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„Hör auf zu sündigen, damit dir nicht noch etwas Schlimmeres widerfährt…“

Ich bin heute über Johannes 5, 14 gestolpert und hätte eine Frage dazu an euch. Es geht um die Heilung am Teich Bethesda. Der Mann, den Jesus heilt, ist seit achtunddreißig Jahren krank und liegt seitdem an dem sagenumwobenen Teich in Jerusalem. Seine Hoffnung: geheilt werden. Obwohl „Hoffnung“ eigentlich falsch ist, den Mann beherrscht eher die Resignation, bisher wegen seiner Lähmung nie rechtzeitig am Wasser gewesen zu sein. Dem Volksglauben nach heilt es nämlich den ersten, der es ins Wasser schafft, wenn dessen Oberfläche sich bewegte.

Jesus tut er leid, er fragt ihn, ob er gesund sein will. Und der Mann sagt nicht einmal „ja“, sondern  jammert, dass er nie rechtzeitig am Wasser ist. Jesus heilt ihn daraufhin ungefragt, ohne sich vorzustellen und nur, um sofort in der Menge zu verschwinden.

Alles in allem bis hierher eine typische Jesus-Aktion. Was mich an dem Text dann allerdings irritiert ist Vers 14. Jesus sagt zu dem Mann, als er ihn kurz darauf noch einmal traf: „Du bist jetzt geheilt, höre auf zu sündigen, damit dir nicht noch etwas Schlimmeres widerfährt.“ Der Satz ist natürlich aus dem Zusammenhang eines nicht vollständig überlieferten Gesprächs gerissen, trotzdem klingt das erstmal so, als ob Jesus die Krankheit des Mannes mit seiner Sünde in Zusammenhang bringt. Und droht: Wenn du weiter sündigst, dann wirst du wieder gelähmt werden oder noch viel Schlimmeres!

Das ist erstens gruselig und zweitens nicht konsistent mit den sonstigen Aussagen Jesu zum Zusammenhang zwischen Schuld und Leid – sonst verneint er diesen nämlich. Zumal vorher überhaupt nicht von irgendeiner speziellen oder allgemeinen Sünde des Mannes die Rede war. Wie kann ein seit 40 Jahren vollständig Gelähmter auch groß sündigen? Viele Möglichkeiten blieben  ihm nicht.

Die landläufigen Erklärungen für diese Stelle finde ich ziemlich platt. So heißt es in der „Begegnungen fürs Leben“-Studienbibel: „Dieser Mann war gelähmt gewesen […]. Das war ein großes Wunder. Aber er brauchte noch ein größeres Wunder – die Vergebung seiner Sünden. Dieser Mann war überglücklich, körperlich geheilt worden zu sein, aber er musste von seinen Sünden umkehren und Gottes Vergebung suchen, um geistlich geheilt zu werden.“

Ich kann mir zwei Dinge vorstellen, was Jesus eigentlich gemeint haben könnte und mich würde interessieren, ob ihr mir da folgen könnt oder ob ihr noch andere Interpretationsmöglichkeiten seht:[hr][dropcap2]1[/dropcap2] Die Sünde des Mannes besteht darin, dass ihn seine eigene Starrsinnigkeit oder Resignation davon abhält, überhaupt in das angeblich heilende Wasser zu kommen. Er scheint gar keine Hoffnung mehr zu haben, gesund zu werden, und hat sowohl seine Krankheit als auch die Unmöglichkeit der Heilung in seine Persönlichkeit internalisiert. Er definiert sich inzwischen nicht mehr als der, der Hoffnung hat, geheilt zu werden, sondern als der, der keine Hoffnung mehr hat, geheilt zu werden. Die Unmöglichkeit, seit 40 Jahren als erster am Wasser zu sein, wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung und gleichzeitig zur Masche, um das Mitleid der Menschen zu erregen. Das Ziel seines Handelns ist es schon lange nicht mehr, wirklich zum Wasser zu kommen. Vielmehr ist es inzwischen sein Beruf, das Mitleid über sein Schicksal möglichst gut in Bettelgeld umzuwandeln, um über die Runden zu kommen. Seine komische Antwort auf Jesu Frage ist deshalb vermutlich einfach seine Standardantwort an fragende Menschen und eine richtig gute Mitleidsmasche. „Du armer, seit 38 Jahren liegst du hier und schaffst es nicht ins Wasser? Hier hast du was, Gott segne dich!“ Und deshalb wird uns auch nichts über seine Freude berichtet, wieder gesund zu sein. Vermutlich sieht er sich eher der Sorge gegenüber, am nächsten Tag noch essen zu können. Im Grunde hat Jesus sein Leben, in dem er sich eingerichtet hatte, zerstört.

