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Pro Reli: Wollen wir wirklich Ethikunterricht ohne Christen?

„Pro Reli“ sorgt für viele Schlagzeilen. Wenn sich Christen im hochsäkularen Berlin zu Wort melden, bleibt das eben nicht ohne Reaktion. Aber trotz aller vermeindlichen Religionsfeindlichkeit der Spreestadt: Pro Reli hat das Etappenziel erreicht. Es wird eine Volksabstimmung geben. Und 300.000 Unterschriften sind eine starke Sache. Grund zum Jubeln!

Und auch wenn die Schwelle von 600.000 Teilnehmern bei einer solchen Befragung erstmal genommen werden will – eins hat Pro Reli schon jetzt bewirkt: Die extrem religionskritische rot-rote Berliner Regierung ist nervös, versucht sich in Termin-Tricksereien und manövriert sich selbst damit ein Stück weit Richtung Unglaubwürdigkeit.

Gleichzeitig reden Berlin und die Republik einmal mehr über das Thema Religion. Das ist sicher gut.

Und doch mehren sich die Stimmen unter Christen, die hinterfragen, ob der Erfolg der Inititative wirklich ein Fortschritt in unserem Sinne wäre. Und noch mehr: Man kann sich zu Recht fragen, ob „Pro Reli“ nicht eigentlich kirchlichen Interessen entgegen spielt.

Ein paar Gedanken dazu:

1.

Wenn sich die Schüler zukünftig für den Religionsunterricht entscheiden, würden sie sich damit automatisch gegen Ethik entscheiden (bislang bleiben sie in jedem Fall im Ethikunterricht). Und das werden meistens diejenigen sein, die entweder fromm orientiert sind oder die die Kirchen sowieso z.B. durch den Konfirmationsunterricht erreichen.

Die Folge: Die christlich orientierten Schüler werden aus dem Ethikunterricht abgezogen, übrig bleibt dort eine Klasse ohne Christen und damit auch ohne christliches Engagement.

Das ist aus missionarischer Sicht in etwa so, als ob man das Salz sicher in einem Kistchen verstaut, statt es in die Suppe zu kippen.

Und wenn gläubige Schüler dann doch bewusst im Ethikunterricht bleiben, um dort ihre Stimme einzubringen, dann hinterfragen sie damit wiederum den Sinn des konfessionellen Religionsunterrichtes.

Natürlich werden sich auch ungläubige, aber religiös Interessierte Schüler in den christlichen Relgionsunterricht verirren. Es werden aber vermutlich wenige sein. Die anderen allerdings erreichen die Kirchen in der Schule dann trotzdem nicht.

2.

Darüber hinaus fordert die Initiative ja nicht nur einen christlichen Religionsunterricht. Hat sie Erfolg, wird es neben einem evangelischen und einem katholischen auch (weiterhin) einen muslimischen und einen jüdischen Religionsunterricht geben.

Das bedeutet, dass auch muslimische und jüdischen Schüler aus dem Ethikunterricht abgezogen werden – sicherlich durch elterlichen Druck in noch stärkerem Maße als es bei christlich orientierten Schülern der Fall wäre.

Damit würde ein Erfolg von Pro Reli die deutsche Gesellschaft (gerade im multikulturellen Brennpunkt Berlin) um eine wichtige Möglichkeit berauben, muslimischen Jugendlichen westliche Gesellschafts-, Freiheits- und Rechtsvorstellungen nahe zu bringen. Und auch andersherum den deutschen Schülern Verständnis für islamische Kultur zu vermitteln. Ein schwerer Rückschritt für die – auch von den Kirchen unterstützten – Integrationbemühungen.

3.

Ein Religionsunterricht, der sich vom Ethikunterricht nicht sonderlich unterscheidet, ist sinnlos.

Reli-Unterricht in deutschen Schulen ist zwar oft ausgezeichnet, aber oft genug auch eben nicht. Es werden Spielfilme geguckt, man unterhält sich über ethische Themen und setzt sich selten (und wenn, dann häufig sehr kritisch) mit der Bibel und dem christlichen Glauben auseinander. Es hängt eben immer am Lehrer.

Würde also ein konfessioneller Religionsunterricht als Wahlpflichtfach eingeführt, müssten sich die Kirchen dringend auch Gedanken über die Qualitätssicherung im Unterricht machen.

