: Hast du persönlich für dich auch nur ansatzweise Hoffnung, nicht in eben jeder Hölle zu landen? LG, Rolf

      Antworten
  4. Peter says:

    @Rolf: Für manche Dinge sollte man vielleicht doch in die Hölle kommen. Endlos lange, wirre Kommentare auf Blogs, zum Beispiel 🙂

    Antworten
  5. BJ Lee says:

    Hi Rolf,

    gut nachgedachter Blogeintrag! Es würde mich interessieren was Du von diesen Versen denkst, bezüglich die, die nie von Jesus gehört haben:

    Apg 17:26-27 (EB)
    „Und er hat aus einem jede Nation der Menschengemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er janicht fern ist von jedem von uns.“

    Antworten
    • Rolf Krüger says:

      Hi!

      Das ist ein sehr wichtiger Abschnitt, denn darin können wir Paulus beobachten, wie er ganz unjüdisch geprägte Menschen völlig anders anspricht als wir es von seinen Predigten bei Juden gewohnt sind. Hier fehlt ganz viel von dem, was klassischerweise ins Evangelium „gehört“. Und trotzdem ist es Verkündigung des auferstandenen Christus.

      LG,
      Rolf

      Antworten
  6. BJ Lee says:

    Ja, es ist absolut eine radikale Verkündigung von einem ehemaligen Pharisäer.

    Aber findest du, dass dieser Abschnitt zum Theme: „Die, die nie von Jesus gehört haben“ viel zu sagen hat? Dass keiner „Pech“ haben kann, weil Gott von keiner fern ist?

    Man muss nur „tastend fühlen“ und ihn finden wollen. Egal wie nah ein Bote Jesu ist. Egal auf welche Insel im Pazifik der Nichtchrist sich befindet.

    Ich finde, dass man klar diese Schlussfolgerung aus diesen Versen schließen kann, oder?

    LG,
    BJ

    Antworten
  7. Danny says:

    Lieber Rolf,

    alle Menschen sind Sünder, ob sie von Gott wissen oder nicht und diese Tatsache ist Grund genug sie ewig zu verdammen. Mir scheint, als wenn du die verheerenden Auswirkungen der Sünde noch nicht begriffen hast. Ja, es gibt eine gewissen Gotteserkenntnis unter den Völkern, aber sie reicht nicht aus, um gerettet zu werden. Auch ein gewisses Bewusstsein über das Gute und das Böse reicht nicht aus. Deswegen ist Jesus ja gekommen, denn wenn man auch ohne ihn gerettet werden könnte, hätte er doch dieses Opfer nicht bringen brauchen. Und deswegen sendet Jesus nun seine Nachfolger zu den Menschen die noch nichts von ihm gehört haben, damit sie die Rettung in Jesus erleben können. Wenn es Rettung ohne Jesus gibt, und Menschen erst verdammt werden können, wenn sie die Botschaft ablehnen, dann sollte ich besser nicht hingehen. Im Übrigen bringt Chan sein Anliegen sehr demütig und zerbrochen rüber und nicht so sehr treibend und drängend.

    Antworten
    • Rolf Krüger says:

      Lieber Danny,

      Rettung ohne Jesus? Davon ist nirgends die Rede.

      Im Übrigen bringt Chan sein Anliegen sehr demütig und zerbrochen rüber und nicht so sehr treibend und drängend.

      Nun, das empfinden wir offensichtlich unterschiedlich. Für meinen Geschmack betont er ein paar mal zu oft, wie demütig und zerbrochen er ist…

      LG,
      Rolf

      Antworten
    • Tertullian says:

      Wie ist es aber mit Mt. 25, 37-40 ?

      > Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

      Könnten das evtl. Leute sein, die von Jesus gar nichts vernommen haben, aber ihrem Gewissen gefolgt sind und einfach nur so, ohne Berechnung Gutes getan haben? Jedenfalls wundern sich diese Leute über ihre Errettung. Und aus dem Text geht eindeutig hervor, dass es trotzdem Jesus (!) ist, der diese Errettung bewirkt. Könnte das der Schlüssel sein zur Frage nach dem ewigen Schicksal der vorchristlichen Australier ?