Ich könnte mir vorstellen, dass Jesus genau das als Sünde bezeichnet und ihm aufträgt, diesen Selbstbetrug zu unterlassen – sonst wird er trotz körperlicher Heilung nicht aus seinem Elend hinaus kommen und es geht im nachher sogar noch viel schlechter als davor.[hr][dropcap2]2[/dropcap2]Meine zweite Interpretationsmöglichkeit ist, dass Jesus sich mit dem Begriff Sünde auf die Pharisäer bezieht, also auf die religiöse Leiter seiner Zeit. Diese hatten den Mann angesprochen, weil er am Sabbat seine Matte trug – was nach mosaischen Gesetz bzw. dessen Interpretation durch die Pharisäer Arbeit und damit Sünde war. Der Mann sagt ihnen, das sein Wohltäter ihm das aufgetragen hätte, woraufhin die Pharisäer ein großes Interesse an dessen Namen zeigen. Der Mann weiß den aber nicht, also bleiben die Pharisäer im Ungewissen. Jesus trifft ihn dann später noch einmal und sagt obigen Satz – und meint damit, er solle sich besser an die Sabbat-Regeln halten, damit ihm nicht noch ein größere Unheil widerfahre, nämlich die Bestrafung und Ächtung durch die Pharisäer. Dieser Satz, vielleicht von einem Augenzwinkern begleitet, sollte den Mann davor bewahren, Ärger mit den religiösen Autoritäten zu bekommen. Und gleichzeitig sollte er Jesus selbst schützen, der (noch) keine Konfrontation mit den Jerusalemer Religionslehrern suchte.

Oder: Jesus tat, was er schon öfter mal gemacht hatte – nämlich jemanden zu verbieten, nach einer Heilung Alarm zu schlagen, in dem Wissen, dass derjenige gerade deswegen sofort zur Obrigkeit rennt. Und siehe da: Der Mann von Bethesda macht genau das und liefert den Pharisäer Stoff, Jesus zur Rede zu stellen. Das wiederum nutzt Jesus für eine ausführliche Predigt.[hr]Zu welcher der beiden Interpretationen würdet Ihr eher neigen? Oder habt Ihr noch eine Dritte, ganz andere?

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Kommentare

19 Kommentare auf "„Hör auf zu sündigen, damit dir nicht noch etwas Schlimmeres widerfährt…“"

  1. est1208 says:

    Für mich ist die erste Interpretation die zutreffendere, die Worte „Steh auf“ sind für mich auch immer ein Gleichnis dafür, dass wir nicht nur eine Hoffnung habe, sondern auch selbst gefordert sind. Jesus legt uns nicht alles in den Schoß. Dieses „dafür bete ich“ ist vielleicht nicht immer die richtige Einstellung. In vielen Dingen, ob sie uns persönlich oder andere betreffen, ist nicht nur Gebet, sondern auch Handlung gefragt! Jesus erwartet auch unser Handeln, damit er handeln kann, oder auch heilen.

