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Sterbehilfe: Hat Gott nicht auch den Tod geschaffen?

Was sich dieser Tage in Italien zuträgt, kann eigentlich nur als unwürdig bezeichnet werden: Eine Frau, seit 17 Jahren im Koma, ist zum Spielball zwischen Politik, Kirche und ihrer Eltern geworden.

Letztere wollten die Geräte abschalten lassen, weil dieses Leben kein würdiges sei. Das wiederum versuchten die Regierung Berlusconi und der Vatikan mit zum Teil bizarren Mitteln zu verhindern. Da wird die Exkommunikation in Aussicht gestellt, da wird Kliniken mit dem Schliessen des Geldhahns gedroht, da soll ein Eilgesetz in einer Nacht-und-Nebel-Aktion durch das Parlament gepeitscht und sogar extra die Verfassung geändert werden. Und die Klinik „La Quiete“, die sich schliesslich bereit erklärt hatte, die Patientin zum Sterben aufzunehmen, wurde von Carabinieris durchsucht – wer weiß, welche Vorwände sich da hätten finden lassen, das Sterben zu stoppen.

Jetzt ist Eluana Englaro tot und plötzlich hat es Berlusconi gar nicht mehr so eilig mit seinem Eilgesetz. Jetzt soll über „Regelungen zu Patientenverfügungen“ nachgedacht werden. Denn Eluana Englaro hatte sich gegen lebenserhaltende Maßnahmen ausgesprochen. In der Debatte interessierte das allerdings niemanden.

17 Jahre Wachkoma, abhängig von Beatmungsmaschinen und dem Tropf. Irreversibel, sagten die Ärzte bereits nach zwei Jahren. Ist das Leben? Und wenn ja, ist es dann ein lebens-wertes?

Wohlgemerkt: Aus Sicht der Gesellschaft muss jedes Leben des Lebens wert sein! Egal wie mühsam und unbequem es für eine auf Schönheit und Leistung getrimmte Kultur vielleicht ist.

Aber aus Sicht des Betroffenen stellt sich die Sache vielleicht anders dar. Ob Wachkomapatienten ihre Umwelt registrieren oder nicht – das weiß bis heute niemand.  Wenn ja, dann mag es als eine der schrecklichsten Vorstellungen gelten, bei Bewusstsein zu sein, aber zur Unbeweglichkeit verdammt, ohne sich mitteilen zu können. 17 Jahre lang – tagein, tagaus.

Falls nein, dann ist es lediglich das Sorgen für die Funktionstüchtigkeit von ein paar Muskeln und Nervenzellen – der Mensch dazu, der ist längst ausgewandert.

Die Maschinen abschalten oder nicht – eine schwierige Entscheidung. Seelig die Menschen vor uns, die diese Art von Entscheidung nicht zu tragen hatten. Weil es keine solchen Möglichkeiten gab. Weil es der natürliche Weg gewesen wäre, zu sterben.

Sterben zu dürfen, vielleicht sogar. Denn die Frage ist doch am Ende: Was ist der Tod? Also der Tod im Sinne des menschlichen Ablebens, des Versagens von Körperfunktionen?

Auch wenn wir es gerne verdrängen: Gehört der Tod nicht zum Leben? Und ist der Tod nicht auch von dem geschaffen, der sich den Lauf der Welt erdacht hat? Von der Entstehung einer Eizelle über das kraftvolle Handeln bis hin zum Schwachwerden und letztendlich zum Sterben?

Die moderne Technik ermöglicht uns viel. Aber je mächtiger die Werkzeuge, desto schwerer, damit umzugehen. Und vieles von dem, was wir technisch können, liegt ausserhalb dessen, was wir zu verantworten in der Lage sind.

Die Frage ist also vielleicht weniger „Wie gehen wir mit der Sterbehilfe um?“, sondern vielmehr: Wie gehen wir mit unseren eigenen, technischen Möglichkeiten um, uns über die den Lauf der Natur zu stellen?

