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Lasko: Naiver Action-Kitsch mit unerwartetem Potential

RTL zeigt mit Lasko mal wieder, was es kann: Action ohne viel Verstand. Aber wer die Serie deswegen verurteilt, kennt das Genre nicht. Und zwischen all den Cobra-11-Anleihen blitzen hier und da erstaunlich gute Sätze hervor. Und geben der Serie das Potential, zum Nachdenken über den Glauben anzuregen.

Eins ist klar: Lasko ist eine einfach gestrickte Serie mit allerlei Anleihen bei vergangenen Martial-Arts- und Mystery-Filmen. Ein adretter, muskelbepackter Mönch wirbelt durch bleigeschwängerte Lüfte, rettet auf Landstraßen gelandete Jumbos, springt mit der Galanz einer asiatischen Katze über Stahlgerüste und schickt überstarke Gegner ins Koma; immer begleitet von seinen dem Alkohol zugeneigten, etwas übergewichtigen und erwartungsgemäß tölpelhaften Mitbruder Gladius. Das ganze eingebettet in den Kampf zweier katholischer Geheimlogen – die guten gegen die Bösen. Bud Spencer und Terence Hill lassen grüßen, Jackie Chan schickt ne Karte. Und Dan Brown liefert den Rahmen.

Es liegt nahe zu fragen, wie man sich mit so einem Drehbuch ans Licht der Öffentlichkeit wagen kann. Doch diese Frage ignoriert die Grundlagen des Genres. Allesamt haben diese Filme keine besonders intelligente Story und keine geschickten Wendungen, ganz zu Schweigen von übermäßig logischen Zusammenhängen. Das Genre lebt von schweißgebadeten Actionhelden und – wenn man so will – ästethisch-faszinierenden Szenen mit Kampfkünsten meist asiatischer Schule. Und wer sich über die Realitätsferne von James-Bond-Filmen mokiert, erntet hämischen Spott.

Wer diese Filme liebt, der will genau das: Action, völlig übertriebene Handlung, klare Stereotypen. Nicht umsonst stammt Lasko von den Machern der RTL-Serie „Cobra 11“, nach deren Genuss man regelmäßig das dringende Bedürfnis verspürt, den Airbag seines Autos zu überprüfen.

Wenn ich mich auf dieses Genre einlasse erscheint mir die Serie in einem etwas anderen Licht. Die Polarität von einfachem Klosterleben und dem verführerischen Machtgefüge in den hohen Rängen der Kirche ist ein Motiv, das zumindest nicht gänzlich an Realität entbehrt. Nie war die Kirche – und nicht nur die katholische – frei von Intrigen und Machtspielchen.

Die Hauptfigur Lasko verkörpert jenseits seiner Kampfeinsätze das Idealbild eines Mönchs: demütig, fürsorglich, Gott ergeben, dabei aber agil und das Gute suchend. Und immer auf seine Aufgabe konzentriert.

Diese Rolle zieht die Figur auch recht konsequent durch, zum Beispiel wenn er die Schwachheit eines Mitmönchs vor frommem Leistungsdenken in Schutz nimmt. Dabei treten dann zwischen all der Cobra-11-Hommage plötzlich unerwartet intelligente Reflexionen zu Tage: „Ich bin bereit zu sterben“, sagt der Abtprimas der Terroristin ins Gesicht, um dann nachzusetzen: „Sind sie bereit zu Leben – mit diesem Moment?“ Das lässt nicht nur die Terroristin im Film zögern. Dieser Gedanke dürfte auch für so manchen RTL-Zuschauer neu sein.

Man kann Lasko drehen und wenden, wie man will – es bleibt eine Action-Serie mit guten Schauspielern, aber plattem Plot und schlichtem Drehbuch. Und trotzdem schimmert ein gewisses Potential durch, die Fans des Genres mit dem Thema Glauben auf eine ganz neue Art zu konfrontieren, ihre Denkstrukturen aufzubrechen und sie ins Fragen nach Gott zu bringen. Und wenn es dadurch ist, dass Gladius einen Schraubenschlüssel aus 10 Metern Höhe fallen lässt – direkt nach der Frage der Terroristin mit der geladenen Waffe vor dem Gesicht des Mönchs: „Wo isser denn jetzt, Ihr Gott?“.  Wen der Schraubenschlüssel wohl trifft?

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Kommentare

14 Kommentare auf "Lasko: Naiver Action-Kitsch mit unerwartetem Potential"

  1. andi-ranze says:

    Also, ich weiss nicht!

    Das mag ja alles gut und richtig sein mit dem Genretypischen. Und grundsätzlich habe ich auch nichts gegen diese Art von Actionfilmen – ist doch das Niveau bei vielen beliebten Serien nicht besonders hoch. Aber hier kommt noch eine weitere Komponente hinzu.

    Kampfsportarten sind ein Teil fernöstlicher Religionen. Für manche buddhistische Mönche gehören sie zu ihrer Meditation und ihre praktische Anwendung zu ihrer Lebensphilosophie. Doch hier haben wir einen christlichen Mönch.