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  2. Louise says:

    Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Sünde und Leid! Nach jüdischem Verständnis war Krankheit eine Strafe für die Sünde. Man nahm sogar an, dass die Eltern gesündigt haben müssen, wenn das Kind blind oder anderweitig behindert zur Welt kam.
    Ich finde in dieser Wundergeschichte eines ganz besonders verwunderlich: es ist absolut nicht selbstverständlich, dass der Mann nach 38 Jahren überhaupt noch versucht, geheilt zu werden. Allein, dass er es immer wieder versucht, zum Wasser zu gelangen, immer noch, ist ein Wunder. ICH hätte mit Sicherheit schon resigniert. Das ist für mich auch die Erklärung, weshalb Jesus ihn anspricht, und nicht einen von den vielen hundert anderen Kranken, die ja auch noch da waren. Es ist immer der Glaube, das Vertrauen darauf, geheilt werden zu können, auf das Jesus anspielt.

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    • Rolf Krüger says:

      Hallo Louise,

      Du hast völlig recht – nach traditionellem jüdischen Verständnis war das so. Aber Jesus hat sich diesem Zusammenhang stets verweigert – siehe die Toten beim Turm von Siloah.

      LG,
      Rolf

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  3. shasta-cor says:

    Ja,ich habe eine dritte Interpretationsmöglichkeit. Meine Frau ist über diese Auslegung letztens bei einem poln. Pfarrer in einer seiner Predigten gestossen.
    Dieser sagt, daß Jesus hier ein richtiges A…och geheilt habe. Wie bitte ? Ja, genau. Er begründet es wie folgt.

    1) Es sei nahezu unvorstellbar, daß ein mann 38 Jahre an so einem teic sei und er NEMANDEN habe, der ihm hilft – AUSSER es git einen Grund dafür – und der Grund könnte in ihm liegen.

    2) Worin könnte dieser Grund liegen und warum sagt Jesus sündige nicht,damit dir nicht noch mehr oder schlimmeres geschehe (nebenbei: Jesus sagt dies auch an anderen stellen nach einer HEILUNG aber an andererstele verneint er es ausdrücklich). Hierfür gibt der Text eine eigene Erklärung. Jesus verschwindet unerkannt – ist möglich. Aber das was viel spannender ist: die Pharisäer stürzen sich auf ihn und wollen von demMann wissen, wer ihn gehelt habe, da er an einem Sabbat geheilt wurde. Als er Jesus dann n er Synagoge / im Tempel sieht, geht er zu den Pharisern und VERPETZT Jesus. Er war es. Dieser Pfarrer interpretiert nun die Geschichte so, daß er sagt, daß diese innere haltung des Mannes als Sünde gebrandmarkt wurde oder ihn im wörtlichen Sinne gelähmt hat. Und von dieser inneren Lähmungwollte Jesus ihn auch hilen – aber das geht nicht ohne seine innere Einwilligung.

    Was hälst du von dieser Interpretation?

    LG

    s-c

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    • Rolf Krüger says:

      Hallo S-c,

      ja, ich kann mir das vorstellen – zumal es ja ziemlich ähnlich meiner Interpretation 1 ist…

      LG,
      Rolf

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      • shasta-cor says:

        Ja, das stimmt. Allerdings ist mir dieser etwas andere Blickwinkel bei meiner Interpretation schon wichtig, da es dieses „petzen“ mit beinhaltet.

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  4. Samuel says:

    Ich finde keine von den beiden Interpretationen gut.
    Ich finde beides wirklich weit hergeholt.
    Jesus kennt jeden Menschen total gut. Er weiß was er zu wem sagt und auch warum. Ist es unser Job zu versuchen zu analysieren, warum unserer Chef was gesagt hat?

    Lieben Gruß und Gottes Segen.

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  5. Marc says:

    Hi! Ich glaube, keine Auslegung trifft zu, sondern eher die unangenehme Auslegung, die man befürchten würde, wenn man das Evangelium berücksichtigt.

    Wie du schon schreibst: Wir kennen die Hintergründe und das Herz des kranken Mannes nicht und man kann es einem 38-jährigen Mann schwer verübeln, wenn er nach 38 Jahren Krankheit kein vor Hoffnung und Freude strahlender Mensch ist.

    Jesu Lehre bringt zwar Sünde und Krankheit nicht unbedingt in Zusammenhang, da Jesus weiß, dass wir alle gesündigt haben und der Kern seiner Botschaft die Vergebung und Heilung ist, anstatt Menschen jede Schuld zweimal aufzuwärmen.