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Kommentare

27 Kommentare auf "Sterbehilfe: Hat Gott nicht auch den Tod geschaffen?"

  1. mike-molto says:

    Es ist immer gut, wenn eine Patientenverfügung vorliegt.

    Jeder Fall ist ein Einzelfall und bedarf sorgfältiger Prüfung.

    Antworten
  2. Bruno´s says:

    Es ist immer gut, wenn eine Patientenverfügung vorliegt.

    Jeder Fall ist ein Einzelfall und bedarf sorgfältiger Prüfung.

    Wenn eine vorliegt, dann ist das wohl gut, aber leider halten sich die wenigstens Mediziner daran. Ich persönlich finde es gut wenn man es so macht wie es auch in der Patientenverfügung steht. Jeder sollte selbst entscheiden dürfen, wann er die Welt verlassen will.

    Antworten
  3. PVM says:

    Der Allmächtige stimmt den Eintritt wie auch Ausgang/Ende was das irdische Leben betrifft… jedenfalls entnehme ich das Gottes Wort.

    Prediger 8,8: Der Mensch hat keine Macht über den Tag des Todes.

    Matthäus 6,27: Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

    Der Mensch hat sie sich genommen… so wie er in nahezu allen Belangen anders und größer als Gott sein will.

    Selbstmord… bestellte Tötung… Hilfe dazu… wo wird das in Gottes Wort erwähnt und nicht verurteilt? Nur weil es Maschinen und Hilfswerkzeuge dazu gibt? Das erinnert etwas an die israelische Umgehung das Handy am Sabbat zu benutzen o.ä., oder?

    Antworten
  4. Bernd says:

    Es sollten sich Alle, die für ein NEIN stimmten-stimmen, in die Lage der Patientin und deren Angehörige versuchen hineinzuversetzen.
    Möglicherweise hört man dann auf Pro oder Contra
    zu stimmen und es dem/den Betroffenen zu überlassen, eine Entscheidung ,die bei Gott nicht
    leicht ist zu treffen und auch zu verantworten.

    Antworten
  5. M.Mueller says:

    Gott selbst schuf das Leben-nicht den Tod nach der Erlösung durch das den Tod Christi.
    Der Sünde Sold ist der Tod.Im Falle der Sterbehilfe ist der der Täter der Sünder der sich anmaßt über Leben und Tod zu richten Gott zu spielen und Lebensmaßnahmen unterlässt.

    Unterlassene Hilfeleistung ist in Deutschland strafbar.Und von diesesn Straftaten wimmelt es nur so.Danke Reformen in allen Bereichen werden sich Sterbehilfen bald durchsetzen.Der Verfall der Moral Ethik Würde Menschenrechte scheint unaufhaltbar.
    Ein rein politisches und bildungstechnisches Versagen deren Kurs beängstigend ist.Es erinnert an vergangene Zeiten.Nur in einem anderen Gewand.Schwerer zu durchschauen im Eitelkeitendschungel.
    Wenn Charisma und Eitelkeiten die Würde und das Recht auf leben den Leuten als gütige Sterbehilfe verkaufen-dann gute Nacht.Es wird wie mit Organhandel missbrauch getrieben werden(bzw. wird mit Sicherheit schon(Todesengel).
    Letztlich ,wenn sich sowas durchsetzt)wird(öffentlich) Sterbehilfe immer dort notwendig wo Menschen die Lebenserhaltung nicht mehr als rentabel erachten.Vieles gibt es sicher auch so schon ohne das es ans Licht gerät,meiner Meinung nach.

    Antworten
  6. nurfuechseschleichenlaut says:

    @PVM: Du sagst, das der Allmächtig nicht will, das wir unseren Tag des Todes selbst bestimmen. Da magst du vieleicht recht haben, ABEr ist es wirklich töten, wenn man eine von Gott ungewollte verlängerung der Lebenszeit beendet? Denn wenn du sagst, dass laut Prediger 8,8 der Mensch keine Macht darüber hat, den Tag des Todes auszuwählen, also weder hinaus zu zögern, noch zu verkürzen.