      Antworten
      • christianarguing says:

        Interessanter Gedanke, nur nach dem Befund und Analogie der Bibel unwahrscheinlich, denn Rechtfertigung erfolgt durch Glauben, und wie sollen sie an den glauben, von dem sie nie etwas gehört haben? Wahrscheinlicher ist, dass die aus Gnade durch Glauben Gerechtfertigten ihre nachfolgenden guten Werke selbst so gering achten, dass sie sich wundern, dass Jesus sie überhaupt erwähnt („wann haben wir …“).

        Antworten
        • Rolf Krüger says:

          Es kann nicht sein, was nicht sein darf, was…? Interessant, dass gerade du oft Leuten vorwirfst, sie würden ihre eigene Weltanschauung in Bibeltexte hinein interpretieren. 🙂

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          • christianarguing says:

            Ich werfe das nicht oft Leuten vor.  Doch in diesem Fall fällt auf, dass eine Bibelstelle ohne Beachtung anderer Bibelstellen, die von der Gerechtigkeit, die allein aus Glauben kommt, handeln, so gedeutet wird, als bestände die Möglichkeit, durch Befolgung des Gewissens gerettet zu werden (wobei aber trotzdem „irgendwie“ Christus die Errettung bewirkt).

            Die Argumentationeskette, in der Paulus über die Heiden schreibt, die beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist, weil ihr Gewissen ihnen zeugt, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen … etc. mündet in dem Fazit:

            „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig sei; da ist keiner, der Gott suche. … Darum, aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“

            „Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christo Jesu ist; welchen Gott dargestellt hat zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben an sein Blut, … zur Erweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesum ist. Wo ist denn der Ruhm? Er ist ausgeschlossen worden. Durch was für ein Gesetz? Der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. Denn wir urteilen, dass ein Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.“

            Antworten
  8. Alex says:

    Hallo Rolf,

    ich begrüße deine kontextgebundene Herangehensweise. Aber wenn du von Röm 1,18-24 auf 2,13-16 springst, solltest du auch die Verse dazwischen und danach betrachten. Paulus zeigt in Kap.2, dass es Gott nicht darauf ankommt, ob jemand das Gesetz gehört hat, sondern ob er ihm gemäß gelebt hat. V. 12: „Alle, die ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verloren gehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durchs Gesetz verurteilt werden.“ Das „verloren gehen“ und „verurtelt werden“ zeigt parallel zu „Ungnade und Zorn“ und „Trübsal und Angst“ in den Versen 8-9 das Gegenteil des „ewigen Lebens“ in V. 7 an, also die Hölle.

    Darüber hinaus solltest du die Zusammenfassung des Paulus zur Anschuldigung aller Menschen in Röm 3,9-20 nicht außer Acht lassen, die klar zeigt, dass niemand nach dem Gesetz Gottes lebt: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“ Es gibt keine Menschen, die von sich aus (ohne Eingreifen Gottes) positiv auf die Offenbarung Gottes in der Natur reagieren. Deswegen gilt diese Anschuldigung und das Verdammungsurteil Gottes allen Menschen.

    Und Paulus stellt danach die einzige Lösung für dieses Problem vor: 3,22: „Die Gerechtigkeit, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben.“

    Antworten
    • Rolf Krüger says:

      Hallo Alex,

      du kannst dir aber nicht nur die Verse raus picken, die dir gefallen. In dem Abschnitt argumentiert Paulus, dass die, die schuldig sind, gerichtet werden – egal ob Juden (durch das Gesetz) oder Heiden (auch ohne Gesetz). Und das diejenigen „Herrlichkeit, Ehre und Friede“ erhalten, die das Gesetz tun, egal ob Juden oder Heiden. („14 Wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, von Natur aus das tun, was im Gesetz gefordert ist, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. 15 Sie zeigen damit, dass ihnen die Forderung des Gesetzes ins Herz geschrieben ist; ihr Gewissen legt Zeugnis davon ab, ihre Gedanken klagen sich gegenseitig an und verteidigen sich – 16 an jenem Tag, an dem Gott, wie ich es in meinem Evangelium verkündige, das, was im Menschen verborgen ist, durch Jesus Christus richten wird.“).