Das bedeutet nicht, dass der Religionsunterricht zur reinen Vermittlungsanstalt von christlicher Doktrin werden soll. Die Schüler sollen nicht einfach von irgendetwas überredet werden, sie sollen selbstbestimmte und reife Ansichten über die Fragen nach Gott entwickeln. Ganz klar. Das aber kann auch ein Ethikunterricht leisten – und das vielleicht sogar besser.

In einem christlichen Religionsunterricht sollten darüber hinaus christliche Überzeugung, christliche Freude und christliche Spiritualität positiv, lebensnah und begeisternd transportiert werden.

Und das funktioniert eben nur, wenn die Lehrenden auch persönlich überzeugt sind von dem, was sie da vertreten und einen persönlichen, charakterstarken Glauben vorleben.

4.

Reli-Unterricht – und dann? Der Vermittlungsort für den christlichen Glauben ist und bleibt die Ortsgemeinde.

So gut es ist, Jugendliche in der Schule mit dem Evangelium in Berührung zu bringen: Reliunterricht darf nicht zum Feigenblatt für mangelnde Angebote an Jugendliche in den Gemeinden werden. Es darf auch nicht dazu führen, dass die Anstrengungen in den Gemeinden zugunsten eines Reliunterrichts vernachlässigt werden.

Beides muss zusammenspielen, Hand in Hand gehen. Überzeugende Leute haben den Kontakt in den Schulen und interessierte Schüler finden dann Gemeinden vor, die offen für Jugendliche sind und attraktive Glaubensangebote für sie bieten.

Und jeder Kontakt von Kirche und Schule muss ein Ansporn an unseren eigenen Glauben und dessen Umsetzung im Leben sein. Jugendliche sind sensibel dafür, ob es jemand ernst meint oder der Glaube lediglich eine Hülle aus Tradition bleibt.

Fazit

Man kann sich also die Frage stellen: Ist die Berliner Situation nicht gerade eine Chance, die andere Modelle in anderen Bundesländern nicht bieten? Wenn man sie denn richtig wahr nimmt und den momentanen Rückenwind von 300.000 Unterschriften nutzt, um im Sinne der Religionserziehung positive Änderungen in Berliner Ethikunterricht zu erwirken.

Ich deute mal versuchsweise an, wie das Wahrnehmen dieser Chancen vielleicht aussehen könnte:

Man könnte die Gunst der Stunde nutzen, jetzt zusammen mit der Berliner Regierung einen reformierten Ethikunterricht zu konzipieren.

Einen, der von Ethiklehrern und Religionslehrern gemeinsam gestaltet wird, entweder abwechselnd oder (besser) mit dem Ethiklehrer als Moderator und Pfarrern, Jugenddiakonen, Imamen und Rabbinern als denjenigen, die jeweils ein paar Monate lang den Schülern ihre Weltanschauung nahe bringen.

Ein Ethikunterricht, der für alle Schüler Einblicke in alle Religionskonzepte bietet – vermittelt aber jeweils von denjenigen, die auch davon überzeugt sind, wovon sie reden.

Und das sage ich bewusst als einer, der den Satz glaubt: Das Heil ist in keinem anderen Namen zu finden als dem Namen „Jesus Christus“.

Gerade als überzeugte Christen müsste es uns ein Anliegen sein, die Kids zu erreichen, die ausserhalb der Schule nie die Möglichkeit hätten, von Jesus zu hören.

Ich habe dabei keine Angst, wenn in einem Ethikunterricht beispielsweise Evangelium und Islam gleichberechtigt nebeneinander vorgestellt werden. Die Schule als religiös neutraler Lernort muss das tun.

Ich weiß aber um die Power der Guten Nachricht und ihrer Überzeugungskraft, wenn authentische Menschen sie vorleben.

Deshalb: Eine Diskussion über solche Modelle jenseits der bisherigen Denkpfade fände ich doch mal spannend.