    Aber, wenn diese Aperaturen nicht existieren würden, dann wäre der Patient schon längst tot.
    Also widersprichst du dir selbst, wenn du sagst, dass der Mensch diese Maschiene nicht abschalten darf. Denn er hätte sie dann auch nicht einschalten dürfen.

    Ich persönlich glaube nicht, dass es Tötung ist, wenn man einen Körper, den der Geist (so einer existiert) längst verlassen hat.
    Gruss.

    Antworten
  7. nurfuechseschleichenlaut says:

    @M.Mueller:
    Was ist das für ein Leben, wenn man nur noch vorsich hinvegetiert? Ist da nicht auch, wenn ich deine Welt ansicht, die anscheinend sehr Gott geprägt ist besser, ins Paradies zugehn, und den leblosen, von der Umwelt abgeschotteten Körper hinter sich zulassen?
    Gruss.

    Antworten
  8. nurfuechseschleichenlaut says:

    Verzeiht meine Grammatik.
    😀

    Antworten
  9. freidenkerin says:

    Ist es nicht so, daß dieser seit vielen Jahren nun schon mal mehr mal weniger offen schwelende Konflikt Sterbehilfe vielleicht nur deshalb dermassen viele Gemüter erregt, weil uns – mag sein unbewusst – die latente Angst vor Tod und Sterben eingeimpft wurde – und wird? Was ist so schrecklich daran, einem Mitmenschen, der, wäre keine Apparatemedizin vorhanden gewesen, um ihm ein künstliches „Überleben“ zu gewährleisten, ohnehin schon längst in ein anderes Leben übergegangen wäre, dieses Hinübergehen nicht nur zu erleichtern, nein, zu gestatten?

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  10. cherieblue says:

    Sehr gute Gedanken, finde ich. Es ist der von Gott gewollte Lauf des Lebens, dass es einmal mit dem körperlichen Tod zu Ende geht. Jesus hat das nie in Frage gestellt, ihm lag nur das unvergängliche Leben, die Beziehung zu Gott, am Herzen. Auch Lazarus ist wieder gestorben.
    Überlegenswert ist vielleicht, wie Menschen in früherer Zeit mit todkranken Menschen umgegangen sind, als es noch nicht diese ethisch die Menschen überfordernden technischen Möglichkeiten gab. Ich denke, sie flößten ihnen vielleicht schmerzstillende oder betäubende Tinkturen ein.
    Heute ist das vielleicht vergleichbar mit der Hospizbewegung.
    Komapatienten dagegen werden nur künstlich am „Leben“ erhalten. Meinen die Ärzte, es ihnen schuldig zu sein, alles technisch Mögliche einzusetzen?
    @M.Mueller: Wir reden hier von todkranken Menschen. Der Verweis auf die Nazizeit mit der Ermordung von Behinderten ist, glaube ich, nicht angebracht.

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  11. Wolfram says:

    Ich weiß zu wenig, um Stellung zu beziehen. Beispielsweise bewegt mich die Frage, ob diese junge Frau von anderen „Maschinen“ abhängig war als der künstlichen Ernährung. Vor einigen Jahren gab es eine ähnliche Situation in den USA, wo im Hintergrund noch ein Ehemann stand, der sich gern neu verheiraten wollte… und meiner Meinung nach war auf einigen Bildern jener jungen Frau deutlich zu sehen, daß sie sich zwar nicht äußern konnte, aber daß ihre Augen das Geschehen um sie herum verfolgten.
    Sie war nur von der künstlichen Ernährung abhängig, von keiner anderen Apparatemedizin, und sie ist kläglich verhungert und verdurstet. Womöglich bei vollem Bewußtsein, lediglich – „lediglich“… – in der Unfähigkeit, sich zu äußern. Damit befinden wir uns womöglich nicht im Bereich von „lebensverlängernde Apparatemedizin“, sondern von „Behinderung“. Ein Tetraplegiker ist ebenfalls auf Hilfe angewiesen, kann sich nicht selbst ernähren, manchmal auch nicht sprechen (je nach Art seiner neurologischen Schäden)… wo ist die Grenze zum sogenannten Wachkoma? Er ist auch „todkrank“… weil sein Zustand es unmöglich macht, ohne Hilfe von außen zu überleben. Läßt man ihn deshalb verhungern? Nein, das ist strafbar, und aus guten Gründen. Wo also die Grenze ziehen zwischen diesen und jenem? Ist sie nicht in jedem Fall willkürlich? Ist die Frage nach der Euthanasie „lebensunwerten Lebens“ hier nicht doch berechtigt? Oder wer ist der nächste, der verhungern muß?
    „Ich war hungrig und durstig, und ihr habt mir nicht zu essen und zu trinken gegeben“…