    Für mich als Nichtkatholiken ist es oft schon schwer genug, das katholische Ordenswesen zu verstehen und nicht in irgend welche Klischeebilder abzugleiten (welche ja auch noch vom Fernsehen so gezeigt werden). Jetzt kommt noch buddhistische Mystik hinzu. Dem Zuschauer wird suggeriert, dass Christentum und Buddhismus im Grunde Eins seien, dass christliche und buddhistische Mönchsorden sich nur durch die Kleidung unterscheiden.

    Somit wird es immer schwerer, Außenstehenden das Besondere am Evangelium zu vermitteln.

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  2. Nadine says:

    Ich habe den Serienstart gestern auch geschaut und war anfangs mindestens genauso skeptisch. Aber ich sehe in dieser Sendung mehr. Es ist eine Chance Menschen die nichts mit Kirche zu tun haben zum Nachdenken zu bringen. (Auch wenn das von den Serienmachern vielleicht nicht in erster Linie beabsichtigt ist.) Das fängt bei Lasko’s Suche nach seiner Lebensaufgabe an und hört bei seinem Gewissen auf, wenn er gefragt wird, ob er wider diesem handelt. Da kommen moralische Werte durch, die in heutigen TV-Zeiten nicht unbedingt an der Tagesordnung stehen. Und wer weiß, vielleicht kriegt der christliche Glaube dadurch mal wieder ein Plus unterm Strich und wird nicht ganz als veraltet und unmodern abgetan. Manchmal erreicht man mit scheinbar leichter Kost mehr, als mit tausend Predigten.

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  3. einarsen says:

    In den Evangelischen Kirchenzeitungen in Mitteldeutschland las ich vor kurzem ein Interview, in dem sich der Lasko-Hauptdarsteller Matthis Landwehr dazu bekannte, durch seine Rolle Interesse am Christentum gefunden zu haben. Bislang ist er konfessionslos. Vielleicht rechtfertigt das die Sendung etwas besser?

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  4. Monika says:

    Ich habe mir diesen ersten Teil angeschaut und fand darin, trotz allem unrealistischen Kampfsport-Getöse, ganz gute, christliche Ansätze.
    Wenn Lasko z.B. seinem Trunkenbold-Mitmönch nachgeht, ihn im wahrsten Sinne des Wortes, wider alle Vernunft rausboxt… Tut nicht Jesus ähnliches, wenn Er das verlorene Schaf sucht?
    Oder eben dieser Schraubenschlüssel von oben, auf die Frage „Wo isser jetzt, ihr Gott?“ Das hat schon was Augenzwinkerndes. Und genauso überraschend handelt ja auch Gott oft. Wenn auch eher selten mit der Folge einer Schraubenschlüssel-Ohnmacht. 😉
    Wer die Ästhetik des Kampfsportes mag, für den hat diese Serie, in Verbindung zu solchen überraschenden und durchaus geistlichen Wendungen, einiges zu bieten. Auch wenn wir wissen, dass die Waffen Gottes andere sind, als die Menschengewalt, selbst wenn sie, wie hier, mit Körperkraft geschieht. Wenn verschiedenes unlogisch ist und mehr der Unterhaltung dient als einer niveauvollen psychologischen Auseinandersetzung.
    Auch hier gilt wohl, wie bei Vielem: Prüft alles und das Gute behaltet! (1. Thessalonicher 5/21)
    Monika

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  5. Werner Schüler says:

    Ja, ich gebe es zu, als evangelischer Pfarrer: Ich habe den Serienstart angeschaut. Mit meinem Sohn, 16 Jahre, haben wir über die unrealistischen Szenen gelacht, uns gefreut, den Drehort „Kloster“ als die Neuenburg bei Freiburg an Unstrut zu erkennen (zumindest die Außenaufnahmen) – und habe mich geärgert über die Vermischung von asiatischem Kampfkunstdingsbums mit christlicher Frömmigkeit. Auch über die Verschwörungsklischees war ich verärgert. Warum um alles in der Welt sind nur die Katholiken an allem schuld? Das erinnert mich an einen Heinz Rühmann Film. Zitat: „Die Juden sind an allem schuld!“ Rühmann: „Ja! Die Juden und die Radfahrer!“ „Warum die Radfahrer?“ „Warum die Juden?“
    Dennoch: Das Zitat mit Leben und Sterben: Daraus kann ich was in einer Predigt machen – ich würde sogar den Filmausschnitt zeigen!
    Und über die Frage an Lasko, ob er gegen sein Gewissen gehandelt hat, ließe sich eine trefflich Reli – Stunde oder Bibelstunde halten. Wer oder was prägt denn unser Gewissen? Ist mit diesem Satz alles zu rechtfertigen? Das könnte spannend werden. Außerdem ließe sich von dieser Serie aus auch der Konflikt zwischen Martin Luther und Thomas Müntzer angehen, dem Anführer der aufständischen Bauern – der seinem Gewissen folgte und die Bauern im Bauernkrieg anführte, aber am Ende scheiterte. Oder das Hitler Attentat von Stauffenberg und die Mitarbeit von Pfarrer Dietrich Bonhoeffer dabei… in christlicher Verantwortung.
    Also, lasst es uns anpacken, Leute!