      Wie du richtig sagst, argumentiert Paulus dann aber eh, dass keiner nach dem Gesetzt Gottes lebt und deshalb Gott eingreifen muss. Was er ja in Jesus getan hat. Trotzdem bringt das keinen Beitrag zu der Frage, ob das Erlösungswerk Christi nur für die kleine Gruppe von Menschen gültig ist, die ein Übergabegebet gesprochen haben. Zumal „Glauben“ im NT generell besser mit „Vertrauen“ übersetzt wird – was für 3,22 heißen würde: „…durch den Glauben an Jesus Christus (oder den Glaube Jesu Christi, der Genitiv erlaubt beides) zu allen, die vertrauen“.

      LG,
      Rolf

      Antworten
  9. Peter A. says:

    Na, und die „Zerbrochenheit“ ist in dieser Art Literatur doch ein festes Stilmittel.

    Antworten
  10. Mik Hager says:

    Die Frage nach der Hölle ist doch verbunden mit der Frage nach dem Heil. Steht sünde zwischen Gott und mir – bzw. einem Teil von mir, denn es geht ja um meine Seele (oder doch um mich als ganzes)?

    Wenn Gott überall ist, kann ich mich nicht von ihm entfernen – ich kann mich ihm nur fern fühlen. Dazu ist es schön von der Versöhnung zu hören. Doch die Grundannahme einer Distanz zwischen dem fernen Gott und seiner Schöpfung scheint Gott fast als beziehungslosen neutralen Beobachter und (Ver-)Urteiler zu sehen. Ich denke und hoffe doch, dass Gott so richtig auf unserer Seite ist. Gegen das was Leben zerstört.

    Gott will zurechtbringen, wo seine Menschen (seine gesamte Schöpfung) schief liegen. Nicht drauftreten.

    Ich find es schön über die Argumente nachzudenken. Ich wünschte ich könnte besser Argumentieren. Oft steht unsere Meinung doch trotz aller Argumente schon fest…

    Antworten
    • Rolf Krüger says:

      Danke, deine Worte gefallen mir. Als interessant empfinde ich, dass in der Bibel nur an einer Stelle (Jesaja 59,1-2) explizit davon die Rede ist, dass uns unsere Schuld von Gott trennen würde. Und indirekt natürlich in der Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies. Aber sonst? Ich dachte erst: Kann nicht sein. Aber ich habe tatsächlich keine weitere gefunden. Was man halt oft hört, wird einem selbstverständlicher, als es in Wirklichkeit vielleicht ist. (Disclaimer: Wer noch Stellen findet – her damit!)

      Antworten
      • Christian says:

        Trennung von Gott durch die Sünde – Versöhnung mit Gott durch Trennung von der Sünde (aus Gnade durch Buße und Glauben): das ist der Rote Faden der Bibel:

        „…dass ihr zur selben Zeit waret ohne Christum, fremd und außer der Bürgerschaft Israels und fremd den Testamenten der Verheißung; daher ihr keine Hoffnung hattet und waret ohne Gott in der Welt.“ (Eph. 2,12)

        „Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens.“ (Eph. 5,6)

        “… denn du verbirgst dein Angesicht vor uns und lässest uns in unsern Sünden verschmachten”. (Jes. 64,6)

        “Der Gottlosen Opfer ist ein Greuel; denn es wird in Sünden geopfert.” (Spr. 21,27)

        “Es geschah aber Juda also nach dem Wort des HERRN, dass er sie von seinem Angesicht täte um der Sünden willen Manasses, die er getan hatte” (2Kön 24,3)

        “Und wo ihr mir entgegen wandelt und mich nicht hören wollt, so will ich’s noch siebenmal mehr machen, auf euch zu schlagen um eurer Sünden willen.” (3Mose 26,21)

        “Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein anderes Opfer mehr für die Sünden, sondern ein schreckliches Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widersacher verzehren wird.” (Hebr. 10,26)

        “… denn du verbirgst dein Angesicht vor uns und lässest uns in unsern Sünden verschmachten”. (Jes. 64,6)

        Die Versöhnung mit Gott wurde einzig und allein durch das stellvertretende Sühnopfer Christi erwirkt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

        Antworten
  11. Julia says:

    Hallo,

    habe den Artikel gelesen, das Buch kenne ich allerdings nicht. Beim Lesen kam bei mir die Frage auf: Glaubst Du, Rolf, nicht daran, dass man ohne Jesus (bzw. durch eine bewusste Entscheidung für Ihn) verloren ist? Das ist doch das biblische Evangelium…

    Die Ansicht, dass die Menschen, die noch nie vom Evangelium etwas gehört haben, verloren gehen, glaube ich dagegen nicht. Ich kann mir vorstellen, dass diese Menschen auch die Möglichkeit haben, in den Himmel zu kommen – wie genau, weiß ich nicht.

    Womit ich mir aber sicher bin und was auch biblsch ist: Jemand, der vom Evangelium gehört hat und dieses ablehnt (sich nicht für Jesus entscheidet) ist ewig verdammt. Das hat nichts damit zu tun, dass Gott grausam ist, es hat mit unserem freien Willen (!) zu tun! Versuchen wir es auf unsere Art oder übergeben wir unser ganzes Leben IHM?

    LG

    Antworten
    • Rolf Krüger says:

      Hallo Julia,

      Du hast zwei Dinge sehr richtig betont: 1. Jesus ist das Zentrum – ohne ihn geht nichts. 2. Gott sieht den Einzelnen an.

      Aber mit dem Rest deiner Meinung bist du in einer Zwickmühle. Überleg mal:
      Wenn jemand verloren ist, wenn er sich nicht für Jesus entscheidet, obwohl er das Evangelium gehört hat, aber gleichzeitig gute Chancen hat, in den Himmel zu kommen, wenn er das Evangelium nicht gehört hat, dann wäre es von dir unverantwortlich, irgendwem vom Evangelium zu erzählen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass er es ablehnt ist ungleich höher als die Wahrscheinlichkeit, dass er Christ wird – Erfahrungswert.

      Da kann also was nicht ganz stimmen, oder?

      LG,
      Rolf

      Antworten
      • Julia says:

        Hallo Rolf,

        danke für Deine Antwort.

        Das hat nichts mit einer Zwickmühle zu tun, sondern damit, ob wir Christen den Menschen von JESUS erzählen oder nicht. Jesus hat selbst mehrmals betont, dass wir den Menschen vom Evangelium erzählen sollen. Und damit meint Er die Botschaft, wie wir gerettet (!) werden können. Es ist unsere Aufgabe – der Missionsbefehl – die wir erfüllen sollen. Es ist eine Pflicht und gleichzeitig auch die Liebe zu den Verlorenen, die uns dazu antreibt!

        Es gibt zahlreiche Stellen in der Bibel, die wirklich nicht anders ausgelegt werden können. Dieser Auftrag ist ZU klar und ZU eindeutig, um das einfach wegzuargumentieren – auch nicht mit einer theologischen Ansicht.

        Ein paar Bibelstellen als Beispiele: Mt 4, 19; Mk 1, 17; Mk 13, 10; Mk 16, 15; Römer 1, 16 !!! und viele weitere.

        Ganz besonders auch diese:

        „Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen.“
        (Mt 24, 14)

        Mich würde aber wirklich interessieren, was Du zu meiner Frage sagst: Glaubst Du nicht daran, dass man ohne Jesus (bzw. durch eine bewusste Entscheidung für Ihn) verloren ist?

        Antworten
        • Mathias says:

          Hallo Julia,

          was Rolf beschrieben hat, ist durchaus eine Zwickmühle. Wenn es so ist, dass jemand, der nichts von Jesus gehört hat, erlöst werden kann, und jemand, der zwar von Jesus gehört hat, und sich danach nicht explizit zu ihm bekehrt hat, auf jeden Fall nicht erlöst werden kann, dann wäre es für letzteren besser, nichts von Jesus zu hören, denn dann hat er noch eine Chance. Wenn er sich aber nach dem Hören über Jesus nicht bekehrt, dann hat er – Deiner Ansicht nach – wohl keine Chance mehr gerettet zu werden. (Irgendwie ist das aber eine ziemlich einfache „Rechnung“, in der gar nicht berücksichtigt wird, wie ein Mensch lebt und was seine innere Lebenshaltung (Egoismus oder Nächstenliebe etwa) ist. Eine Gegenfrage: Ist jeder, der sich zu Jesus bekennt, automatisch gerettet?)