    In beiden Fällen scheint mir eines völlig unbeachtet in der öffentlichen Diskussion, aber eminent wichtig: es waren die Angehörigen, die dieses Leben nicht mehr ertragen konnten. Ob die Patientin (wörtlich: die Geduldige!) das auch so sah, weiß kein Mensch, das weiß der Schöpfer allein. Die Angehörigen aber haben es nicht mehr ertragen, die junge Frau so liegen zu sehen, und wollten der Sache ein Ende machen.
    Ich habe übrigens gelinde Zweifel, daß eine 17jährige ein Patiententestament verfaßt haben soll… mit 17 hält man sich doch meist für unsterblich…

    Antworten
  12. Floyboy says:

    Irgendwie ist mir das hier zu effekthaschend und ungenau.
    Faktisch ist es doch so, und da kann man getrost Ländergrenzen außen vorlassen, dass es eben kein „richtig“ oder „falsch“ hinsichtlich der Sterbedebatte geben kann. Vielmehr existiert ein großer, moralisch-verschwommener Raum zwischen den Extremen der Patientenautonomie und der ärztlichen Fürsorgepflicht. Ob es nun „eine Pflicht zu leben“ gibt oder ein „Recht auf Sterben“ ist einfach nicht beantwortbar.
    Der Mensch kann in dieser essentiellen Fragestellung nur anhand von konkreten Beispielen werten: In unserer Moral macht es sehr wohl einen Unterschied, ob eine 89jährige Patientin im Wachkoma liegt oder ein 18jähriger Motorradfahrer.

    Die rhetorische Phrase, ob das Sterben denn nicht zum Leben gehöre ist also überhaupt nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend ist, dass man keine klaren Lösungen finden darf, weil es eben keine geben kann.

    Antworten
  13. Der Weltenforscher» Blogarchiv » Ethisches Gutachten: Patientenverfügung says:

    […] dieses Blogeintrags habe ich mich dazu entschieden, ein von mir verfasstes ethisches Gutachten über die […]

    Antworten
  14. olyly says:

    Erinnern möchte ich noch mal an den Fall Chantal Sébire: Sie litt an einer äußerst seltenen Tumorerkrankung für die es weder Mittel noch Heilung gibt.
    Ihren Kiefer, ihre Nase und ihr Augenlicht hatte sie schon verloren, ihr Gesicht war übelst entstellt und ihr Leiden unbeschreiblich. Es schien und so fühlte sie sich, als würde der Tumor ihr Gesicht gleich zum Platzen zu bringen. Morphium konnte bei ihr nicht eingesetzt werden. Zuletzt weinte sie nur noch und bat ihre Tochter, ihr zu helfen. Trotzdem hinderte sie Religion und Gesetz am Sterben.
    Ein Gott/Götter sind nichts als imaginäre Wesen. Eine Erfindung des Menschen, (für Kirchen ein profitables Geschäft) der sich ohne solch gearteter Gedankenkrücken die Welt nicht zu erklären vermag. Ich frage mich, woher Christen die Dreistigkeit nehmen, den Willen Gottes über so viel Leid zu stellen. [Leidenswunsch an andere gestrichen – bitte um Verständnis. RK]

    Antworten
  15. M.Mueller says:

    Es ist ganz einfach ein Versäumnis von Politik das sie Familien mit kranken Angehörigen im Stich lässt.Sich emotional und Pfelegtechnisch sich nicht für Angehörige einsetzt.

