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Öffentliche Bevormundung privater Quizmoderatoren

Günther Jauch hat der ARD abgesagt. Er wird nicht ab September die Nachfolge von Sabine Christianes Sonntagabend-Talk übernehmen. Schade eigentlich, denn ein Günther Jauch ist für „Millionär“ und „Stern-TV“ zwar eine erstklassige Besetzung, aber einen so hochkarätigen Journalisten vermissen wir schon lange schmerzlich im politischen Fernsehen.

Die Gründe für die Absage kann ich allerdings gut nachvollziehen – genau genommen hätte Jauch auch nichts anderes tun dürfen als solchen Bedingungen die kalte Schulter zu zeigen. Die Vorstellungen der ARD waren einfach zu grotesk und im Grunde beleidigend für einen vom Format Jauch. Der sollte unter anderem „journalistisch exklusiv“ für die ARD tätig sein. Warum das – und wieso Unabhängigkeit die Kompetenz eines Journalisten infrage stellen sollte – das bleibt das Geheimnis des „Ersten“. Das riecht dafür recht streng nach Marketingstrategie. Wahrscheinlich wollte sich die ARD ihren Polittalk nicht mit einem Quizmoderatorimage besudeln. Was wiederum die Frage aufwirft, warum der ARD das Image ihrer Politik-Magazine plötzlich wieder so wichtig ist, nachdem sie diese Programmsparte erst 2006 um ein Drittel gekürzt hatte. Wieso eigentlich Pildung, PISSA had wir doch jut abschnitten!

Spätestens jedoch bei der Forderung, die Verantwortung für die Sendung solle nicht beim Moderator, sondern bei den ARD-Redakteuren liegen, wären auch jedem anderen seriösen Journalisten die Rollos runter gegangen. Ist das der Ernst unserer Staats-Rundfunker? Ferrari schreibt doch auch nicht Michael Schumacher vor, in welche Richtung er sein Lenkrad zu drehen hat (ok, der ist weg vom Fenster, aber trotzdem ein Spitzenvergleich, oder nicht?). In Berlusconis RAI war die Überwachung der Einhaltung des rechten Wegs ja einst gang und gäbe. Aber im ersten deutsch-deutschen Fernsehen? Schon komisch.

Noch nachvollziehen könnte ich die Vertragsklausel, dass Jauch keine Werbeverträge mit der Privatwirtschaft abschließen solle. Es macht ja tatsächlich einen schlechten Eindruck, wenn Jauch eifrig und ganz unparteiisch das Gespräch zum Thema „Alkopops“ dirigiert und in der Werbepause … ach die gibt es bei der ARD ja gar nicht. Wieso eigentlich dann die Aufregung?

Jauch bleibt also den Unterschichtsendern erhalten, der mündige, politisch interessierte öffentlich-rechtliche Bildungsbürger muss weiterhin mit der zweiten Garde vorlieb nehmen.

Eine gute Nachricht aber bleibt zum Schluss: Sabine Christiansen tritt im Sommer auf jeden Fall ab.

Technorati-Tags: ARD, Fernsehen, Journalismus, Günther Jauch

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Kommentare

Ein Kommentar auf "Öffentliche Bevormundung privater Quizmoderatoren"

  1. Simon says:

    Ich hätte Jauch auch sehr gerne bei der ARD in einem politischen Format gesehen – schade. Obwohl ich Frank Plasberg in „Hart, aber fair“ auch klasse finde – außer alten Tatorten für mich der einzige Grund, den WDR einzuschalten.

    Antworten

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