          Nun aber zum eigentlichen Thema: Deine Aussage, dass das „biblisch Zeugnis“ „zu klar“ ist, als dass es eine Argumentation „dagegen“ geben könnte, ist eine unreflektierte Aussage. Wer bestimmt denn, was „das biblische Zeugnis“ ist. Was ist „die Lehre der Bibel“? Ist die Lehre der Bibel eindeutig? Bedarf es einer Auslegung der Bibeltexte, oder Sind sie unmittelbar für jeden zu verstehen (wie etwa jedes vernünftige Kochbuch)? Diese Fragen sind zunächst zu beantworten. Offensichtlich hälst Du Deine eigene Ansicht für die „biblische Lehre“, aber damit läufst Du Gefahr, das, was die Bibel uns lehren möchte, gar nicht objektiv (inwieweit das wirklich objektiv überhaupt geht, ist eine weitere Frage) anzuschauen, sondern nur mit dem Blick, den Du darauf hast, zu interpretieren. Ist es dann nicht einfach Deine persönliche Ansicht, die Du aus der Bibel herausliest, egal, ob sie wirklich so drinsteht?

          Ich selbst glaube nicht, dass jemand, der sich nicht explizit zu Jesus bekehrt hat, sofort verdammt wird. Die Frage ist ja ganz wesentlich, weswegen er sich nicht zu Jesus bekehrt hat. Das kann ja auch kulturelle Gründe haben. Es kann auch vom dem Bild, dass er vom Christentum hat, abhängen. Gott wäre sehr ungerecht (was er nicht ist), würde er derlei Aspekte vernachlässigen. Selbst Menschen sind gerecht genug, dies für Unrecht zu halten. Von Gott so zu denken, heißt klein von ihm denken.
          Jesus anzunehmen ist kein Kochrezept der Erlösung. Erlösung ist nicht simpel. Es ist nicht ein Stempel, für den man sich „entscheidet“, sondern eher ein Weg, den man geht. Und dafür braucht es die Gnade Gottes, die sicherlich größer ist als unsere Entscheidungen. Wer kann sich also anmaßen zu beurteilen, ob jemand gerettet ist, oder nicht. Wäre es jetzt aber so, dass jemand, der sich zu Jesus gekehrt, und ihm wenigstens äußerlich glaubt, automatisch gerettet ist, und jemand, der dies nicht tut, automatisch verdammt ist, dann könnten wir es aber doch einfach entscheiden. Dies ist aber, wie gerade gesehen, icht möglich.

          Ob jemand gerettet ist, oder nicht, das weiß Gott alleine, auch in Hinblick auf den, der sich nicht zu Jesus bekennt.

          Herzliche Grüße

          Mathias

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          • Christian says:

            Mathias,
            bei deinen Ausführungen musst du dir die Frage gefallen lassen: Wozu brauchen wir eigentlich Jesus?
            Gewiss, den Faktor der „persönlichen Entscheidung“ würde ich nicht überbetonen. Es ist eher anders herum: Gott erwählt, wem er gnädig ist und tut alles für denjenigen: Stellvertretung, Neugeburt, Befreiung des Willens, Heiligung, Verherrlichung. Siehe die „Kette des Heils“ Römer 8,29-30:

            „Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch verordnet, dass sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf dass derselbe der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht, welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht.“

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  12. Gast says:

    Gott schau auf ein gutes Herz.
    Es geht darum Gottes Willen zu erfüllen, und sich von Korruption fernzuhalten.

    Antworten
  13. Harry says:

    Ich habe mich schon länger mit der Hölle befasst und mir kürzlich mal einige sicherlich subjektive Eckdaten zusammen gestellt.
    Leider habe ich erst jetzt bewußt zu diesem Artikel gefunden. Aktueller wäre vielleicht ein neu zu eröffnendes Thema dazu.