    Ich persönlich bin kein Freund der Wegwerfmentalität wenn jemand nicht mehr wirtschaftlich ist.
    Bin ja schließlich in gewisser Weise auch betroffen.

    Wenn ich mich selber für den Suizid entscheide ist es allemal etwas anderes als wenn andere für wehrlose das Wort ergreifen und sich zum Gott über Leben und Tod machen.

    Ich kann mich an n eine Frau erinnern .Sie lag im Wachkoma(wenn diese mit ihrer Erkrankung direkt zu tun hatte wachen 90% nicht mehr auf).Sie lag Wochen oder Monate(weiß nicht mehr so genau in diesem Wachkoma).Menschen hatten Hoffnung das sie es schaffen könnte(es gab neben der Hoffnung auch auf Medizin auch viel Gebet für diese Frau) .

    Sie wachte wieder auf nach einer Zeit und wurde zur Reha vorbereitet.
    Sie starb-aber an Thrombose.43 war sie ungefähr plus ?

    Und doch wachte sie auf und wäre das mit der Thrombose nicht passiert hätte sie ihre Kinder aufwachsen sehen können.
    ———————————-
    Ich versetze mich durchaus in die Lage von Angehörigen.
    Deshalb meine ich auch der Staat kümmert sich zu wenig um diese (ob finanziell ebenso emotional-welche bei einem Staat der Menschenrechte so propagandiert selbstverständlich sein sollte).

    Sterbehilfe ist immer ein Weg aus der finanziellen Last.Es stecken keine guten Gedanken dahinter-die werden nur so gedreht und so verkauft möglichst mit charisma damit sie viele Anhänger findet und die Masse die „Demokratie“.
    entscheidet.Das Angehörige oft über ihr Limit gehen(müsen) ist eher ein politisches Armutszeugnis.

    Antworten
  16. Der Zausel says:

    Ja, Gott sagt: „Du sollst nicht töten.“ (Genauer: „Du sollst nicht morden.“)

    Aber NIRGENDWO steht „Du sollst nicht sterbenlassen.“

    Es ist ein ungeheurer und menschenverachtender Hochmut der weltabgehobenen Lebensdilettanten aus dem Vatikan und aus der Politik, sich von sich aus als Herren über Leben und Sterben aufzuschwingen.
    Keinen der alten Männer interessiert doch mehr Gottes Wille. Sie sind einzig interessiert an ihrer INTERPRETATION von Gottes vermeintlichem Willen.

    Wie krank ist dieses Denken, wie krank ist dieses Machtgehabe?
    Keiner dieser Männer (und es sind immer nur Männer!) kommt auf den Gedanken, daß sie sich eben zu Handlangern dessen machen, was sie gerade anprangern:
    Wer sich zum vermeintlich unfehlbaren Herrscher über das Leben macht, macht sich doch automatisch auch zum Herrscher über den Tod. Eines geht schließlich nicht ohne das andere.

    Welch unglaublicher Hochmut steckt darin!

    Der Zausel

    Antworten
  17. Manfred says:

    Auch wenn wir es gerne verdrängen: Gehört der Tod nicht zum Leben? Und ist der Tod nicht auch von dem geschaffen, der sich den Lauf der Welt erdacht hat? Von der Entstehung einer Eizelle über das kraftvolle Handeln bis hin zum Schwachwerden und letztendlich zum Sterben?

    Wie kommst Du denn darauf? – Ich dachte, dies ist eine christliche website? – Da musst Du doch wissen, dass der Tod nichts „Erschaffenes“ ist und „zum Leben dazugehört“, sondern das Gegenteil con Leben ist!
    Das Leben ist ewig. Da sich der Mensch dessen nicht bewusst war fiel er durch den Sündenfall in den Tod – was nichts anderes ist als Störung des gottgeschaffenen Zusammenhanges!