    Trotzdem betont Jesus in den Evangelien ständig, wie Leben und Tod nebeneinander stehen und dass Haltungen und Sünden schließlich zum ewigen Tod führen können:

    Mk 9, 45 ff: Wenn dich aber deine Hand / dein Fuß / dein Auge zum Abfall verführt, so haue sie ab / wirf´s von dir! Es ist besser für dich, dass du verkrüppelt / einäugig zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände / Füße / Augen hast … und wirst in die Hölle geworfen, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht.

    Mk 3,29 wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig. (Wie oft und schnell tun dies Menschen?)

    Mk 16,16 Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

    Und viele mehr. Wenn ich diese nicht gerade prickelnden Sätze im Evangelium lese, und sehe, wie oft sie in den Evangelien vorkommen, dann kommt mir schnell der Verdacht, dass jede Krankheit dagegen tatsächlich harmloser ist.

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    • Rolf Krüger says:

      Du sprichst von Evangelium = Gute Nachricht?

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      • Marc says:

        Ich weiß, was du meinst. Mir fällt halt nur auf, dass die Gute Nachricht offenbar auch so etwas wie ne Grenze oder Kehrseite hat. In diesem Punkt finde ich das Evangelium recht direkt, weil mir schon immer auffiel, wie oft Jesus auch diese Punkte betont.

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    • Verena says:

      Bingo! Dem schließ ich mich 100 pro an.
      Und JA, dieses Evangelium ist eine gute Nachricht, eben wegen Golgatha, wo Jesus jede Sünde/Schuld bezahlt hat. Vgl. Römer 5,6,7

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      • Marc says:

        Ja, schon, für diejenigen, die es leben und annehmen. Wozu gibt es aber die anderen Stellen? Ich wäre der Erste, der sich freut, wenn sie nicht im Evangelium stünden. Würden wir hingegen Menschen nur die positive Seite des Evangeliums erzählen und die andere verschweigen, wäre das auch irgendwie Betrug – wie Verkehrserziehung, die Kindern verschweigt, wozu Fahrradhelm und Verkehrsregeln gut sind.

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      • Marc says:

        Also damit es keine Missverständnisse gibt: Nicht die Strafe, sondern die Güte soll unser und Gottes Motiv für Bekehrung sein: Röm 2,4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet?

        Trotzdem gibt es auch die Kehrseite für diejenigen, die die Botschaft der Gnade bekommen, die erkennen, dass sie wahr ist und sie trotzdem ablehnen. Ich denke, wenn Jesus eben auch diese Kehrseite betont, haben wir nicht das Recht, Menschen diese wichtige Information über die Ewigkeit vorzuenthalten.

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  6. Alexander says:

    Ich denke, es liegt irgendwo zwischen der Studienbibel und deiner ersten Option, der polnische Pfarrer passt auch noch rein …
    … die Frage, die ich mir dabei oft gestellt habe, ist die: Was ist denn bitteschön „schlimmer“, als 38 Jahre gelähmt zu sein? Ärger mit den Pharisärn? Wohl kaum … 39 Jahre gelähmt sein? Naja …
    Du sprichst die Episode mit dem Turm von Siloah an (Lk 13) – für uns ungewohnt sagt Jesus dort ja nicht: „Die armen unschuldigen Opfer, wie könnt ihr sagen, dass die Sünder waren“ – sondern: „Ihr seid genauso sündig, wenn Ihr nicht Buße tut, wird es euch genauso gehen“. Genauso? Auf euch wird auch ein Turm fallen? Ich finde es offensichtlich, dass Jesus hier auf die ewigen Konsequenzen von Sünde = Trennung von Gott hinweist, ähnlich wie Marc schon ausgeführt hat. Die „Gute Nachricht“ besteht ja darin, dass wir nun frei werden können von diesen Konsequenzen.
    Zurück zu dem Gelähmten: Sein Mangel an Glaube, Freude, Dankbarkeit ist psychologisch sicher erklärbar, aber im Vergleich mit anderen Heilungserzählungen schon auffällig.