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  6. miezibini says:

    Hmm…
    also ich habe mir gerade den Film angeschaut, dabei habe ich mir gedacht das die katholische Kirche schon wieder gerade stehen muß, für iwelche Intrigen die Rom plant…
    Klar ist es nur ein Film, aber ich denke das wir als Katholiken wieder mal schlecht weg kommen…

    Die Kampfszenen finde ich eher unrealistisch, aber wenn es hilft den Glauben anzuregen…
    Vielleicht schau ich mir den Film öfters an, mal sehen!
    Gruß
    mieze

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  7. Wortman says:

    Ein Mönch, Kampfkunst und Böse bestrafen – hatten wir das nicht schon?
    Kwai Chang Caine 😉

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  8. Vilma says:

    Bei allem Wohlwollen dafür, dass christliche Ansätze bei Lasko zu finden sind: Die Konflikt-stragie von Jesus ist der Verzicht auf Gewalt und Gegengewalt in jeder Form.

    Er, der mächtigste Mann, den es je auf Erden gab, (>Mir ist alle Macht gegeben im Himmel wie auf Erden<) stützt sich auf die Macht der Liebe und nicht auf Kraftmeierei und heldenhafte Tugenden.

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  9. ONelly says:

    Hallo Zusammen.
    Ich bin wirklich sehr christlich und habe mir Lasko mal angeschaut.
    Ich fande das darin doch sehr viele kleine Nachrichten ans Christentum versteckt sind. Wie hier auch schon beschrieben.
    Aber Sinn dieser Serie ist ja dass der Glaube auf Platz 1 steht und die verteidigung des Ordens auf Platz 2.
    Mich würde aber noch interessieren ob es solche Orden auch wirklich gibt.
    Den ich würde gerne einen solchen Orden beitreten.
    Wäre schön wenn ihr mir da helfen könntet. Ich habe zwar schon ein bisschen gegooglet da habe ich aber nur buddistische gefunden. Mir wäre es aber wichtig das es ev. oder kath wäre.

    gruß John

    Antworten
  10. ONelly says:

    In der christlichen Gemeinde ehrenamtlich mit arbeiten. Regelmäßig in die Kirche gehn usw.

    gruß John

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  11. Hape says:

    Sehr gute TV-Besprechung. Nächstenliebe bedeutet zuerst einmal sich auf den Nächsten einzulassen, um seine Not zu erkennen und dann entsprechend zu (be)handeln. Der Samariter hat sich die Wunden des Verletzten auch erst mal angeschaut und dann Verbände an den richtigen Stellen angelegt. Ein Kopfverband bei einem Bauchschuss-Opfer wäre zwar nett gemeint, aber auch ziemlich sinnlos. Genauso handeln viele Christen, die anderen Menschen von Jesus erzählen, aber einfach nicht angepasst an die jeweilige Persönlichkeit und seelische Not des Gesprächspartners.
    Wenn ich einen Menschen erreichen möchte, dann muss ich mich wie der Samariter zu ihm in den Dreck setzen und seine Notlage erkennen. Dann erst kann ich die Brücke zu Jesus schlagen.
    Genau das macht anscheinend der Autor von Lasko: Er lässt sich auf die unterdrückten Gewalt- und Allmachtsphantasien der gesellschaftlichen Mehrheit ein und weckt so Interesse. Dann wird die Brücke zu Gott geschlagen.
    Jede Margarinewerbung im TV funktioniert nach diesem Prinzip – am Ende steht leider nur das Produkt und Margarine XYZ ist populärer als Gottesdienst. Aber das kann sich ja ändern;-)

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  12. Ben says:

    Gott hasst Gewalt. In jeder Form. Jesus predigte Liebe und Vergebung und nicht Rache und Gewalt. Die Serie ist ein jämmerlicher Versuch auf das zur Zeit durch Filme wie Da Vinci Code oder Sakrileg beliebte Thema Kirche und Verschwörung aufzuspringen.
    Das Problem: Die unwissendereren Zuschauer der Serie denken „Aha, so ist das in der Kirche, so ist das im Kloster“.
    Damit wird nicht nur die Kirche in Verruf gebracht, sondern auch der Glaube von Millionen friedliebender Christen.

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  13. selimaa says:

    Ich denke nicht, dass die Serie lange Ausdauer bringen wird. Alles weitere wurde schon oben erwähnt. Die Modezeit der Kung-Fu Bruce Lee und Jackie Chan Filme sind irgendwie erloschen. Auch Tarantino und übertriebene Action unterstützt von unsinnige VFX Effekte machen das alles noch unausstählicher.

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