    Antworten
  18. Wolfram says:

    @Zausel:
    Du sitzt einer Reihe von Irrtümern auf.
    Einem Übersetzungsirrtum. Die Übersetzung „morden“ ist weder sprachlich noch exegetisch haltbar. Der hebräische Begriff geht sowohl über das „Töten“ an sich hinaus (bezeichnet beispielsweise auch Vergewaltigung!), als auch über das intentionelle Töten (weil fahrlässige Tötung eindeutig einbegriffen ist). Die Einschränkung „morden“ wurde eingeführt, weil man zu rechtfertigen versuchte, daß trotz dieses uralten Tötungsverbots Todesstrafe und Kriegsgebot göttlich sanktioniert waren… Vielmehr muß man wohl davon ausgehen, daß das Tötungsverbot sich auf die Angehörigen der eigenen Gesellschaft beschränkt und nicht auf fremde Armeen, auf Menschen, die sich durch ein Verbrechen außerhalb der Gesellschaft gestellt haben, oder auf Tiere beziehen kann. Christen sind nicht gleich Vatikan, und bei weitem nicht alle christlichen Theologen sind Männer. Erst recht nicht alle Gläubigen!Christen machen sich gerade nicht zum absoluten Herrscher über das Leben. (Aber möglicherweise ist das eine Feinheit, die dem criticastis communis gern entgeht…

    @olyly: Es müßte mich wunders nehmen, wenn ausgerechnet im Fall Chantal Sébire religiöse Instanzen die Sterbehilfe verboten hätten… ich war quasi vor Ort, in dem sicher antikatholischsten aller westeuropäischen Staaten, und es ging NICHT um religiöse Fragen. Wenn man davon absieht, daß Chantal Sébire aus religiösen Gründen einen Suizid kategorisch ausschloß und statt dessen von jemand anderem zum Tode befördert werden wollte. Aber das ist eine andere Tasse Tee – und mit christlichen Regeln nicht in Einklang zu bringen.

    Antworten
  19. olyly says:

    @ Wolfram: Ob es in diesem Falle religiöse Instanzen waren oder nicht, spielt in dem von mir aufgeführten Fall keine Rolle. Nicolas Sarkozy stellte sich auch im Falle der Chantal Sèbire hinter das Gesetz, das Sterbehilfe in Fr. verbietet. Und welch geistiges Kind der erzkonservative Politiker ist, dürfte kein Geheimnis sein.

    Antworten
  20. freidenkerin says:

    oylyly: Das Ganze geht ja schon mal mit der Frage los, warum Mitmenschen sich dazu berufen bzw. ermächtigt fühlen, genau zu wissen, was Gottes Wille sei? Weil es bei diesen Interpretationen lediglich um eines geht – um Macht? Weil mündige, von den Altlasten einer längst überkommenen Institution entgültig befreite Bürger nicht mehr zu gängeln, zu unterdrücken, zu missionieren – und nicht mehr zu schröpfen sind? Weil man mit der Angst vor dem Tod – und dem Teufel dermassen gut einschüchtern und mundtot machen kann?

    Antworten
  21. u.wohlrab says:

    Ich weise auf einen Gedichtband hin von John Milton das da heißt das verlorene Paradies Englisch Paradies lost also das Paradies verloren, das denke ich sollte der Titel sein.

    Ich warne diejenigen davor die mit ephischer Prosa nichts anfangen können es zu lesen, denn es ist nicht in Reimen geschrieben sondern eher wie die Odysee Saga.

    Dort sagt der Autor der Tod ist ein Sohn des Satans und der Lüge dem stimme ich voll und ganz zu.

    Wenn man die Technik hat darf man diese trotzdem nicht missbrauchen um zu foltern und ich nenne das Folter, wenn man einen Menschen 17 Jahre quält.

    Die katholische Kirche ist in diesem Punkt sehr falsch gestrickt und jeder der meint die Verse in der Bibel keiner hat sich selbst das Leben gegeben, also darf er es sich nicht nehmen, stimmen insofern wenn der Patient bei vollem Bewusstsein ist und selbst entscheiden kann, aber wenn Maschinen das Leben verlängern, dann hätte dies auch schon zur Zeit der Enstehung der Bibel dort sein müssen.