    Hier meine etwas längeren Anmerkungen:

    Einfache Untersuchungen mithilfe des Grundtextes bezüglich der Verwendung des Begriffs „Ewige Hölle“ in der Bibel anhand verschiedener Übersetzungen haben ergeben:

    1. Der Begriff „Hölle“ wird den entsprechenden Begriffen des Grundtextes nicht gerecht.
    Im Grundtext werden immer konkrete Begriffe verwendet, deren Sinn ursprünglich nicht die Bedeutung von „ewiger Hölle“ haben, wie sie heute vielfach verstanden wird.

    2. Jesus verwendet nach dem Grundtext praktisch immer den Begriff „Gehenna“ anstelle von „Hölle“. Dieser Begriff hat eine bestimmte Bedeutung. Diese Bedeutung wird im Alten Testament in Jeremia 7, 30-33 erklärt. Dies wird in Jesaja 66, 24 aufgegriffen. Darauf bezieht sich mMn Jesus, wenn er den Begriff „Gehenna“ im Grundtext der Evangelien verwendet. Dort im Tal Ben Hinnom/Gehenna, Nähe Jerusalem, werden nach Gerichten LEICHEN verbrannt.
    Es ist Gott zudem ein Gräuel, dass Menschen lebendig ins Feuer geworfen werden. Jeremia 32,35.

    3. Jesus verwendet in den Evangelien nicht selbst das Attribut „ewig“ im Zusammenhang mit „Hölle“.

    4. Die Lutherübersetzung von 1984 bringt den Begriff „Hölle“ bzw. „höllisch“ insgesamt noch 20 mal.

    5. Die Schlachter 2000 Übersetzung bringt den Begriff „Hölle“ bzw. „höllisch“ in der gesamten Bibel nur noch 12 mal und zwar nur im NT.

    6. Die Auffassung, dass Jesus „unzählige“ Male über die „Hölle“ geredet habe, ist falsch.
    Oft werden die Mehrfachnennungen in den Evangelien mitgezählt. In Matthäus finden sich die meisten Nennungen von „Hölle“. Wenn man die Nennungen von „Hölle“ nach den verschiedenen Reden von Jesus zusammen zieht, dann kommt man auf vier Stellen/Reden, in denen Jesus von der „Hölle/Gehenna“ redet.

    7. Die Tatsache, dass immer mehr Bibelübersetzungen immer seltener den Begriff „Hölle“ verwenden zeigt, dass heutzutage grundtextnäher und damit genauer übersetzt wird. In der Luther von 1912 kommt der Begriff „Hölle“ noch sechzig mal vor.
    Zeigt dies, dass Luther, entsprechend sozialisiert, höllengläubig geblieben war und in dieser Sache nicht reformatorisch denken konnte, sondern die „Hölle“ in die Bibel vielfach zusätzlich hinein interpretiert hat für die Begriffe Hades, Scheol, Tartaros (und Gehenna)?

    8. – ewig – Die Begriffe olam (hebräisch, AT) und aion, aionios (griechisch, NT ) beschreiben nach der Philosophin und Sprachforscherin Dr. Heleen. M. Keizer ursprünglich begrenzte Zeiträume wie z.B. die Lebenszeit eines Menschen, einer Sache oder eines länger andauernden Ereignisses.
    Sehr problematisch wird es sprachwissenschaftlich, weil die Begriffe auch auf die Dauer der „Lebenszeit“ Gottes (Gänze) angewendet werden, denn Gott ist allein endlos in alle Richtungen der Zeit.
    Die Begriffe wurden theologisch im Laufe der Geschichte eigentlich mehrdeutig, was den theologisch oder/und sprach- und geschichtswissenschaftlich Unbedarften schlichtweg überfordert.

    Die gebürtige Niederländerin Dr. Heleen M. Keizer hat die ursprüngliche Bedeutung von „ewig, Ewigkeit“ usw. umfassend sprachwissenschaftlich, historisch und philosophisch in ihrer Dissertation untersucht. Warum solch eine gründliche Untersuchung? Vielleicht, weil die von mir angerissene Problematik vorliegt?

    Am Ende ihrer Untersuchungen kommt sie zu folgenden Zusammenfassungen:

    Zitat Anfang
    „Nach dem alten griechischen Wort AION (aion: Lebenszeit, Lebensgänze, Generation, alle Zeiten, „Ewigkeit“) spielen drei Bedeutungen in verschiedenen Kombinationen und mit verschiedener Gewichtung eine Rolle. Die Bedeutungen sind: LEBEN, ZEIT, GÄNZE.