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Kommentare

10 Kommentare auf "Pro Reli: Wollen wir wirklich Ethikunterricht ohne Christen?"

  1. gerhard rebmann says:

    finde ich einen guten gedanken, wenn wirklich auch qualitativ gearbeitet wird (für grundschüler nicht unbedingt, denn die sind nicht immer so ganz fest in dem was sie glauben und vor allem warum sie es glauben),
    aber engagierte christliche schüler könnten im ethik-unterricht bestimmt mehr erreichen als in einem humanistisch verbrämten reli-unterricht.
    am schlimmsten finde ich aber, dass die reli-lehrer meistens ein wischi-waschi-christentum anbieten.
    meine söhne leiden darunter, auch weil es nicht leicht ist, dem lehrer zu widersprechen und viel mut kostet.

    Antworten
  2. Obadja says:

    Hallo,
    also ich bin noch in der Schule (gerade so noch–>im Jahrgang 13) und finde es schwer genug, mich gegen die atheisten in meinem Relikurs zu behaupten. Es geht bei uns oft nicht darum, ob man jetzt wirklich evangelisch oder katholisch ist oder atheist, sondern es gehet bei der auswahl auch klar darum, welcher lehrer der beste ist. Und so kommt es, dass wir 4 Christen sind und 19 Nichtchhristen in unserem Relikurs. Und das sind jetzt nicht alles Nichtchristen, die trotzdem Kirchensteuern zahlen, nur irgendwie keeinen Kontakt zu Gott haben, sondern das sind auch Leute, die im Unterricht sagen, dass es wohl nichts bescheuerteres gibt als den gedanken, dass es einen gott geben könnte.
    Also ich glaube auch im Reliunterricht warten da große aufgaben auf unsere kleinen 5. klässler. Wenn die die alle mal evangelisiert haben, können wir drüber nachdenken, ob unsere super 5. auch den ganzen jahrgang schaffen, davor bin ich noch für reli.

    Antworten
  3. Home says:

    Also ich finde die Anregungen sehr gut, aber ich habe auch eine mehr oder weniger negative Erfahrungen gemacht.

    In der Klasse in der ich war, ich war Umschülerin und wie die anderen um die 20-40 . Ich war die einzigste überzeugte Christin. Wir hatten einen christlichen Religionslehrer (sein Vater war Pfingstler) und er hat wirklich guten Unterricht gemacht. Wir haben die verschiedenen Religionen durchgenommen, mitsamt ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Er konnte sehr gut herausstellen was das Christentum hat, was die anderen nicht haben. Das war sachlich sehr überzeugend.

    Leider war das Interesse bei den Schülern gleich null. Es lag nicht an ihm. Ich hatte das Gefühl ich bin umgeben von dummen Gänsen (sorry, aber empfand ich genau so) die ihren Mund nicht aufkriegen. Er wurde nicht aufdringlich oder privat, aber selbst zu ganz sachlichen Meinungsfragen bekam er nie Antwort.

    Weil er mir leid tat, habe ich dann oft geantwortet und sogar diskutiert. Ihm gefiel das natürlich, endlich kam Resonanz, aber nun hatte er sich auf mich fixiert und blickte mich jedes Mal herausfordernd an. Das gefiel nun mir nicht. Ich bin nicht gerne ständig im Vordergrund und ich fand dass die anderen auch mal was sagen sollten. Dazu kam es aber nie. So habe ich eine Zeit lang mitgespielt, bis ich mich dann verweigert habe. Das hat ihn dann wieder irritiert.

    Ich sehe solche ‚Missionsaufträge‘ kritisch, weil sie einen auch ganz schön unter Druck bringen können. Ich stehe zu meinem Glauben und halte auch nicht hinter Berg, aber es ist was völlig anderes wenn man freiwillig und gerne aus sich heraus seine Überzeugungen mitteilt.

    Der Lehrer hat es überhaupt nicht böse gemeint, aber zeitweise fühlte ich mich fast missbraucht. Das Wort ist jetzt zu stark, aber ich war schon stinkig, weil es sein Job war und nicht meiner und auf die Klasse war ich auch stinkig weil sie völlig unmotiviert war und das offen zeigte und nur darauf wartete dass die Stunde vorbei ist. (Wir hätten lieber englisch statt Reli gehabt, das wurde abgelehnt.)

    Habe ich ein Fazit? Nöö, außer dass mir die Lehrer schon auch leid tun und ich hoffe dass es genug Christen gibt, die mit Feuereifer ohne Missionsdruck 😉 da was bewirken können.