    Antworten
  7. Konstantin says:

    Vor ein paar Tagen erst die Stelle gelesen und mich schlicht gewundert: was soll das denn? Mehr als der Rückgriff auf die jüdische Verbindung von Sünde und Krankheit war bei mir nicht drin – aber davon grenzt sich Jesus eben ab.

    Die erstere Idee gefällt mir. Jesus trifft den (mutmaßlich ziemlich verstörten/erschütterten) Geheilten und tritt nach dem „Steh auf“ sozusagen noch mal nach: metanoia ist möglich – Mensch, änder dich auch wirklich!

    An zweiterer Idee scheint mir aber auch logisch, dass der Geheilte eben nach jenem Heilungsnachgespräch nochmal zu den Pharisäern geht und diesen Jesus anschwärzt, der ihm so das geruhsam-hilflose Leben kaputt gemacht hat – und diese Konfrontation wollte Jesus noch nicht.

    Daher: beides?
    Jesus stellt am Sabbat illegalerweise (aber durch den Vater legitimiert!) ein vom Inhaber längst abgeschriebenes Leben wieder auf die Beine, nur eben mit den unangenehmen Konsequenzen einer emanzipierten Lebensführung.
    Die Machthaber machen, was Macht eben macht – sie wollen wissen, wer sich derartig erdreistet, um ihn zu stoppen. Jesus denkt mit und schärft dem Geheilten deshalb mit einem Wort zwei Dinge ein: Hör auf mit der Hilflosigkeitsmasche und lass die Pharisäer aus dem Spiel.
    Der Ex-Kranke wiederum wendet sich an die Autoritäten, weil das Ganze seinen Denkhorizont übersteigt und außerdem war das Leben am Teich ja irgendwie nicht so schlecht und sowieso gibts jetzt keine Krankenrente mehr.
    …und prompt gibt es Ärger in Vers 17.

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  8. Ga.We says:

    Von den beiden Interpretationsversuchen gefällt mir die 1. besser, ich kann mir aber auch noch eine andere vorstellen. Jesus sagt vielleicht: Eine so lange Krankheit und die Resignation ist schlimm, aber schlag jetzt, wo du die Möglichkeit hast, nicht über die Stränge ( sündige nicht ), versuch nicht, die verlorenen Jahre nachzuholen. Es könnte dir dann noch etwas Schlimmeres widerfahren, nämlich die Trennung von Gott.
    Wahrscheinlich liegt in allen Vermutungen die Möglichkeit, die Wahrheit zu erkennen und – je nach persönlicher Situation – frei zu werden.

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  9. Feuerstein says:

    Ich denke, dass Jesus die Gedanken dieses Gelähmten sehr gut kannte. Dieser war sicher sehr verbittert über seine Situation und wir können mit unserem Mundwerk und Gedanken sehr gut sündigen, vielleicht noch mehr als mit Taten. Er hatte niemanden, der ihn als erster ans Wasser trug, also schimpfte er auf alle anderen und dachte nur noch an sich, anstatt gute Gedanken für andere zu hegen, doch gab er seine Hoffnung nicht auf, darum blieb er dort, wahrscheinlich auch wegen der Almosen. Von Jesus hatte er wohl noch nicht gehört, darum ging er, folgsam, ohne einen besonderen Kommentar und da erwischten ihn die Juden mit seinem Bett (Matte?). Er ahnte sicher auch nicht, dass diese Jesus nachstellten. Aber Jesus sagte ihm, dass er nicht mehr sündigen sollte, bevor dieser Jesu Namen verriet. Also kann Jesus sich nicht darauf berufen haben. Ich denke eher, dass, so wie Jesus uns alle auffordert, nicht mehr zu sündigen, es auch ihm gegenüber gesagt hat. Vielleicht vielen da auch noch erklärende Worte, was wir nicht wissen können.

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  10. Julian says:

    Aber beinhaltet Erklärung 1 nicht einen Zusammenhang zwischen Sünde und Leid? Natürlich einen internalisierten und keinen im Sinne eines Gottes, der Sünde allgemein mit Krankheit straft.

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