    Zu dieser Zeit gab es das nicht, also kann man das nicht in dem Sinne auf das Hier und Jetzt anwenden.

    Marantha Der Herr sieht und kommt bald

    Antworten
  22. Wolfram says:

    @Olyly: Sarkozy ist Staatschef und als solcher auf das Gesetz vereidigt. Also MUSS er es hochhalten. Er könnte natürlich auch, wie ein gewisser Sivio Berlusconi, seine GEsetze allgemein nach Laune machen lassen, wärest du dann zufriedneer? Sicher nicht… Fazit: du haust auf ihn ein, weil er nicht getan hat, was du grad wolltest.
    Die Frage ist aber eine andere: Warum nur hat Changal Sébire nicht selbst ihrem Leben ein Ende bereitet? Der gute alte Schlaftablettencocktail stand ihr ja wohl zur Verfügung… sie hätte sich auch zu Tode hungern können; wie schnell das wirkt, hat man ja jetzt in Italien gesehen. Aber das wollte sie nicht. Sie WOLLTE es nicht, sie VERLANGTE, daß jemand anders Hand an sie legt. WOZU?

    @U.Wohlrab: Mein Großonkel hat im Weltkrieg beide Hände verloren. Er hat nur durch Ernährung von außen überlebt, wie Eluana Englaro in den letzten 17 Jahren…
    wo ziehst du die Grenze? Sine bewußtlos scheinende Menschen keine Menschen mehr?

    Antworten
  23. Klaus Püplichhuisen says:

    Ob Gott den Tod geschaffen hat? Kein Mensch kann mir darauf eine Antwort geben. Aber Gott schon. Durch Sein Wort – die Bibel. Gott schuf das Leben, so auch den Menschen. Er schuf ihn gemäß Geist, Seele und Leib. Gott und der Mensch hatten eine wunderbare Lebensgemeinschaft, die auf Liebe basierte. Solange sich der Mensch in Liebe zu Seinem Gott und Seinem Wort hielt, war er sicher und hatte das Leben. Doch kam auch die Warnung von Gott an den Menschen: „Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten u n d des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, musst du des Todes sterben.“ (1.Mose 2,16-17) Der Mensch aß von der Frucht, die seine Augen anzog. Doch er starb nicht sofort. Es heißt in 1.Mose 5,5, dass Adams Alter 930 Jahre ward und dann starb er, körperlich/seelisch. Aber an dem Tag, da Adam die Frucht des Guten und des Bösen zu sich nahm, starb er auch schon, geistlich. Von da an war die wunderbare Gemeinschaft des Lebens mit Gott zerstört. Er war von Gott getrennt. Ein zweiter Adam, der Sohn Gottes, kam in die Welt, weil Er uns liebte, und durch Sein Sterben und Seine Auferstehung von den Toten wurden die schlimmen Folgen des Falles getilgt und neues Leben gebracht. Wenn ich JESUS Christus anrufe und Ihn um Vergebung meiner Sünden bitte, Ihn in mein Leben bitte, dann werde ich in meinem Geiste von neuem geboren, bekomme ich ein zweites Leben, das ewige und lebe über meinen körperlichen Tod hinaus wieder in der herrlichen Gemeinschaft mit Gott dem Schöpfer und Erlöser. Die Bibel sagt, dass die, welche danach in Christus sterben, körperlich auferweckt werden mit einem neuen Leib bei der Wiederkunft Jesu Christi. Gott ist der Schöpfer des Lebens, nicht des Todes. Glaubst Du das? Ich schon, und ich danke Ihm für meine zwei Leben.

    Antworten
  24. Frauke says:

    Einen Gott-gewollten Tod zu verhindern oder eine Menschen-gewollte Erlösung. Worum geht es hier eigentlich. Wenn Gottes Wille geschehen hätte dürfen, wäre der armen Italienerin und ihren Angehörigen etliches erspart geblieben.

    Antworten

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