    Antworten
  4. Pro Reli - auch einmal eine andere Sichtweise - JG-karow beta says:

    […] interessanter Artikel. Solltet ihr umbedingt lesen! Nach meiner Meinung hat die kritische Sichtweise bei Pro Reli … Diesen Beitrag in deinem Lieblingsbookmarkdienst […]

    Antworten
  5. Claudia Kittsteiner says:

    Ich finde die Argumente durchaus plausibel, da ich selber lange überlegt habe, ob „pro Reli“ nicht auch mögliche Chancen eines gemeinsamen Ethikunterrichts verbaut.
    Aber wer lehrt „Ethik“? „Wes Geistes Kind“ ist der Lehrer, also aus welcher persönlichen Überzeugung heraus lehrt er? Ethik braucht eine Basis, daher kann es mir als bekennende Christin nicht egal sein, von wem meine Kinder ethische Grundlagen gelehrt bekommen. Und „die Gunst der Stunde zu nutzen, um einen reformierten Ethikunterricht zu konzipieren“ halte ich angesichts der derzeitigen Regierung für – gelinde gesagt – utopisch.
    Den missionarischen Gedanken möchte ich nicht völlig „abbügeln“, aber er gehört meines Erachtens nicht in den Unterricht. Glaubensvermittlung läuft doch eh nicht über diskutieren, sondern über gelebten Glauben innerhalb von Beziehungen und Freundschaften. Diesen Druck im Ethikunterricht möchte ich meinen Kindern gern ersparen.
    Und zum Schluss finde ich es ein durchaus wichtiges Signal für unserer säkulares Berlin, was unsere kulturellen und gesellschaftlichen Wurzeln sind: Der christliche Glaube. Er ist die Grundlage unserer Gesellschaft, unserer Gesetzgebung, unserer Ethik. Diese Wurzeln sollten nicht durch immer mehr Rückzug des christlichen Glaubens aus dem öffentlichen Leben verwischt werden.
    Darum habe ich für „Pro Reli“ unterschrieben und werde auch beim Volksentscheid dafür stimmen.

    Antworten
  6. Stefan Albert says:

    „Einen, der von Ethiklehrern und Religionslehrern gemeinsam gestaltet wird, entweder abwechselnd oder (besser) mit dem Ethiklehrer als Moderator und Pfarrern, Jugenddiakonen, Imamen und Rabbinern als denjenigen, die jeweils ein paar Monate lang den Schülern ihre Weltanschauung nahe bringen.“

    Nun, das gab es ja schon mal. Als in Brandenburg das Fach LER anfing, wurde genau das versprochen – eine Kooperation zwischen „Ethiklehrer“ und „Religionslehrer“ in dem Fach. In der Praxis zeigte sich bald, dass der Ethiklehrer mit Rückendeckung von oben die ganze Sache faktisch allein diktiert hat und der Religionsvertreter allenfalls gelegentlich mal verschüchtert etwas einwerfen durfte, weshalb etliche irgendwann ganz aufgegeben haben.

    Wie würde es wohl, gerade im Berliner Osten und Lehrern mit DDR-Vergangenheit, ablaufen? So viel anders? Was gibt Anlass zum Optimismus?

    Und ob christlich geprägte Schüler es wirklich wagen, in einem von solchen Lehrern geprägten Ethikunterricht zu ihrer Meinung zu stehen, dass Jesus „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist, und ob sie das nötige argumentative Handwerkzeug gegen die atheistische Propaganda haben, wage ich in vielen Fällen zu bezweifeln.

    Daher mein klares Plädoyer für das Wahlpflichtfach. Hier in Baden-Württemberg haben wir das de facto; und dort ist der Reliunterricht so attraktiv, dass viele Konfessionslose lieber in Reli gehen als in Ethik. Eine solche Ausstrahlung wünsche ich mir auch für Berlin.

