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Marktwirtschaft: Da ist doch was krank…!?

Gestern gab es Aufregung unter den Börsianern: Amazon – der weltweit zweitwertvollste Internetkonzern nach Google – verkündete ein paar Zahlen…

  • Der Umsatz stieg um 44% gegenüber dem Vorjahresquartal
  • Der Gewinn sank um 73% gegenüber dem Vorjahresquartal
  • Der Kindle Fire, der dem iPad Konkurrenz machen soll, verkauft sich so gut, dass die Produktion um mehrere Millionen Stück angehoben wird.
  • Aber: Amazon verliert mit jedem verkauften Gerät 10 Dollar, weil sie unter der psychologisch wichtigen Marke von $200 bleiben wollten.
  • Ergo rechnet Amazon für das Weihnachtsgeschäft mit Verlusten.

Das bedeutet: Amazon setzt auf einen enormen Wachstumskurs und ist dafür bereit, kurzfristig mehr zu investieren als Geld reinkommt. Die Börse fand das gar nicht gut, die Aktie brach gestern zeitweise um 18% ein.

Mir stellen sich bei dieser Sache zwei Fragen: 1. Warum wird eine Firma bestraft, wenn sie ein tolles Vorjahresquartal hatte und das ein Jahr später nicht erreicht? 2. Warum wird eine Firma bestraft, die in die Zukunft investiert, auch wenn das kurzfristig weniger oder keinen Gewinn bedeutet?

In der Konsequenz bedeutet das nämlich: Wachstum ist ein Fluch. Man muss stets erfolgreicher sein als im Vorjahr (und das heißt: den Gewinn steigern), sonst ist die Entwicklung negativ und das wird von der Finanzwelt bestraft. Das ist ein ungesunder Kreislauf. Natürlich muss man die Inflation ausgleichen, die automatisch in einer freien Wirtschaft eintritt. D.h. wir müssen jedes Jahr mehr Umsatz machen, um die steigenden Kosten auszugleichen. Das aber ist bereits im Gewinn berücksichtigt, der ja die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben ist. Eine Steigerung des Gewinns ist also ein mehr an Wachstum. Die Wachstumskurve wird steiler.

Das ist erstmal nichts Schlechtes. Aber es wird ungesund, wenn es zur Dauerprämisse wird. Aus der Natur wissen wir (und daraus können wir viel von Gottes Prinzipien erkennen), dass es nie nur Sommer ist und nie nur Mittag. Damit wieder Sommer werden kann, muss auch der Winter kommen.

Dass Wirtschaft zyklisch funktioniert wissen eigentlich auch alle. Aber wir verhalten uns nicht so. Wir (ich generalisiere das mal) wollen immer mehr Wachstum, so dass die Kurve immer steiler nach oben geht. Das ist kurzfristig schön. Aber wie bei einem Flugzeug kann das aber nicht auf Dauer gut gehen – entweder wird ein Looping draus – das heißt das Gesamtniveau sinkt – oder es wird zum Crash. Beides macht den Erfolg auf lange Sicht zunichte. Wenn ich dauerhaft wachsen will, muss ich ein ungefähr gleich bleibendes Wachstum anstreben. Ein weniger an Wachstum dürfte also von einem Wirtschaftssystem eigentlich nicht bestraft werden.

Klar – die Motivation, warum es derzeit anders läuft, ist leicht zu erkennen: Ein paar Leute nutzen die Chance, sich persönlich an den Pirouetten zu bereichern und sitzen nun im Speck. Im schlimmsten Falle sind sie selbst für die Pirouetten verantwortlich. Der Verlierer sind’s aber mehr. Am Ende trifft es die gesamte Gesellschaft.

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Kommentare

2 Kommentare auf "Marktwirtschaft: Da ist doch was krank…!?"

  1. Peter says:

    Also ich bin nicht sicher, ob das Beispiel Deine These tatsächlich stützt. Mein Eindruck ist, dass Amazons Strategie von „Wachstum um jeden Preis“ hochriskant ist. Die Aktionäre hätten es lieber langsamer, weniger aggressiv bzw. riskant und nachhaltiger. Das müsste Dir doch eigentlich sympathisch sein?

    Antworten
  2. Rolf Krüger says:

    Ja, ich weiß, was du meinst. Hab ich auch schon dran gedacht. Ob das tatsächlich so ist, kann ich nicht beurteilen. Eher scheint es mir aber so, als ob ein Sparkurs von Amazon (was den Gewinn erhöht hätte), die Chancen Amazons, Apple einigermaßen paroli zu bieten, quasi gar nicht existent wären. Manchmal muss ein Unternehmen vielleicht auch mal einen großen Schritt wagen, um eine Chance auf Zukunft zu haben. Da das aber für den Moment „bluten“ bedeuten kann, sparen viele Firmen lieber wie wild.

    Naja – ist ja nur so eine Theorie… 🙂

    Antworten

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