    Die Bedeutung der Wörter aion und aionios in der griechischen Bibel (Septuaginta und Neues Testament) ist primär die des hebräischen Wortes olam.

    Das hebräische Wort olam meint eine Zeit, die uns Menschen gegeben ist. Es beschreibt den Horizont, innerhalb dessen wir leben, einen begrenzten Zeitrahmen, der uns gegeben ist. Diese Begrenzung kann sowohl eine zeitlich begrenzte Zeit, aber gleichermassen – im weitesten Sinne – ebenso auch einen Zeitraum umfassen, der die erschaffene Welt (z.B. jetziger Kosmos) und/oder ihre Zukunft umfasst.

    Seit Plato seine berühmte Maxime proklamierte, dass die Zeit (Chronos) ein „äonisches Abbild“ von Aion ist, das sequenziell abläuft, wobei der Äon einmal ende, drückt der Begriff „Unendlichkeit“ als klassische Übersetzung für Äon nicht korrekt aus, dass das Wort Äon zwar für Zeit als Ganzes steht, aber eben im Bezug steht auf Lebenszeit (oder Existenzzeit eines Menschen oder einer Sache).

    Aion hat nicht notwendiger Weise die Bedeutung von Unendlichkeit, weder im Griechischen noch im biblischen Sinne.

    Das griechische Wort bezieht sich auf alle Zeit (einer Sache), gesehen von außen als ein Ganzes.
    Das hebräische Wort olam bezieht sich auf alle Zeit, gesehen von innen, innerhalb eines Horizontes.“
    Zitat Ende

    Nachzulesen ist das am Ende ihrer Doktorarbeit, allerdings auf englisch:

    books.google.de/books?id=l-SmshbeyUsC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

    Dr. Heleen M. Keizer hat eine umfassende historische Untersuchung vorgenommen.

    Fazit: Sie weist grundlegend und umfangreich nach, dass die Begriffe olam sowie aion und aionios historisch in der Regel als zeitbegrenzt zu verstehen waren.
    Danach ist z.B. der Begriff „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (von einer Endlosigkeit zu einer nächsten Endlosigkeit) eigentlich unlogisch und widersprüchlich. Vielleicht wäre hier die wörtliche Bedeutung: „Von einem Äon/Zeitalter/Zeitabschnitt zum nächsten Äon“ ebenso zutreffend?

    Im Grundtext finden wir den Begriff „aion“ viel öfter, als es in gängigen Übersetzungen erkennbar ist.
    Danach gibt es einen Zustand „vor den Äonen“ (1. Kor. 2,7; 2. Tim. 1,9; Tit. 1,2), einen jetzigen Äon/Epoche (1. Kor. 1,20) und noch weitere kommende Äonen (Eph. 2,7)

    1Kor 2:7
    sondern wir sprechen Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott „vor den Äonen“ zu unserer Herrlichkeit vorersehen hat,

    1Kor 1:20
    Wo ist ein Weiser, wo ein Schriftgelehrter, wo ein Disputator „dieses Äons“? Verdummt nicht Gott die Weisheit des Kosmos?

    Eph 2:7
    auf dass er in den „kommenden Äonen“ den überragenden Reichtum seiner Gnade in Milde an uns erzeige in Christus Jesus.

    Natürlich sind Fehler in meiner Wahrnehmung wahrscheinlich.

    Man könnte noch viel dazu sagen.

    Vielleicht kommt die Diskussion ja nochmal in Gang……

    Liebe Grüße
    Harry

    Antworten
  14. Tobias Skradde says:

    Nicht an eine Hölle der Verdammnis zu glauben hat ungleich mehr Gewicht im biblischen Zeugnis, der Selbstoffenbarung Gottes am Kreuz und der Kirchengeschichte (besonders der frühen Christen) so dass sich eigentlich niemand, der sich wirklich mit dem THema auseinandersetzt, hinsetzen kann um zu sagen :“Ich wünschte es wäre nicht so aber GENAU SO IST ES.“

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