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  7. Vau De Emm says:

    Auf merkurpunktde hat der Berliner Theologe Rolf Schieder jetzt seinem Kollegen Bernhard Schlink geantwortet, sehr klug, wie ich finde.
    Hätten wir keinen Religionsunterricht, wäre Ethik gut. Aber es gibt in Deutschland Religionsunterricht (und fast jeder kennt ein schlechtes Beispiel, weil niemand über den Durchschnitt redet, in dem der Unterricht ganz gut funktioniert). Da ist Ethikunterricht eine Verdünnung. Das Fach ist nur entstanden, weil der rot-rote Berliner Senat, dessen Parteien eng mit dem (atheistischen) Humanistischen Verband liiert sind, dezidiert den Religionsunterricht schwächen wollte. Er entspringt einer antichristlichen Haltung.
    Reli ist nur bedingt für Mission geeignet. Aber es ist ein guter alter Grundsatz, dass Religion von Leuten vermittelt wird, die selber in der Religion verwurzelt sind, und nicht von Ethiklehrern, die nicht einmal eine Ausbildung in Religion haben. Sonst ist er wie Musikunterricht, bei dem der Lehrer selber kein Instrument spielt.

    Antworten
  8. Wolfram says:

    Schulunterricht ist kein Missionsfeld, so stehts in den Richtlinien wohl in allen Bundesländern…
    Auf den ersten Blick ist die Argumentation einleuchtend. Aber dann kommen die Fragen.
    Da ist zum einen ganz schlicht die Sache mit dem Grundgesetz, das den Religionsunterricht garantiert. Dagegen kann auch das Land Berlin nicht so einfach anstinken.
    Dann ist die im Kommentar erfolgte Anmerkung unbedingt zu berücksichtigen: was verlangt man von KINDERN, wenn man ihnen auferlegt, ausgerechnet im Ethik-Unterricht (der ja kein Weltanschauungsunterricht sein soll, wie er etwa in Frankreich stattfindet, wo Christentum Teil des Lehrplans Geschichte ist!) missionarisch aufzutreten, missionarisch mit einem Hintergrundwissen, den zu vermitteln eigentlich Sache des RU sein sollte? Gesetzt den Fall, Kinder wären dazu tatsächlich in der Lage: warum brauchen sie dazu den Ethik-Unterricht, warum nicht die 27 anderen Wochenstunden?
    Geradezu zynisch erscheint mir der Verweis, „dann muß es auch jüdischen und muslimischen RU geben“ – ersteres ist durchs GG sowieso garantiert, sobald der Zentralrat der Juden ihn fordert, letzteres eher nicht, weil die muslimischen Religionsgemeinschaften meines Wissens immer noch keinen Weg gefunden haben, als Körperschaft Öffentlichen Rechts anerkannt werden zu können. Davon mal abgesehen: islamischer RU an staatlichen Schulen unterliegt der Schulaufsicht wie der christliche RU; die Lehrpläne werden vom Schulministerium erlassen und gewährleisten im islamischen wie im christlichen Fall, daß keine Extrempositionen zum Maß der Dinge werden. Islamischer RU wird sogar, und zu Recht, als ein wichtiger Schritt der Integration gesehen. Gerade weil er durch staatlich zugelassene Lehrer und nicht durch Imama erteilt wird…
    bei der Einstellung des Blogautors hat mir dann der Kaffee nicht mehr geschmeckt.

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  9. Helmut says:

    Der Hinweis auf islamischen Unterricht ist zu pauschal: islamischer Unterricht wird in der Schule doch sicher nicht von irgendwelchen Imanen angeboten, sondern von Absolventen entsprechender Kurse.Und die werden doch hoffentlich die Integration der Schüler fördern, statt sie zu behindern.

    Und da hier aufs Grundgesetz verwiesen wurde: es gibt darin auch die sog. „Bremer Klausel“, die unter bestimmten Umständen ein anderes Modell erlaubt (GG Art. 141). Womit Berlin in dieser Sache nicht an Art. 7 (,3,1) GG gebunden ist.

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  10. Englert, Monika says:

    Diese (neuen) Gedanken sind sehr interessant und gut. Ja, wenn wir unsere Kinder immer absondern, werden sie nicht stark und lernen nicht, sich einzubringen und zu zeugen. Aber sie brauchen dazu Rückendeckung durch gute Lehrkräfte und eine Reform, Umdenken betreffs Ethikunterricht. Unsere Töchter waren an und für sich stark und auch fest im Glauben, aber gegen eine Lehrkraft anzugehen, noch dazu ohne die Mehrheit der Klasse hinter sich, das schafft kein Kind. Außerdem hat der Lehrer Macht durch die Zensierung.
    Schaut, dass diese Gedanken in die gemeindliche und dann öffentliche Diskussion gelangen. Das wäre Sieg.

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